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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 17=27.1897

u

mässig gewölbt, arc. supr. deutlich, Scheitel hinten
fast senkrecht abstürzend zum flachen Hinterhaupte:
Warzen kurz, sehr breit; Jochbeine sehr stark, Gesicht
 orthognath. V. Gesicht sehr gross, breit, mit
vorstehenden Jochbeinen; Stirne breit, Nasenwurzel
wenig vertieft; Orbitae gross, hoch, quadratisch:
Nasenbeine oben schmal, unten breit, in scharfem
Rücken zusammenlaufend; Nasenöffnung sehr lang
und schmal mit sehr langer spina anterior. — Unterkiefer
 sehr gross und stark, seine sehr wenig geneigten
Aeste gross, breit und hoch, die Zähne sehr stark
abgeschliffen
Dem Erhaltungszustande der Knochen nach er
scheinen die Schädel von Visegrad als die neuesten.
jene von Hatinici als die ältesten.
Ohne auf die einzelnen in der Tabelle verzeichneten
 Maasse näher einzugehen, sei im Allgemeinen
blos Nachstehendes hervorgehoben.
Die Capacität (durch Ausfüllung mit Erbsen bestimmt)
 scheint häufig eine recht beträchtliche zu
sein, da unter sechs Männerschädeln zwei Kephalonen
sich befinden und auch der kindliche Schädel als
solcher gelten muss. Dem entspricht auch der horizontale
 Umfang (489—537 mm), welcher bei den
Erwachsenen sechsmal unter 500 mm, aber auch
sechsmal mehr als 510 mm beträgt.
Die grösste Länge, bei den Erwachsenen zwischen
166 und 188 mm, ist meist gering — zehnmal unter
180 mm —, die grösste Breite (136—152 mm) eine
anschnlichere, nämlich fünfmal unter 140 mm, achtmal
 über 140 mm, und somit der Längenbreitenindex
 (782—885) in engen Grenzen schwankend, nach
welchem unter diesen 14 Schädeln nur 3 Mesocephali
 (21:4%/,), aber 11 Brachycephali (785%).
lefztere also weit überwiegend vorkommen.
Wenn von den an Lebenden erhaltenen Indiees, ©)
um eine Vergleichung ermöglichen zu können, je 29/,
abgezogen werden, erhalten wir nach Messungen an
3803 Männern für die Schädelformen der heutigen
Bosnier 55 Dolichocephali (1'440/,), 554 Mesocephali
(14'56%/) und 3194 Brachycephali (83:98%/,), also
gleichfalls weit überwiegend vorherrschende Brachycephalie,
 weshalb man behaupten kann, dass diese
beschriebenen altbosnischen Schädel im Vorkommen

1) Wzıssacn, Die Bosnier, Wiener Anthropologische Gesellschaft,
 XXV SS 906 ff

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ler einzelnen Hauptformen fast genau jenen der
Gegenwart entsprechen.
Anders gegenüber den prähistorischen Schädeln
vom Glasinac: Ihre grösste Länge (169—204 mm)
‘allt je 19mal unter und über 180 mm, ist also im
\llgemeinen grösser als bei den altbosnischen, während
ihre grösste Breite (114—159 mm) fast ebenso oft
17mal) unter, als auch über 140 mm (16mal) be-;rägt,
 daher eine geringere sein muss. Diesem entsprechend
 finden sich unter den Glasinacschädeln
L1 Dolicho- (29%°/), 14 Meso- (37%) und nur
L3 Brachycephali (34%), die letzteren demnach in
bedeutender Minderzahl, im Gegensatze sowohl zu
len altbosnischen, als auch zu den heutigen Schädeln.
Die Höhe (vom vorderen Rande des grossen
Hinterhauptsloches gemessen, 126—141 mm) gibt
rücksichtlich der Schädellänge Indices von 723 bis
355, worunter jedoch blos zwei Schädel als orthozephale,
 11 dagegen, die grosse Mehrheit, als hypsizephale
 sich einreihen; auch dies bestätigt die grosse
Aehnlichkeit derselben mit den Schädeln der Jetztzeit,
 welche den Eindruck beträchtlicher Höhe machen.
Nach dem leider nur an sieben Schädeln bestimm-5aren
 Gesichtsindex (808—921) erscheinen fünf
;hamae- und zwei leptoprosop, die Gesichter also
ehr niedrig und breit, wie bei den heutigen Bosalern.

Der Obergesichtsindex (557—-530) reiht im Gegensatze
 zum vorigen alle in die Leptoprosopie ein.
Der Nasenindex (460—530) ist vorwiegend nicht
eptorrhin (achtmal), da nur zwei Schädel in diese
\btheilung fallen, fünf mesorrhin und drei selbst
»latyrrhin sind, trotzdem die Nasenbeine fast durchzehends
 eine sichtlich vorspringende Nase andeuten.
Nach dem Orbitalindex (794—972) gibt es
nen einzigen mit niedrigen Augenhöhlen (Chamaezonchie),
 vier besitzen mittelhohe (Mesokonchie) und
fünf hohe (Hyprikonchie).
Der Gaumen ist nach seinem Index (753—1000)
selten lang und schmal (ein leptostaphyliner), öfter
‘drei) mesostaphylin, am häufigsten kurz und breit
‘fünf brachystaphylin).
Nach dieser freilich nur oberflächlich möglichen
Vergleichung ähneln diese altbosnischen Schädel denen
der Jetztzeit, mit welchen sie sich von den prähistorischen
 des Glasinae gründlich unterscheiden.
            
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