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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 17=27.1897

— 179

gebildet sind Taf. I, Fig. 3 aus der Kiriteiner Höhle, *)
Fig. 4 und 5 aus dem Löss von Pausrum und dem
Rothen Berge bei Brünn. Alle zeigen deutliche Schlagmarken.

Obgleich kein Humerus ganz erhalten ist, so lässt
sich bei einem völlig erwachsenen Exemplar auf eine
grösste Länge des Humerus von 400 mm schliessen.
7. Ellenbogen (Cubitus). Von fünf Stück
sind alle ohne unteren Gelenkskopf; vier davon
zeigen den Bogen des Oleeranons abgeschlagen und
das Knochengewebe tief ausgekratzt; bei zweien ist
auch das Vorderende ausgehöhlt und zum Theile mit
Lehm und Sand erfüllt.
Taf. I, Fig. 6 (vom Rothen Berge).
8. Speiche (Radius). Von diesem Skelettheil
liegen sieben Exemplare vor, alle am unteren (distalen)
 Ende abgeschlagen, drei davon auch deutlich
ausgehöhlt (Taf. I, Fig. 7, aus der Slouperhöhle).
Bei Vergleichung mit dem Cubitus lässt sich die
wahre Länge des am distalen Ende stark abgeplatteten
 Radius auf annähernd 320 mm bestimmen.
9. Schienbein (Tibia). Von diesem massiven
Knochen erhielt erst im Herbste 1896 das Cabinet
aus der Lehmstätte der St. Thomas-Ziegelei ein in
festem Mergel ganz eingehülltes Exemplar, mit anhaftendem
 Wadenbein. Mühsam herausgelöst, zeigt
die vollständige Tibia eine Länge von 405 mm, mit
grösster Breite von 170 mm im proximalen (oberen)
Ende; das anhaftende Wadenbein (Fibula) ist 346 mm
lang. Eine zweite, etwas beschädigte Tibia aus dem
Knochendepöt der Wranamühle hat eine Länge von
380 mm; zwei Tibien, jüngeren Thieren angehörig,
sind künstlich abgeschlagen und am unteren Ende
ausgehöhlt; ein drittes endlich, etwas gebrannt, ist
auf beiden Seiten tief ausgehöhlt, mit Schlagmarken.
(Taf. I, Fig. 8, St. Thomas-Ziegelei.)
10. Oberschenkel (Femur). Von diesem
längsten Knochen des Rhinoceros (mindestens 500 mm
lang), besitzt das Cabinet nur zwei Bruchstücke,
308 bezw. 420 mm lang. Der obere (proximale) Gelenkskopf
 ist bei beiden abgeschlagen und das stark
abgeplattete Knochenende tief ausgehöhlt, wenn auch
die Schlagmarken nicht deutlich erkennbar sind.
11.Kniescheibe(Patella). Von diesem festen
Knochen besitzt das Cabinet aus dem Löss der

1) Einen gleich bearbeiteten, gut erhaltenen Humerus
aus der Wejpustekhöhle besitzt das Hofmuseum in Wien. Das
Franzensmuseum besitzt drei ausgehöhlte Humeri: aus Zazowitz,
 der Höhle Pekarna und aus der Spielberg-Ziegelei (vom
Jahre 1896).

Wranamühle ein sehr gut erhaltenes Exemplar, 104mm
lang, 80 mm breit, ganz unverletzt.
12. Fusswurzelknochen. Zwei Stück Calzanel
 aus der Slouperhöhle und aus dem Löss,
seide gut erhalten, 110mm lang; ferner ein Os
capitatum aus dem Löss, 76 mm lang und 62 mm breit.
Zwei Astragail (Joslowitz und Wranamühle),
zollständig erhalten, 82 mm lang und 72 mm breit
in der Mitte.
13. Zehenglieder. Zehn Stück Metacarpalznochen;
 von diesen sind zwei aus den Höhlen und
äiner (der grösste) aus dem Löss, vollständig, bis
‘98 mm lang und 64mm breit in der Mitte. Letz-;erer
 (Taf. I, Fig. 9) stark mit Russ geschwärzt und
calcinirt, mit theilweise noch anhaftender Kohlenrinde.
Sieben Stück Metacarpalknochen sind in ihrem
ınteren Ende bis zur Mitte abgeschlagen und theilweise
 ausgekratzt und gebrannt. (Taf. I, Fig. 10.)
Ferner neun Stück Metatarsalknochen, davon drei,
aus Höhlen stammend, vollständig erhalten; der
yrösste 176 mm lang und 45mm breit; die übrigen
sechs sind aus dem Löss, manche theilweise am Ende
ausgekratzt oder von einer festen Aschenrinde, die
im Inneren durch die Hitze zersprungen ist, einzeschlossen.
 (Taf. I, Fig. 11, theilweise durch Ab-1ehmen
 eines Theiles der Aschenkruste zerbrochen.)

Erklärung der Abbildungen auf Tafel I von Skelettheilen des
Rhinoceros tichorhinus Fisch. in !/, nat. Gr. (s = Schlagmarken).

Fig. 1. Vordertheil des Unterkiefers. Aus dem Löss der
Thomas-Ziegelei, theilweise mit Aschenrinde überzogen,
 linker Ast abgeschlagen.
Rippenbruchstück, Aus dem Löss der Franz Josefstrasse.

Linker Humerus, Aus der Wejpustekhöhle. beiderzeits
 ausgehöhlt.
Rechter Humerus. Aus dem Löss. von Pausram,
schraubenförmig ausgekratzt.
Rechter Humerus. Aus dem Löss des Rothen Berges,
beiderseits ausgehöhlt.
Linker Cubitus. Aus dem Löss des Rothen Berges,
beiderseits ausgehöhlt.
Linker Radius. Aus der Slouperhöhle, unten ausgekratzt.

Linke Tibia. Aus der Culturschichte der Thomas-Ziegelei,
 beiderseits ausgehöhlt und stark gebrannt.
Metacarpus. Aus der Culturschichte des Rothen Berges,
stark gebrannt, theilweise mit Aschenrinde versehen,
Metacarpus. Aus dem Löss des Rothen Berges, abzeschlagen
 und etwas ausgekratzt.
Metatarsus. Aus dem Löss der Thomas-Ziegelei, mit
tarker Aschenrinde, die theilweise abgelöst, im
nneren durch Hitze zerklüftet ist.
Fig. 9. 10 und 11 nach Photographien.)
            
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