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mediterrane oder marine Stufe) eingebetteten Weichthiere
mit den recenten Formen belehrt uns die Vergleichung
der fossilen Fundstücke mit. den jetzt noch
im Indischen Oceane und im Mittelmeere lebenden
Arten ?).
Gegen das Ende des Miocäns schlossen sich jedoch
die Verbindungen des Wiener Beckens und sonach
auch des mährischen Armes mit dem warmen
indischen, ja auch mit dem mediterranen Meere ab.
Die aus der nächstfolgenden Stufe des Tertiärs,
nämlich der Cerithien- und Congerienstufe, zurückgelassenen
Schnecken und Muscheln?) bekunden
blos die Verbindung mit dem aralo-pontischen Meere
und wenn die Gewässer dieses Meeres 160 m hoch
steigen würden, dann würden sie wie ehemals Wiens
Umgebung überfluthen, Damals, vor vielen Tausenden
von Jahren, erreichten sie eine bedeutende Höhe;
denn die Sande und Thone des Wiener Berges mit
244 m und des Laaerberges mit 256 m bergen noch
Schnecken und Muscheln jener Meere; auch Südmähren
war von diesen Gewässern mindestens zur
selben Seehöhe überdeckt.
Dies waren aber auch die letzten Meeresgewässer,
Jie unsere heimatlichen Gefilde benetzten; nach ihrem
Rückzuge waren unsere Länder frei von Meeres-Authen;
von nun an haben wir es nur mit Ablagerungen
der Flüsse und Bäche, Spülwässer, Seen
and Sümpfe, der Stürme und Winde und mit
Einschlüssen der Land- und Süsswasserfauna zu
thun,
Und hiemit stehen wir an der Schwelle des
Quartärs, das in die Zeit der älteren oder diluvialen
ınd der jüngeren oder alluvialen Ablagerungen
zerfällt.
Beide Stufen sind durch eine eigenthümliche
Tauna und Flora und durch verschiedene Inventare
menschlicher Hinterlassenschaft charakterisirt.
Ehe wir aber diese näher untersuchen wollen,
müssen wir uns in Kürze mit den Fundorten bekannt
machen, die uns das reichhaltigste und wichtigste
Fundmateriale geliefert haben.
1) Ueber die Identität der fossilen Formen von Schnecken
und Muscheln mit den im Mittelländischen Meere und im
Indischen Ocean lebenden Arten, bezw. zur Nachweisung der
nahen Verwandtschaft der fossilen mit den recenten Formen,
wurden die entsprechenden aus den tertiären Schichten stammenden
Fundstücke, sowie Exemplare jetzt lebender Conchylien
aus dem Mittelmeere und dem Indischen Oceane vorgelegt.
?) Cerithien, Melanopsiden, Congerien, Vgl. Havzer’s Geo-‚ogie,
1875, S. 557—560
IT. Fundorte,
Wir haben in Mähren diluviale Ablagerungen in
Jöhlen und ausserhalb derselben; in beiden Richtungen
kann sich unser kleines Heimatland rühmen,
30 classische Fundstätten aufzuweisen, dass sie kaum
7on jenen eines anderen Landes an Wichtigkeit überoffen
werden können.
Unter den vielen Höhlen Mährens zeichnet sich
ıber vor allen anderen die bei Sloup gelegene
Jöhle Külna, d. h. Schuppen, aus!). Es ist dies
ne sehr geräumige, lichte Höhle mit einem impo-;anten
Eingange, in der uns die Natur ein wahres
\rchiv von materiellen Urkunden aus der ganzen
Juartärzeit hinterlassen hat.
Von dem Beginne der Diluvialperiode durch alle
hre Zeitabschnitte, bis zum Alluvium und durch
lieses zu der jüngsten Vergangenheit, haben wir in
ınunterbrochener Aufeinanderfolge die Documente
iber die Thierwelt, über das Klima und den Landıchaftscharakter,
über den Menschen und seine Culturstufen
hier in der 16 m mächtigen Ablagerung einzeschlossen,
Die von mir hier ausgehobenen Schächte, Stollen
and Felder bekunden uns Folgendes:
a) Die felsige Sohle erscheint auf 12 m Tiefe mit
Salkschotter und gelbem Lehm bedeckt; in dieser
Schichte kamen Reste von grossen Grasfressern und
zrossen Carnivoren vor, es fehlten aber Reste glaxaler
Thiere, daher diese Schichte eine präglaciale
zenannt werden muss.
6) Dann folgte eine 3:80 m mächtige Schichte,
bestehend ebenfalls aus Kalkschotter und gelbem
‚ehm, in der auch noch Mammuthe, Rhinocerose,
Töhlenbären, Höhlenlöwen und Hyänen enthalten
waren, in der wir jedoch auch Reste glacialer Thiere,
ınd zwar des Eisfuchses (Canis lagopus), Halsbandemmings
(Myodes torquatus), des norwegischen Lemnings
(Myodes lemmus), des Schneehasen (Lepus
varlabilis), des Schneehuhnes (Lagopus albus) nebst
lem weniger charakteristischen Renthiere (Cervus
;arandus) angetroffen haben; dies war die glaciale
Schichte,.
1) Vgl. über die Höhlen meine Monographie: „Die Höhlen
n den mährischen Devonkalken und ihre Vorzeit.“ Jahrbuch
ler k, k, geologischen Reichsanstalt in Wien, Bd, 41, Jahrg.
‚891, S. 443, 570 und Bd. 42, Jahrg. 1892, S. 463—626, und
nein von der böhmischen Akademie der Wissenschaften preis-‚ekröntes
Werk „Külna und Kostelik“, 1891, S. 1—474.