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Eine Reise in
an diesem Tage Keratia nicht erreicht hatten , und er sich nicht entschließen konnte , die von seinem Wirthe angebotene tratze zu benutzen . Am nächsten Tage führte der Weg Uber eine wellige , angebaute Ebene nach Metropisi und füllt dann ans ein rothbrannes Land , welches Eisenoxyd enthält . Hier und da zeigen sich Hügel schwarzer Schlacken , die ans dem Alterthume herrühren . Die Gegend macht einen aus wüsten und verlassenen Eindruck ; plötzlich aber umreitet man einen Hügel und erblickt das Meer mit seinen Inseln ; am Ufer , in wohlgeschützter Bucht , liegen mehrere Schiffe vor Anker und ans mehreren hohen Fabrikschornsteinen gen Rauchwolken in die Luft . Unten im Thäte läuft eine Eisenbahn hin , auf welcher eine Locomotive ein Dutzend mit Schlacken beladener Waggons schleppt : nichts Packenderes giebt es als solche rege menschliche Thätigkeit in solch wüster Umgebung . Es hat damit aber folgende Bewandtniß . Vor etwas mehr als zwanzig Jahren wurde ein italienisches
Griechenland .
Handelsfahrzcug im Archipel von einem so heftigen Sturm überfallen , daß der Capitän , um sich über Wasser zu halten , seinen ganzen Ballast und ein gut Theil der Ladung über Bord werfen ließ . Mühsam fand er hinter der ten Insel Makronisi ( Helena ) an der attischen Küste Schutz und ließ , während er auf das Aufhören des Sturmes tete , seinen Ballast durch Steine von vulcanischem Ansehen , welche sich dort in Menge fanden , ergänzen . In seinem stimmungshafen , Cagliari , angelangt , ließ er die Steine an das Land schaffen , wo sie ein hüttenkundiger Kaufmann liegen sah , auf sie aufmerksam wurde , nach ihrer Herkunft forschte und , als er dieselbe und den Metallgehalt der Schlacken — denn das waren sie — festgestellt hatte , deren tung in Verbindung mit einer Marseiller Eompagnic in die Hand nahm . Die hinausgcschickten Ingenieure fanden in dem Laurischen Gebirge ganze Berge solcher von den alten Athenern hinterlassenen Schlacken und in denselben noch
Das Vorgebirge Sunion . ( Nach einer Zeichnung von H . Belle . )
8 bis 12Proc . silberhaltigen Bleies , so daß ihre Compagnie das Recht zu deren Ausbeutung nachsuchte , erhielt , Arbeiter und Maschinen nach dem südlichen Attika schickte und dort ein großes Hüttenwerk in das Leben ries . Etwa gegen das Ende des vierten vorchristlichen Jahrhunderts war die Haupt - ausbeutuug der Laurischen Silbergruben allmälig fen und nur zu Strabon's Zeit hatte man die Schlacken nochmals ansgeschmolzen . Länger als 18 Jahrhunderte dauerte es dann , bis im Jahre 1865 jene Marseiller sellschaft ihre Hütte errichtete , 3 Kilometer Eisenbahn und 30 Kilometer Steinstraßen baute , den Hafen regulirte und einen 150 Meter langen Molo ausführte , von welchem aus die Bleibarren in Schiffe verladen werden . Heutigen Tages werden alle 24 Stunden aus 400 Tonnen Schlacken 25 Tonnen Blei , d . h . jährlich 8 Millionen Kilo , gewonnen , aus welchen man noch für 75OOOO Francs Silber auszieht . Neuerdings hat man noch Frischöfen erbaut , ein Dampfschiff für bcn Verkehr mit dem Piräus angeschafft und weitläufige Anstalten zur Condeusation der bleihaltigen Dämpfe führt . Fünfzehnhundert fast ausschließlich griechische Arbeiter - finden dort Beschäftigung , und um sie unterzubringen , hat man ein eigenes Dorf mit einem Krankenhause auf einem
nahen Hügel gebaut . Die Compagnie beschäftigt außerdem 2OO Zugpferde . Neuerdings aber haben die Sachen eine Wendung zum Schlechtcru genommen : die ursprüngliche Compagnie hat für 12 Millionen Francs ihre Rechte an eine griechische Gesellschaft verkauft , in Folge dessen die tung in ungeschicktere Hände übergegangen ist — und fern tragen die drückenden Steuern , welche die griechische rung auf die Prodncte der Gesellschaft gelegt hat , das Ihrige dazu bei , um dieser Industrie nach Kräften zu schaden .
Ein gutes Abendessen bei dem Director der Hütte , zur Nachtruhe weiche Betten , am folgenden Tage unter kundiger Leitung ein Besuch der oft beschriebenen Gänge und Stollen der alten Athener bezeichneten in Bclle's griechischen Reisen den Besuch Lanrions .
Ueber felsige durch schmale Thäler von einander getrennte Hügel setzte er dann seine Reise nach Süden fort und reichte bald die Reste der Befestigungen , welche die Athcner im Jahr 413 rings um das ganze Vorgebirge Sunion führten und welche den nach dem Piräus segelnden schiffen zum Schutze dienen sollten . Noch sieht man dort einige in den Fels gehauene Cisternen in Gestalt riesiger