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fullscreen: Deutsches Jahrbuch für Volkskunde, 14.1968

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Benennungen und Benennungsmotive zu einem Gerätetyp 
Von Reinhard Peesch 
Die verbindende Erforschung von „Wörtern und Sachen“, ursprünglich be 
gründet, um das einzelne Wort etymologisch erschließen zu können, richtet sich in 
neuerer Zeit vorwiegend auf das Ziel, das Wort in den größeren Zusammenhang des 
zugehörigen Wortfeldes oder Sprachfeldes zu stellen. Jost Trier hat in seinen tief 
gründigen Untersuchungen zahlreiche Beispiele der neuen Forschungsrichtung 
gegeben, die auch der historischen Volkskunde neue Aspekte eröffnet. 1 Ganz der 
volkskundlichen Thematik ist jetzt ein Buch von Dieter Lutz gewidmet, das einen 
geschlossenen Sachbereich unter dem Gesichtspunkt seiner Benennungsmotive und 
Bedeutungswerte analysiert und darstellt: Volksbrauch und Sprache. Die Benennung 
von Phänomenen der Winter- und Frühlingsbräuche Südwestdeutschlands (Stuttgart 
1966). Von dieser im methodischen Ansatz wie in der Ausführung der einzelnen 
Teile vorbildlich angelegten Arbeit ließen wir uns zu folgendem Versuch anregen, 
ohne jedoch den dort vertretenen theoretischen Ansichten — etwa der Begründung 
einer eigenen „Motivations-Volkskunde“ — im einzelnen zu folgen. 
Die hier vorgelegte Studie führt in einen anderen Sachbereich, den Bereich einer 
Berufssprache, und zwar der des Fischers im östlichen Niederdeutschland. 2 Daraus 
behandelt sie die Bezeichnungen für einen Gerätetyp und deren Benennungsmotive. 
Dieser Typ umfaßt die Geräte, die in Mecklenburg, Vorpommern und Brandenburg 
meist als „Strohgarn“ und an der südlichen Ostseeküste als „Zeese“ bekannt sind. 
Typologisch wird er gekennzeichnet als ein Grundschleppnetz, das aus einem sack 
förmigen Fangteil und aus zwei Schleppleinen besteht. Als weiteres konstitutives 
Merkmal ist hervorzuheben, daß die genannten Leinen in der Regel mit Scheuch 
mitteln (Strohwischen oder Klapperbrettern) ausgestattet sind, mit denen der Fisch 
vom Grund aufgescheucht und in Richtung auf den Fangsack getrieben wird. Be 
merkenswert an diesem Typ ist seine große Variabilität. Deren Ursachen liegen ein 
mal an der Verschiedenartigkeit der Gewässer, in denen er Verwendung findet 
1 Vgl. D. Adler, Verzeichnis der Schriften von Jost Trier. Festschrift J. Trier, Köln 
Graz 1964, 490 ff. 
2 Das Material für diese Studie entstammt der Inventarisation der Fischereigeräte und 
Boote im östlichen Niederdeutschland, die wir 1956 bis 1965 im Institut für deutsche Volks 
kunde an der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin durchführen konnten. 
Für Hinweise und Exzerpte aus entlegenen Archivalien habe ich meinen Kollegen Dr. W. 
Rudolph und Dr. U. Bentzien zu danken. Ergänzende Belege erhielt ich aus den Archiven 
des Mecklenburgischen, des Pommerschen und des Preußischen Wörterbuches, wofür ich 
deren Leitern, Herrn Dr. H. Schönfeld, Frau Dr. R. Winter, Herrn Dr. J. Gundlach und 
Herrn Prof. Dr. E. Riemann, vielmals danken möchte.
	        
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