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Bibliographische Daten: Zeitschrift für Ethnologie, 3.1871

  
  
  
  
  
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Herr Kiepert macht Mittheilungen über die sonderbare , namentlich von Hrn. 
de Quatrefages vertretene Ansicht französischer Gelehrter, dass die Preussen 
meist Finnen seien, und charakterisirt den jetzt herrschenden Racenhass der Fran- 
zosen gegen die Deutschen, namentlich die Preussen, Die Gesellschaft nimmt unter 
Bezeigung grosser Heiterkeit von der merkwürdigen Entdeckung Act. 
Als Geschenke waren eingegangen: 
Journal of the Anthropological Institute of Great Britain, Fasc. I. 
Anderson, Reise in das Mandingoland. 
  
Sitzung am 11. November 1871. 
Nachdem der Vorsitzende, Herr Virchow, die anwesenden Gäste begrüsst, er- 
stattet derselbe Bericht über das verflossene Vereinsjahr. 
Er beglückwünscht die Gesellschaft, dass es ihr gelungen sei, das schwere Kriegs- 
jahr, welehes begann, nachdem sie kaum ihre Existenz begründet hatte, nicht bloss 
zu überstehen, sondern auch während der ganzen Dauer desselben und trotzdem, 
dass nicht wenige ihrer Mitglieder activ an demselben betheiligt waren, ihre Thétig- 
keit ohne Unterbrechung fortzusetzen. Wie er schon vor einem Jahre habe erklaren 
dürfen, so habe die Gesellschaft an ihrem Theile zeigen wollen, dass sie unter allen 
Umstánden ihre civilisatorische Mission fortzusetzen gedenke. So sei denn keine 
Sitzung ausgefallen, die Verüffentlichung der Sitzungsberichte regelmässig erfolgt, 
immer neues Material gesammelt und im letzten Juli sogar wegen der Häufung desselben 
eine ausserordentliche Sitzung eingeschoben worden. Die Zahl der Mitglieder betrage 
gegenwärtig 144, einige seien ausgetreten, ungleich mehr dagegen eingetreten, und 
der Kassenbestand so weit angewachsen, dass die Gesellschaft, trotz ihrer grossen 
Ausgaben für die übernommenen Veröffentlichungen (Zeitschrift für Ethnologie und 
Correspondenzblatt der deutschen Gesellschaft), welche ihren Mitgliedern unentgelt- 
lich zugehen, doch mit Ruhe ihrer finanziellen Zukunft entgegensehen dürfe. Indess 
genügen diese Mittel allerdings nicht, um grössere Arbeiten zu unternehmen, und 
nur ein in Aussicht gestellter Zuschuss aus der Kasse der deutschen Gesellschaft 
werde es gestatten, die Ausgrabungen auf der Insel Wollin in grösserer Ausdehnung 
in Angriff zu nehmen, Der Vorstand habe es daher für nöthig erachtet, von der 
Königlichen Staatsregierung einen laufenden Zuschuss zu erbitten, um damit solche, 
nach aussen gerichtete Arbeiten fördern zu können. Die Sammlungen des Vereins 
seien in langsamem Wachsthum begriffen, und nachdem der eine der Secretàre, Hr. 
Kunth, seinen im Felde erhaltenen Wunden erlegen, der andere, Hr. Voss, noch 
gegenwärtig an den F'olgen der Kriegsstrapazen krank darniederliege, habe der neue 
Secretür, Hr. Max Kuhn, die Ordnung und Katalogisirung doch nahezu vollendet. 
Einmal sei im Laufe des Sommers eine anthropologische Excursion in den Spreewald 
unternommen worden, über welche schon Bericht erstattet sei, Endlich das Verhilt- 
niss zur deutschen Gesellschaft bestehe in statutenmüssiger Weise fort und es erweise 
sich beiderseitig als ein durchaus fórderliches. Die erste ordentliche General-Ver- 
sammlung des Gesammtvereins sei abgehalten, und es habe sich gezeigt, dass auch 
der Gesammtverein lebens- und leistungsfähig sei. 
Hiernach wird zur Wahl des Vorstandes für das beginnende Verwaltungsjahr 
1871/72 geschritten. 
  
   
  
   
  
   
   
   
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
    
   
   
  
   
   
    
   
   
   
  
   
 
	        
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