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Objekt: Deutsches Jahrbuch für Volkskunde, 11.1965

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Jacobeit—Peesch — Stockmann—Neumann — Strobach 
Wenn von Peuckerts Wirken und Schaffen für eine neue deutsche Volkskunde nach 1945 
die Rede ist, so darf auch nicht vergessen werden, daß er es war, der sich für die bis dahin ver 
nachlässigten Bereiche unseres Fachs einsetzte und die Forderung erhob, früher Versäumtes 
so schnell wie möglich nachzuholen. Das betraf vor allem die sog. materielle Kultur. — 
Gleich in das erste Fleft der Nachbarn (S. 71 —111) hatte er einen wirtschaftsethnologisch 
methodischen Aufsatz von Heinz Kothe über Die Wirtschaftsstufen und ihre zeitliche Ein 
gliederung aufgenommen, dem er selbst ein kurzes Geleitwort voranstellte. Die Volkskunde, 
so führt er aus, habe zwar die Beschäftigung mit Haus, Dorf und Flur aufrechterhalten, 
doch sei ihr „die Frage nach der Arbeit und den Arbeitsgeräten mehr und mehr aus der Hand 
geglitten und von der Vorgeschichte und Völkerkunde übernommen worden. Es scheint an 
der Zeit“, fährt Peuckert fort, „uns über deren Stellungnahme und Ergebnisse zu unter 
richten, um auch von seiten der Volkskunde wieder in die — unlösbar mit unseren Aufgaben 
verbundene — Arbeit einzutreten“. Das war eine Forderung, wie sie schon die Väter der 
deutschen Volkskunde immer wieder vertreten hatten, die nun aber nicht nur Programm 
blieb, sondern — von akademisch-volkskundlicher Seite zum ersten Male — auch in die 
Tat umgesetzt wurde. Aus Peuckerts Göttinger Schule gingen nacheinander mehrere Disser 
tationen zur Gerätekunde und zum Arbeitswesen hervor: 1947 über den Pflug (Kothe), 
1948 über das Joch (Jacobeit), 1951 über Sichel und Sense (Lühning), 1955 über Formmodel 
(Harsing) und dazu 1957 über städtisches Hauswesen im Mittelalter (Fließ). Diese Untersu 
chungen, namentlich die drei erstgenannten, hatten eine Belebung der Geräteforschung 
zur Folge; außerdem zeigte sich, daß gerade die Monographien über Joch und Erntegerät 
für die Interpretation der alten Karten des ADV von großer Bedeutung waren. — Aber es 
geht Peuckert nicht allein um die Arbeitsgeräte. Das „Problem Arbeit im volkskundlichen 
Raum“ sieht er vor allem in Verbindung mit dem werktätigen, von der Spezifik seiner 
Beschäftigung, seines Berufes geprägten Menschen als dem Träger der Volkskultur — vom 
Bauern bis zum Arbeiter, und er wies mehrfach auf das Vorbild der ausländischen Forschung 
hin, die sich eine solche Auffassung schon längst zu eigen gemacht hatte (z. B. in: Peuckert— 
Lauffer, Volkskunde. Quellen und Forschungen seit 1930 . Bern 1951, 35 ff.). Wenn auch in 
der Bundesrepublik heute der Bereich der Arbeit und Wirtschaft als ein grundlegender Be 
standteil der volkskundlichen Forschung anerkannt wird, so ist das nicht zuletzt ebenfalls 
das Verdienst Will-Erich Peuckerts. 
Der deutschen Volkskunde nach 1945 hat der Jubilar eine Konzeption gegeben, die 
wesentlich dazu beigetragen hat, daß unser Fach auch im Ausland wieder geachtet wird. 
Die Volkskundler-Generation, die er in Göttingen erzog, die „Schule Peuckert“, dankt 
ihm für alle Anregung und Förderung. 
Wolfgang Jacobeit 
VII. Internationaler Kongreß für Anthropologie und Ethnologie 
in Moskau 1964 
Von Wolfgang Jacobeit — Reinhard Peesch — Erich Stockmann — 
Siegfried Neumann — Hermann Strobach 
Der jeweils im Abstand von vier Jahren veranstaltete Internationale Kongreß für Anthro 
pologie und Ethnologie fand unter Beteiligung der Fachvertreter aus aller Welt vom 3- 
bis 10. August 1964 in der Lomonossov-Universität Moskau statt. Aus der Deutschen 
Demokratischen Republik nahmen über 50 Wissenschaftler an dieser bisher größten Tagung 
der „Union International des Sciences Anthropologiques et Ethnologiques“ teil. 
Die Vorträge und Diskussionen waren auf 27 Sektionen verteilt. Für anthropologische 
und ethnologische Spezialprobleme hatte die Kongreßleitung außerdem 17 Symposien 
organisiert, denen jeweils eine Beratungszeit von i x / 2 Tagen zur Verfügung stand. Im ganzen 
wurden ca. 900 Referate gehalten.
	        
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