Materialien zur geistigen Kultur der ostkaraibischen Indianerstämme
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ana kaschis erschien dem Kujuli und lehrte ihn, die Maniokknolle auf ei
einem
ein zu reiben, mit Hilfe der Schlauchpresse den giftigen Saft zu beseitigen, die
a sse zu sieben und zu rösten. Ausdrücklich wird erwähnt, daß es zu diesem
e Epunkt keine Frauen gab.
Im Anschluß an diese Geschichte wird gelegentlich eine Version der Mythe
er die Schöpfung der ersten Frau erzählt. Sie lautet;
^ Kujuli machte aus Ton eine Frau. Er schickte sie in die Pflanzung, um
arn ok zu holen. Da kam ein Regenguß, und die Frau starb, weil sich der Ton
MiflÖste.
hol machte aus Wachs eine zweite Frau und schickte auch sie Maniok
Sie kam in heiße Sonne und schmolz. Danach machte er eine aus aruma,
die war gut. Sie bereitete für ihn Maniokfladen [wöi, portug. „beju").
Eines Tages wartete Kujuli vergeblich auf seine Frau. Sie kam nicht
^ er > der Geist Manakaschis hatte sie aus der Rodung geraubt und war mit
w eit weg gegangen.
cle s p Etzte der bedeutenden Mythen um Kujuli berichtet von der Herkunft
roh j Uers ’ Kujuli hatte in der alten Zeit kein Feuer besessen. Er aß alle Speisen
p • ei einer großen Kröte, die häufig auch in Gestalt einer alten Frau erschien,
n d er das Feuer kennen. Kujuli, der stark fror, versuchte zuerst das Feuer
s pp ; n un d verbrannte sich. Er legte es dann auf seinen Latz und verbrannte
Wle der. Schließlich nahm er das Feuer und lief weg. Die alte Frau, die hier-
soip^t einverstanden war, gab ihm noch allerhand schädliche Ratschläge: er
e I f ‘lichtes Holz und Wasser auf das Feuer bringen. Erst viel später erlernte
den richtigen Umgang mit dem Feuer.
Dle Herkunft
der Nutzpflanzen
Pr • ^ ne ganze Reihe von Mythen berichten über das bedeutsame kulturelle
Ural mS ln ^ er Urgeschichte der Ostkaraiben, über die Herkunft des Manioks
sch' k &S ^ er fahrens der Maniokzubereitung. Eng damit verbunden ist die Ge-
^bd ° V ° n ^ er Erschaffung der Frauen, deren wichtigste Arbeit der Anbau
die Verarbeitung des Maniok ist.
\y * e Erschaffung der Frauen fällt in die Zeit kurz nach einer der großen
T 0r p r ^ u ten der alten Zeit. Umalä wird in dem vorliegenden Text, der nach der
nied an daufnahme mit einer inzwischen verstorbenen alten Aparai-Indianerin
^geschrieben wurde, nicht ausdrücklich als Schöpfer des Maniok genannt,
Urb > . rn er ersc h a Ht Frauen und schickt sie Maniokknollen holen. Anschließend
' r Weist er sie in der Verarbeitung des Maniok.
L rs . le Einzelheiten der Geschichte entsprechen denen in der Mythe von der
ttUn g der Frauen durch Kujuli, Umalä macht unter anderem auch aus
der eine neu e Frau. Sie wurde in der Sonne weich und starb. Das Moment
Sei n ‘ a ta-Verarbeitung dürfte eine Erfindung der jüngeren Vergangenheit
ar beh S ersc beint nämlich bei anderen Erzählern nie. Die Methode der Ver-
n S von Balata-Saft zu kleinen Puppen dürfte den Aparai auch in der