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Volltext: Band: Allgemeine Trachtenkunde, 1. Teil, Das Altertum

Allgemeine Trachtenkunde. J. 49 
Vorder⸗ und Hinterteil bestehender, nur bis zu den Oberschenkeln 
reichender und seitlich offenstehender Überhang Ephod) an— 
gelegt, der dus kostbarem, gemusterten Golostoff herge⸗ 
stellt war und am Hals einen viereckigen, perlenbesetzten 
Ausschnitt zeigte. Das Vorder⸗ und Hinterteil des Über⸗ 
hanges wurde auf den Schultern durch prächtige Gold— 
spangen zusammen gehalten. — Den hervorragendsten 
Schmuck des Hohenpriesters bildete eine große, vier⸗ 
eckige, goldene Kapsel (Urim), die mit zwölf großen Tafel⸗ 
steinen belegt wan und durch vier goldene Ketten an den 
Schulterfpangen und dem Gürtelbande festgehalten 
wurde. Die Kopfbedeckung des Hohenpriesters glich der 
weißen Haubenmütze der Priester, nur zeigte fie einen 
diademartigen Metallkopfreifen mit der Aufschrift: „Je⸗ 
hovah geheiliget“ und eine, durch einen Zeugstreifen zusammen⸗ 
geschnürte Kopfform. Die Lebiten Tempeldiener) trugen 
über dem Untergewand einen weißen, ärmellosen Über— 
hang, dessen untere Kante mit lnn Glöckchen besetzt war 
und der mit einer breiten, langen, buntfarbigen Binde 
ebenfalls zweimal gegürtet ward. Die Kopfbedeckung 
war ein, in mehreren sich nach oben hin verjüngenden Lagen 
um den Kopf geschlungenes, und rückwͤrts in zwei Enden her⸗ 
abfallendes, weißes Tuch. Als die Juden miter römischer 
Botmäßigkeit standen, trug der Hohepriester eine steife, 
spitze Mütze mit dreifacher Kroöße. Es war den Prie⸗ 
stern und Tempeldienern geboten, die Amslleider nur im 
Tempel zur Vornahme der heiligen Handlungen anzulegen. — 
Schon zur Zeit Christi waren die Gebetriemen Tephil⸗ 
lim) bei den Gläubigen gebräuchlich; nur an Festtagen durften 
sie nicht in Benutzung genommen werden.*) 
Die Gewänder der Frauen sind denen der Männer 
fast völlig gleich. Unter den Königen kamen bei den bo 
) Wahrscheinlich verwendete man zu gleicher Zeit auch schon die 
— Tales.) Dieselben 
werden wiederholt im Talmud (4. Jahrh.) erwähnt.
	        
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