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Objekt: Anthropos, 80.1985,1/6

‘286 
B. Referate. 3. Urgeschichte. 
dass neuerdings in Schweden (Fagersanna) eine Stelle mit neolithischen Wirtschafts- 
abfällen aufgefunden ist, deren Scherben bezüglich der Ornamentierung mit denen 
aus Rutzau übereinstimmen. — Eine zweite steinzeitliche Niederlassung ist in der 
Tucheier Heide bei Abbau Kelpin entdeckt worden und wird in mustergiltiger 
Weise unter Beifügung einer Kartenskizze (Fig. 15) geschildert: 
Der Fundort befindet sich in einer sehr abgelegenen Gegend. Die Stelle liegt 
„am westlichen Ufer der Brahe, schräge gegenüber dem Forsthaus Kelpinerbrück, 
welches zur Kgl. Oberförsterei Woziwoda gehört. Sie befindet sich auf der dilu 
vialen Thalterrasse, welche im Osten steil zum Fluss abfällt, und im Westen von 
einem Dünenzug, dem überwehten Plateaurand, begrenzt wird. Auch im Süden 
und Norden ziehen sich einige Dünen hin. Bezeichnend für den dürren Sandboden 
ist das Vorkommen der kleinen graugrünen Blattbiiscliel von Corynephorus canescens 
P. B., während im Uebrigen fast jede Vegetationsdecke fehlt. Hauptsächlich am 
Rand stehen vereinzelte niedrige Kiefern und Wachholdersträucher (Juniperus com 
munis L.) und erst in weiterem Umkreis tritt Calluna vulgaris Sal. auf, die 
Charakterpflanze der Heidelandschaft.“ In der Mitte dieses von Dünen und von 
der Brahe begrenzten Geländes wurden zuerst Anhäufungen von Thonscherben, 
dann auch Werkzeuge aus Feuerstein angetroffen. „Schon von weitem heben sich 
dort die Scherbenanhäufungen als dunkle Partien van der blendend weisslichen 
Sandfläche ab. Sie waren nicht eben spärlich, und es konnten in wenigen Stunden 
zahlreiche Fragmente von Gefässwandungen, auch solche mit dem bezeichnenden 
Schnur Ornament, gesammelt werden. Daneben traten Boden- und Randstücke 
letztere bisweilen mit knopfartigen Ansätzen, auf.“ Gesammelt wurden ferner 
Schaber, Messerchen, Pfeilspitzen, Fragmente von Lanzenspitzen, Meissei, durchweg 
aus Feuerstein. Die beigegebene Kartenskizze zeigt in sehr anschaulicher Weise 
die Lage des Fundplatzes. Die ausführliche Beschreibung der Situation ist um so 
dankenswerther, als in neuerer Zeit überhaupt der natürlichen Beschaffenheit oder 
Umgebung vorgeschichtlicher Gräber, Befestigungen und Wohnplätze mehr Beach 
tung geschenkt wird wie früher. So hat man in Westfalen vielfach aus dem 
üppigeren Wachstum des Heidekrautes und dem Vorkommen des wilden Ginsters 
mit Erfolg auf das Vorhandensein von Gräbern geschlossen. Die Wechselwirkung 
zwischen Naturverhältnis und Lebensweise der Bevölkerung ist kürzlich von 
Sarauw, Lyngheden i Oldtiden; Jagttagelser fra Gravhöje (Aarböger f. Nord. 
Oldkgndighed 1898. — Anzeige im Centralblatt 1899, Heft 2, No. 61) inbezug auf 
dänische Verhältnisse erörtert worden. Derselbe Gesichtspunkt ist, gleichfalls mit 
Anwendung auf die Anlage der Friedhöfe, neuerdings für eine Arbeit aus Holstein 
massgebend gewesen (Jellinghaus, Vorgeschichtliche Grabstätten und geschicht 
liche Dörfer aus Segeberg. Mitteil. d. Anthropol. Vereins in Schleswig-Holstein, 
1899). Heft XII. Aehnliche Arbeiten liegen aus Ostpreussen vor (z. B. : Altpr. 
Monatsschrift 1891/5, Bonk, Die Städte und Burgen in Altpreussen (Ordensgrün 
dungen) in ihrer Beziehung zur Bodengestaltung). 
Aus der älteren Bronzezeit sind (S. 38/9) 6 Hügel beschrieben, die in
	        
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