z.B. „Handlung und Wissenschaft“ anstatt „Tugend und Wissen-
schaft“ u.a. aus eignen Mitteln beigesteuert zu haben, muss
ihm ungeschmälert bleiben. — (Vergl. Hof fmann von Fallers-
leben’s „Findlinge“, Seite 121 ff. Leipzig 1860).
In die grössere Öffentlichkeit war „Heil Dir im Sieger-
kranz“ bereits 1795 gedrungen; der Kapellmeister Bernhard
Wessely (1768—1826) hatte es damals bei der ersten Auf-
führung (25. September) des von Rambach verfassten vaterlän-
dischen Schauspiels „Der Grosse Kurfürst vor Rathenow“ als
Zwischenaktsmusik eingelegt. Als kurz darauf (7. Oktober)
dasselbe Stück nochmals gegeben wurde, empfing man den
König bei seinem Eintritt ins Theater mit „Heil Dir im Sieger-
kranz“. Die Vossische Zeitung verfehlte nicht in ihrem Be-
richte über dieses Ereignis zu erwähnen, dass alle Zuschauer
„empfindungsvoll“ mitgesungen hätten. Von da an ist das Lied
populär geblieben, und allmälig als offizielle Hymne ange-
nommen worden.
Der Versuch, die Melodie der englischen Hymne auch in
Österreich einzubürgern, schlug fehl. August N jemann ver-
fasste bereits 1782 als Huldigung für Joseph IL. ein nach dem
anglischen Originale zugeschnittenes Lied:
„Heil! Kaiser ‚Joseph, Heil!
Dir, Deutschlands Vater, Heil!
Dem Kaiser Heil!“
das auch ab und zu öffentlich gesungen wurde, später aber,
als Haydn seine Hymne „Gott erhalte Franz den Kaiser“
1797 veröffentlicht hatte, wieder verschwand. — Hingegen fand
das Lied fast in allen anderen Ländern deutscher Zunge Kin-
gang. Der Text wurde natürlich den jedesmaligen Landes-
verhältnissen angepasst. Um es allen Reflektanten auf die eng-
lische Hymne möglichst bequem zu machen, stellte Zacharias
Becker in seinem viel verbreiteten „Mildheimischen Lieder-
buch“ sogar ein allgemeines Schema für Regenten und Obrig-
keiten auf. dessen erste drei Verszeilen lauteten:
Heil unserm Fürsten [Kaiser, König, Herzog], Heil!
Dem edlen [Namen des Regenten] Heil!
Dem Fürsten Heil!