Digitalisate

Hier finden Sie digitalisierte Ausgaben ethnologischer Zeitschriften und Monografien. Informationen zum Digitalisierungsprojekt finden Sie [hier].

Suchen in

Inhalt / Download : Zeitschrift des Vereins für Volkskunde, 2.1892

[8 
S. SINGER: 
mitteilt, ist aber an eine Hind gerichtet, die die Scholien die Tante des 
Königs nennen. KRÜückerr meint, daß es vielleicht einem andern Dichter 
gleichen Namens zuzuschreiben sei. Ich frage mich aber, ob Hind nicht 
als Deckname für die Königin verwendet wurde, wie etwa nach HAmMmmer- 
PURGSTALL I, 3, S. 480 der Dichter Ebu Ojaine die Fathima liebte, sie aber 
durch seine Verse ins Gerede zu bringen fürchtete und deswegen seine Verse 
an ihre Sklavin Dunja richtete‘, Diese entspricht der donna dello schermo 
in Dantes Vita nuova, die, wie man aus Melodias Anmerkung zu Kap. V 
seiner Ausgabe sehen kann, auf verschiedene Ahnfrauen bei den Trouba- 
dours zurückblicken kann. 
Wie wir gesehen haben, führten diese panegyrischen Gedichte zum 
Lobe der Gattin des Brotherrn, wie bei Provenzalen SO auch bei den Arabern 
einerseits zu Liebesverhältnissen mit der Angebeteten, anderseits zu Eifer- 
suchtsanfällen ihres Mannes, So erzählt etwa BROCKELMANN, Gesch, d. arab. 
Lit. S. 72 von dem Dichter al Waddäch‘: 
Während seines Aufenthaltes in Damaskus wagte er sich mit seinen Liebesliedern auch 
an die Gattin des Chalifen, die sein Werben sogar erhörte und u hakınlich bei sich eMpfing. 
Einst, als al Walid, der Chalif, sie bei einem zärtlichen Beisammensein überraschte, verbarg 
sie den Dichter in einem Koffer, Eben diesen erbat sich der (GFatte zum Geschenk und ver- 
grub ihn uneröffnet in seinem Palaste. 
Seltener ist es ein unverheiratetes Mitglied der fürstlichen Familie, 
dem der Dichter seine Huldigungen weiht; aber auch das kommt vor und 
hat ähnliche Folgen, wie in verschiedenen Erzählungen, die wir gut als 
Troubadournovellen bezeichnen können, berichtet wird. 
HAmmEr-Puresrain I 1, S. 268 erzählt von dem sogenannten kleinen Morakkisch: Er 
hatte eine Nacht bei der Magd der Prinzessin Fathima zugebracht, Als Fatbhima die Spuren 
der nächtlichen Orgie an ihrer Magd bemerkte, hieß sie diese, wenn er wiederkäme, ihm 
eine Räucherpfanne und einen Zahnstocher geben. Er vänchorie sich mit der Pfanne Bart 
and Haar und schnitt dem Zahnstocher die Spitze ab. weil diese schon ein anderer benutzt 
dieses kann ich manchen frohen Tag erleben durch den Seelengewinn, den ich von meiner 
Liebe habe und weil nur in diesem Minnedienst (selbst wenn er ohne reale Beseligung durch 
Wiedersehen usw. verläuft) der Quell meiner Lieder fließt, ohne den ich (6, 2) weder 
Männst noch Frauen unterhalten könnte, ohne den mein Dichterberuf und mein 
poetisches Schaffen zunichte würde!” —_ M öglicherweise wirkt in dem fraglichen Bilde auch die 
Bedeutung kröne — ‘Siegeskranz’ wortspielend mit. — BurRDacH]. 
[* Vgl. Burnacs, Sitzungsberichte 1918. S. 1075 über das ähnliche Verfahren des Said Ihn 
Dschüdi].. 
[? Vgl. BurnDacg, Sitzungsberichte 1918. S. 1028 f.]
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.