8 2. Ansätze zu Großbetrieben.
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das westliche Deutschland deckt seinen Bedarf durch eigene
Produktion und versorgt auch noch den Nordosten, der
teilweise nur wenig Salz selbst erzeugt.
Über die Salzbereitung in den zuletzt genannten Gegenden
haben wir die ausführlichen Nachrichten nicht, wie aus den
bayrischen Stammgebieten. Einiges erfahren wir darüber
allerdings aus einem Güterverzeichnis der Abtei Prüm vom
Jahre 893, das sich auch über Einkünfte aus einem Ort des
Bistums Metz verbreitet, der Salnisse und Salnıese genannt
wird 41a). Daselbst wird Salz gesotten in zwei Werkstätten,
deren jede eine besondere Hütte bildet, in ihnen befinden
sich zusammen drei Siedeöfen mit Pfannen (inae III, quae
pulgo nuncupantur patellae), und jede Pfanne liefert täglich
eine Tracht (burdura) Salz, die einen nicht näher bestimmten
Teil einer Fuhre (carrada) bildet. Die Arbeitszeit fängt
Mitte April an und dauert bis Anfang Dezember, doch kann
die Erlaubnis erteilt werden, auch durch den ganzen Winter
hindurch Salz zu bereiten.
Seit dem Anfange des 9. Jahrhunderts werden zahlreiche
Salinenorte genannt“?), zum Teil da, wo eine frühere germanische
Bevölkerung der slavischen gewichen war und diese
nun selbst wieder zurückgedrängt hatte; daß solche Salzwerke
älter und zum Teil viel älter sind als ihr urkundliches
Vorkommen, ist nicht zu bezweifeln, und die eingedrungenen
Slaven, die ja von deutscher Kultur überhaupt abhängig
sind, haben die deutsche Technik der Salzgewinnung nur
überkommen. Wie weit in den beregten Orten Großbetrieb
stattfand, ist im einzelnen nicht festzustellen; dem Handel
und dem Vertrieb des Salzes nach ferneren Gegenden dienten
gleichmäßig fränkische und düringische, hessische und
41a) Vgl. Urkundenbuch zur Geschichte der jetzt die preußischen
Regierungsbezirke Koblenz und Trier bildenden mittelrheinischen
Territorien. Aus den Quellen herausgegeben von H. BEYER, 4 (1860),
S. 142 ff., besonders 8. 164 f.
42) Ein Verzeichnis der deutschen Salinen mit Angaben über ihr
erstes Vorkommen gibt KocH-STERNFELD, Die teutschen, insbesondere
die bayerischen und österreichischen Salzwerke, zunächst im Mittelalter
(München 1836) 2, 8. 24 ff.