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Volltext: Zeitschrift für Volkskunde, 98.2002

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Buchbesprechungen 
tatsächlich zur Einführung in das jeweilige Sachgebiet geeignet sind, bleibt daher äu 
ßerst fraglich. 
Das Vorwort verspricht eine schnelle Übersicht und leichte bibliographische Ori 
entierung. Leider dient der abschließende 46-seitige Index gerade nicht der raschen 
Suche. Da die Nummerierung der Titel aus technischen Gründen offensichtlich nicht 
möglich war, müssen jeweils ganze Spalten durchgesehen werden, um ein Stichwort 
wiederzufinden. Insbesondere wurden die Suchbegriffe offensichtlich den erfassten 
Buch- und Aufsatztiteln entnommen und sind in sich wenig stimmig. Warum das medi 
zinische Fachgebiet „Psychiatrie“ pauschal dem Thema „Devianz“ zugeordnet wurde, 
obwohl eine solche Wertung doch erst Ergebnis eines noch ausstehenden Forschungs 
prozesses sein dürfte, muss offen bleiben. Überhaupt nahmen die Bearbeiter unglück 
licherweise eine Systematisierung der Stichworte vor, die den Leser oder die Leserin bei 
vielen konkreten Recherchen auf äußerst diffuse Sammelbegriffe verweist, deren Nach 
vollzug langes und ermüdendes Umblättern und Suchen in den jeweiligen Spalten nach 
sich zieht. Ein Autorenindex, der es ermöglicht hätte, sich zum Beispiel einen Überblick 
über die Arbeiten einzelner „Pioniere“ der neuen Sozialgeschichte der Medizin oder 
von Spezialisten in bestimmten Themenbereichen zu verschaffen, fehlt leider ganz. 
Im Ergebnis muss festgestellt werden, dass mit dieser Bibliographie ein beachtliches 
Volumen an mehr oder weniger interessanten und wichtigen Publikationstiteln zusam 
mengetragen wurde, mit deren Vollständigkeit und zuverlässiger Einordnung jedoch 
nicht zu rechnen ist. Bei einer überarbeiteten Neuauflage ist deshalb nicht nur auf die 
Beseitigung sachlicher Fehler und die Vervollständigung der bibliographischen Anga 
ben zu hoffen, sondern es sind ebenso die Bereitstellung besserer Recherchemöglich 
keiten sowie nicht zuletzt auch qualitative Hinweise zur angegebenen thematischen 
Literatur zu erwarten, die zumindest jüngeren Wissenschaftlern und Wissenschaftlerin- 
nen tatsächlich den Einstieg in ein neues Forschungsgebiet ermöglichen. 
Kassel Christina Vanja 
Karl Schwarz: Jüdische Kunst - Jüdische Künstler. Erinnerungen des ersten Direktors 
des Berliner Jüdischen Museums. Herausgegeben mit einer Vorbemerkung und Anmer 
kungen von Chana C. Schütz und Hermann Simon. Teetz: Hentrich & Hentrich 2001, 
309 S., 8 Farbabb., 43 Schwarzweißabb. (Jüdische Memoiren, 4). 
Seit den 1980er Jahren erschienen in Deutschland viele Autobiografien von Juden 
aus den unterschiedlichsten Regionen, Berufen und Zeiten, denn das Interesse an diesen 
Persönlichkeiten ist allgemein hoch. Der vorliegende Band ermöglicht einen Einblick in 
das Leben von Dr. Karl Schwarz, geboren 1885 in München, gestorben 1962 in Tel Aviv, 
Kunsthistoriker, Zionist, Leiter des Jüdischen Museums in Berlin bis 1933 und danach 
des Tel Aviver Museums. Nach Dr. Willy Cohn, Mitarbeiter am Jüdischen Museum in 
Breslau, dessen Autobiografie 1995 erschien, ist damit ein sehr intimer Zugang zu einer 
weiteren Persönlichkeit des jüdischen Museumswesens der Weimarer Republik mög 
lich. Dies ist um so mehr zu begrüßen, als die meisten Quellen über die Jüdischen 
Museen im Zuge des Novemberpogroms 1938 vernichtet wurden. Schwarz begann 
seine Aufzeichnungen 1940 in Palästina und dürfte zuletzt 1957 daran gearbeitet haben. 
Es handelt sich also um eine Niederschrift aus der Perspektive eines Emigranten, wäh 
rend Cohn aus der Sicht des in Breslau Verfolgten schrieb.
	        
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