ALTE EINBLATTDRUCKE
et decreuit, quod indulgentie suprascripte iuxta formam
et tenorem bullarum desuper confectarum in suo robore
ac firmitate persistant.]
Ein Bruderschaftsbrief von 1492.
Um pfingsten 1492 fand in Zwickau ein provinzialkapitel
der Franziskaner stattl. Dabei wurden bruderschaftsbriefe
ausgegeben, in denen den neuen mitgliedern anteil gewährt
wurde an allen messen, horen, vigilien, gebeten, fasten,
kasteiungen und allen anderen guten werken, die in 2186
klöstern des Franziskaner- und Klarissenordens geschehen.
Stirbt der betreffende, so folgen ihm die gebete der mönche
und nonnen nach, auch den verstorbenen eltern, kindern und
sonstigen angehörigen soll die fürbitte der beiden orden zuteil
werden. Exemplare dieses brüderschaftsbriefs sind sowohl in
der Zw. R. S. B., wie in der Milichschen bibliothek zu Görlitz
vorhanden. Sie sind von Konrad Kachelofen in Leipzig ?
gedruckt und. zwar wieder so, dass immer zwei formulare zugleich,
das eine unter dem andern, auf ein blatt abgedruckt
sind; die beiden formulare differieren nicht nur im Satz,
sondern auch in den typen®. Unser bruderschaftsbrief ist
schon einmal abgedruckt worden, bei Tobias Schmidt,
Chronica Cygnea I, Zwickau 1656, s. 371f.% jedoch nicht
fehlerlos. weshalb ich ihn hier wiederhole 5.
Ihesu christo sibi deuot..... Frater ludouicus de
seghin®, sacre theologie professor fratrumque minorum
prouincie saxonie minister et Seruus, Salutem et gracie
ı) „1492 vmb pfinaften {ft ein grofes Generall-Capitel alhie ge
Halten worden, vnd es feint in die eblich hundert francifcanermund) auf
all landen albie geweft‘“ (Peter Schumanns Annalen, Hdschr. der Zw. R.
Ss. B.) 2) ADB 14, 781f., Böcking, Opera Hutteni VII, 402
3) K. Häbler, Zentralbl. für Bibliothekswesen 27, 555 4) IL 242 (vgl.
auch Herzog, Chronik der Kreisstadt Zwickau II 15 5) wird das kapitel
von 1492 erwähnt 5) vgl. auch die bruderschaftsbriefe, die Joh. Petrejus;
superintendent zu Mühlhausen i. Th., im anhang seines „Ablas Buch-{ein“
(das dedikationsex. des verfassers an den Zwickauer rat in der
Zw. R.S. B.) 1571 veröffentlicht hat. Dem ersten, ausgestellt von dem
Dresdner Franziskanerguardian Joh. Teich (fehlt in dem verzeichnis bei
Gg. Müller, Beiträge z. Sächs. Kg. 5, 98) ‘1492 in die Circumcisionis
Domin;’, liegt offenbar dasselbe formular zu grunde 6) L. Lemmens,
Beiträge zur Gesch. der Sächs. Franziskanerprovinz v. hl. Kreuze, IL,
Düsseldorf 1910, S. 12