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9Renjd) unb Tier.
Daraus erfieht man, daß die Fußwurzel, welche beim Menfjchen fajt zweimal jo Lang it
al8 der Mittelfußteil, bei den Anthropoiden bedeutend kürzer ijt, ja jogar wie bei Srang-Utan
und Hylobated bie Linge der Mittelfuptnochen nicht mehr erveidht.
Nuch die Lingenentwidlung der Zehen zeigt bei den Anthropoiden andere VBerhältnifje;
die Zehen find verhältnismäßig linger als die Denfdengeben. Nimmt man die Linge von
Sufwurgel + Mittelfuffnoden = 100, dann entipriht die Zehenlänge (3. Behenftrahl) beim
Orang Utan etwa 73, bei Hylobates etwa 70, beim Gorilla etwa 42, beim Menjcdhen etwa 25,
auch hinfichtlich der relativen Bebenlünge erjdjeint der Anthropoidenfuß Handähnlich.
Das Ende der hinteren Gliedmaßen der Anthropoiden ift feinem Knochengerüft nach ein
wahrer Fuß; aber durch bie eigentiimliche Ausbilbung der Zehen, burd) beren SBexfürgung unb
Beweglichkeit tann diefer Anthropoiden Qyup nicht als Stüge dienen, fondern ijt gum Setter
geeignet: et ijt ein „©reiffuß“. .
Wenn man nicht bas Knochenjtelett ded Anthropoidenfufpes berüdfid)tigt, jonberu mut bie
üufere Grjdjeinung am febenben Qyubivibuum, ift es Begreiflid), daß verfchiedene Forfcher bie
Affen ald Quadrumana, Vierhänder, bezeichneten zum Unterichiebe vom Menjdjen und den
übrigen Tieren, obwohl fie wie der Menjdh 2 Hände und 2 Füße Haben, welch febtere aber
bie ber veränderten Qyunftion ent[predjenbe 9[bünberungen aufweijen.
Der aufrechte Gang erfordert eine mbglichft ftabile Grundlage; es fteht deshalb die
Qünge be8 Gubes mit dem aufredhten Gang in engem Bufammenhang. Ye länger der Fuß
Ht, Defto geringer ift feine Stabilität. Wir fehen deshalb, daß der Orang-Utan, welcher am
wenigften gut aufrecht geht, den rel. längjten Fuß Dat, Der Menjch den fürzeften. Nach
Molifon beträgt die Fußlänge in Progenten der Unterjchentelldnge beim Drang-Utan im Mittel
136,5, beim Gorilla 114, beim Schimpanjen 110, beim Gibbon 90,2 und beim Menfchen 70,9.
Das Verbältnis vom Oberfhentel gum Unterjchentel ift beim Menjdjen und den
anthropoiden Affen ziemlich gleich; die Länge des Unterjchenteld {hwantt zwijchen 80—90 Proz.
der Ober[djenfellünge. Dagegen ijt das ganze Dein (Ober{djentel und Unterjchentel) beim
Menjhen relativ länger als bei den Menfehenaffen. Nach Mollijon betriigt die Linge des Beines
beim Menfdjen im Mittel 158,5 Proz., beim Gibbon 130,7 Proz., beim Schimpanfen 113,2 Proz.,
beim Gorilla 113 Proz. und beim Drang-Utan 111,2 Proz. der Rumpflänge. ;
Die Form der Knochen der Ober- und Unterjdentel ijt bei Wenjd) und Affe im
allgemeinen die gleiche, wenn aud) ber Verjchiedenheit der Funktion entiprechend im einzelnen
Unterfchiede vorhanden find, die aber nicht fo fehr in die AAgen fallen, wie bie Unterjchiede am Fuß.
Mit ber Qbrperftellung Büngt bie Bildung bed Kniegelenfes zujammen. Beim
Menfchen iit die aufrechte Körperhaltung bie normale Rubeftellung; es find deshalb alle Ein-
richtungen [o getroffen, daß die für die aufrechte Körperhaltung notwendigen Stellungen der
Quodjen, Muskeln und Bänder zu einander ohne bejondere Mustelmirfung eingenommen
werden können. m Kniegelenk ijt deshalb die nach oben gerichtete Selenffläche des Schien-
being für den Menfchen Harakteriftijch, während bei den Anthropoiden dieje Gelentfliche etwas
nach rüchwärt8 fchaut. An ben unteren Gelentenden des SOberjdjenfel8 find die Dber- und
Unterfchenfel zufammenhaltenden Bänder beim Menjchen jo angebracht, daß bei jentvedjter Körper-
Haltung die Binder angefpannt find und damit das Kniegelenk fixieren, b. b. bie 9Injagitellen
der Bänder find beim 9Renjdjen im bet SBerlüngerung ber SOberjdjentefadjje wmeitet von ber Gelent-
oberfläche entfernt al8 in der dazu fenfredjten Süidjtung. Jit das menfchliche Bein im Knie
gebeugt, bann evjd)laffen bie feitlichen Kniegelenkbänder. Anders bei den anthropoiden Affen.
Dberjchentel und Unterjhentel find bei ihnen auch bei aufgerichtetem Körper in einen Winkel
zu einander geftellt; Die feitlichen Snieqelentbinder miüiffen deshalb in diefer Stellung itrajf ae
ipannt fein.
Mehr ald in den Knochen der unteren Gliedmaßen zeigt fid) ber Unterfhied zwijchen
Menich und Affe in dem Énochernen Beden.