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Unterkiefer gross mit breiten, etwas geneigten Aesten;
seine Zähne gross. mehr abgeschliffen als im Oberkiefer.
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Nr. 4. Sehr grosser männlicher Brachycephalus,
Knochen dünn, mürbe; Verwachsung des untersten
Theiles der Kranznaht beiderseits und leichte Einsenkung
am Vereinigungspunkte der Kranz- und
Pfeilnaht; sonst alle Nähte vorhanden, armzackig
O. Sehr breit oval, Stirne schmal, Schläfen stark
gewölbt, Hinterhaupt flach, kaum sichtbar. H. Rundlich,
Schuppe ziemlich gewölbt, glatt, Interparietaltheil
gross, U. Breitparabolisches Hinterhaupt, for.
occ. m. gross, rhombisch, Condyli klein, niedrig,
wenig convex, Gaumen lang, tief, Schneidezähne
gross, wagrecht abgeschliffen S Niedrig, Stirne senkrecht,
niedrig, stark gewölbt, arcus supreil. deutlich.
Scheitel oben flach, hinten rasch abfallend; Hinterhaupt
hoch, etwas vorstehend; Receptaculum aufgerichtet;
Warzen gross, Gesicht orthognath. V. Gesicht
gross, lang, schmal, Stirne breit, stark gewölbt,
Nasenwurzel schmal, Nasenbeine klein, einen breiten
Rücken bildend, apertura pyrif. gross, breit; Orbitae
gross, viereckig; Jochbeine angedrückt, dünn. —
Unterkieferbruckstück dünn, niedrig, Ast klein, sehr
stark geneigt; Schneide-, Eck- und kleine Backenzähne
horizontal abgeschliffen.
Nr. 5. Juveniles, brachycephales Schädeldach mit
einzelnen Bruchstücken; alle Nähte armzackig.
Knochen dünn. O. Breitoval, Stirne sehr breit.
Schläfengegend stark gewölbt, Hinterhaupt wenig
vortretend. H. Jedenfalls rundlich, Schuppe ziemlich
gewölbt; die beiliegenden Bruchstücke lassen das
Öffensein der Synchondrosis basilarıs deutlich erkennen,
S Stirne niedrig, senkrecht, glatt, Scheitel
stark gewölbt, Hinterhaupt wenig merkbar. — Unterkiefer
klein mit breiten, niedrigen, schrägen Aesten:
linker Weisheitszahn im Durchbrechen,
Nr. 6. Grosser, sehr regelmässiger, männlicher,
länglicher Schädel, dem ein Theil des linken Gesichtes
und der linken Schläfengegend fehlt; Knochen
erdig, Nähte deutlich, theils arm, theils reichzackig
O0. Langoval, Stirne breit abgestutzt, Schläfen
wenig gewölbt, Hinterhaupt vorstehend. H, Rundlich,
Schuppe ziemlich gewölbt, glatt, Interparietaltheil
gross, lang. U. Breitbogig, Receptaculum kurz, for.
occ. m. breitoval, proc. condyl. klein, niedrig, flach;
Gaumen gross, lang, tief, Zähne sehr gross, nicht
abgeschliffen, Weisheitszahn noch nicht durchgebrochen.
S. Länglich, Stirne senkrecht, stark ge
wölbt. glatt. Scheitel oben flach. hinten rasch ahallend,
Hinterhaupt wenig vorstehend; ala magna
sehr breit. V. Gesicht lang, schmal, Jochbein anzedrückt,
Stirne sehr breit, stark gewölbt, Nasenwurzel
breit, Nasenbeine gross, breitrückig, apert.
yrif, gross, breit. — ARechtsseitiges Unterkieferruchstück
mit kleinem, niedrigem, stark geneigtem
Aste, grossen, nicht abgeschliffenen Zähnen und dem
Weisheitszahne noch ım Fache.
III. Bogumilenschädel, 7
Die Bogumilen, auch Patarener genannt, waren
3ine religiöse, christliche Secte, im Mittelalter ın
Zosnien und vorzüglich in der Hercegovina sehr
jerbreitet, wo sie zeitweise sogar die Mehrzahl der
Zewohner zu ihren Bekennern zählte, Nach der Er-»berung
des Landes durch die Osmanen übertraten
lie meisten Bogumilen zum Islam, wiewohl andere
hrem Glauben treu geblieben sind, dessen Anhänger
edoch sich immer mehr ‚verminderten, was ihr
;chliessliches Aussterben zur Folge hatte; noch zu
\nfang unseres Jahrhunderts sollen Bogumilen in
unzelnen entlegeneren Landestheilen existirt haben;
jetzt sind sie vollständig verschwunden.
Von ihnen ist uns nichts weiter geblieben, als
hre merkwürdigen Grabstätten und oft weit auszedehnten
Gräberfelder, die sich im ganzen Lande,
jesonders häufig aber ın der Hercegovina vorfinden
ınd durch ihre meistens massiven Steinmonumente
auffällig machen.
Auf den Grabstätten liegen nämlich Steinblöcke
ron oft riesigen Dimensionen, vierseitig prismatisch
zugehauen, entweder nur ganz roh gearbeitet, ohne
'edes weitere Abzeichen, oder auch mit malteserkreuzihnlichen
Reliefs, oder mehr minder fein ausgearbeitet
nit erhabenen, arcadenförmigen, vergissmeinnichtihnlichen,
ringförmigen und anderen Zeichnungen;
jesonders reich daran ist das weite Gräberfeld beim
Dorfe Radmilovic nächst Bilek an der montenegrinischen
Grenze; auch Thiergestalten, kämpfende Reiter
ınd Bogenschützen finden sich ausgemeisselt (bei
Stolac).
Die zwei zunächst zu beschreibenden Schädel
sind zwei nebeneinander befindlichen Gräbern entı1o0mmen
vom Gräberfelde bei Stolac (Hercegovina)
an der Strasse nach Domanovic; beide Gräber waren
sehr oberflächlich, jenes des weiblichen Schädels (a)
ı‚hne den gewöhnlichen grossen Grabstein, das des
männlichen (5) mit einem einfachen, schweren Stein-)locke
bedeckt: in keinem Grabe irgend eine Beigabe.