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der ohne weiteres gefällt worden sei, im ofen prassle und
knistre.1
Nach der primitiven anschauung ist aber auch in allen gegen-
ständen eine „seele“, was offenbar in dem brauch verstorbenen aller-
hand gebrauchgegenstände mit ins grab zu geben zum ausdruck
kommt. Auf dem glauben an eine körperseele, nach dem auch in jedem
teil des gegenstandes dessen seele wohnt, beruht die magische pars
pro toto-auffassung. Die tscheremissen geben jungen mädchen
statt kleidern. nur stofflappen mit in das grab.? Beim geld-
opfer pflegen die mordwinen, esten und finnen nur mit einem mes-
ser feine späne von einer münze zu schaben.? Der glaube an eine
körperseele dürfte auch der allgemeinen auffassung der finnischen
hausfrauen zu grunde liegen, dass jedesmal, wenn aus dem hause
milch, getreide u. a. gegeben wird, ein wenig aus dem geschirr
des empfängers zurückgenommen werden muss, damit man ‚des
„glückes“ nicht verlustig gehe. Das beweist auch der von Lönn-
bohm aus. Savolax mitgeteilte brauch beim wasserschöpfen ein paar
tropfen in den brunnen zurückzuschütten, „damit derselbe nicht ge-
;Ötet werde“.* Ausserdem spiegelt sich der glaube in den Zere-
monien des erddiebstahls bei den wotjaken und tschuwassen wieder,
der darin besteht, dass auf den schwachen boden, der kein getreide
zu produzieren vermag, vom felde des besser gestellten nachbars
heimlich erde geholt wird.” Es ist wohl kein zweifel, dass der
sinn des zuletzterwähnten vorganges darin liegt dem kraftlosen bo-
den „seele“ (seelenkraft) zu verschaffen.
Es scheint, als würde auf dieser primitiven stufe noch kein
gennenswerter unterschied zwischen den an verschiedenartige wesen
and gegenstände gebundenen seelenkräften gemacht, was ihre be-
schaffenheit anbelangt. Das wird offenbar durch die tatsache be-
wiesen, dass man glaubt, die seele eines menschen könne durch
! Pyccxie Honapy, 208.
* Kreis Birsk.
? Smirnov, MOAM9 XI1,.537; Wiedemann, Aus d. inn. u. äuss. Leben
der Ehsten, 430; AFLG Marttini, 359; Meriläinen, 317.
AFLG, 746.
>» Magnitskij, Marepiaay, 40—35; Ostrovskij, Borarı, TOE (1874) IV, 37.