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Dias, Maganja da Costa
Die Eltern haben den Söhnen auch noch neue Bekleidungsstücke zu schen
ken, deren Wert sich ganz nach dem Vermögen der Familie richtet. Von die
sem Zeitpunkt ab wird der Knabe nicht mehr den Namen, der ihm bei seiner
Geburt gegeben wurde, tragen.“
Gavrcho de Lacerda und Saul Dias Rafael berichten von verschiedenen Tänzen
zu verschiedenen Gelegenheiten und deren Namen. Uns interessiert allerdings
besonders die Nachricht vom Tanz der Maskierten, welcher uns eventuell ein
wertvolles Element zur Aufklärung der Fierkunft dieses Stammes sein könnte.
Der Maskentanz, verbunden mit Pubertätsriten, ist ein gemeinsames Merk
mal einiger Völker des zambesischen Kulturkreises 15 ). Man findet ihn z. B. bei
den Tschokwe in Angola, bei den Chewa in Nyassaland 16 ) und den Azimba
in Moçambique 17 ). Bei den Makonde im Norden Moçambiques konnten wir ihn
in allen Einzelheiten persönlich studieren 18 ), und die auffallende Überein
stimmung aller dabei auftretenden Elemente bestätigt die Annahme, daß
früher wohl irgendwelche Beziehungen vorhanden gewesen sein müssen.
In der Monographie Rita-Ferreiras über den Stamm der Azimba, die von
sich aus eine verwandtschaftliche Beziehung mit den Chipeta, den Chewa und
den Mangania zugeben, finden wir interessante Beschreibungen und Betrach
tungen, welche unsere Gesichtspunkte bestätigen. Rita-Ferreira zitiert u. a. einen
Text eines französischen Reisenden, Edouard Foä, der 1891 und 1895 diese
Gegenden besucht hat und dessen Bücher eine wertvolle Quelle bedeuten 19 ).
Leider sind sie uns selbst nicht zugänglich, und so folgt hier eine Übersetzung
aus dem, von Rita-Ferreira ins Portugiesische übersetzten Text über die Szenen
des nyau-Tanzes, dem Foä selbst — aber nicht unter den Azimba, sondern unter
den Maganja — beiwohnte, eine Tatsache, die uns veranlaßt, diese Beschreibung
hier wiederzugeben. Foä und Rita-Ferreira schreiben hier; Maganja und nicht
Manganja. Da Rita-Ferreira eine ausdrückliche Unterscheidung der beiden
Gruppen macht, glauben wir, daß es sich dabei also tatsächlich um die uns
betreffende Gruppe der Maganja da Costa handelt und nicht um die der weiter
15 H. Baumann et D. Westermann „Les peuples et les civilisations de l’Afrique“,
Payot, Paris 1948, Seite 146.
16 mündliche Information von Prof. M. G. Marvick, Head of the Department of
Social Anthropology and African Administration, University of the Witwatersrand,
Johannesburg.
17 A. Rita-Ferreira, „Os Azimba“ in „ßoletim da Sociedade de Estudos de Moçam
bique“ Nr. 84, Lourenço Marques, 1954, Seite 80.
18 Jorge Dias e Margot Dias „O Povo Makonde“ — „Estudo de uma sociedade em
transiçao“ — in Vorbereitung.
19 Édouard Foä „La traversée de l’Afrique du Zambeze au Congo Français“,
Édouard Foä „Du Cap au Lac Nyassa“, cit. von A. Rita-Ferreira in „Os Azimba“
s. Note 17 , Seite 87—90.