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Makowsky Alex.: Der Löss von Brünn und seine Einschlüsse
von diluvialen Thieren und Menschen. Verhandl. des
naturf. Ver. in Brünn. XXVI. Bd., 1888.
Lössfunde von Brünn und der diluviale Mensch. Mitth
d. Anthrop. Ges,, Wien, XIX. Bd. 1889.
Ueber die Anwesenheit des Menschen während der
Lössperiode in der Umgebung von Brünn. Mitth. d
Anthrop. Ges, XX. Bd. 1890.
Der diluviale Mensch im Löss von Brünn mit Funden
aus der Mammutzeit. Mitth. der Anthrop. Ges., Wien
XXI Bd, 1892,
MaSska Karl: Der diluviale Mensch in Mähren, 1886.
Wankel H.: Die Slouper Höhle und ihre Vorzeit. Denkschriften
der k. Akademie der Wissenschaften, Wien 1868
Die prähistorische Jagd in Mähren, Olmütz 1892.
Wurmbrand, Graf G.: Die Lössstation von Joslowitz in
Mähren. Mitth. d. Anthrop. Ges., Wien. II. Bd. 1873,
und Denkschriften der k. Akademie der Wissenschaften,
Wien, 1879.
I. Das Diluyvium und seine fossilen Einschlüsse.
Als Bildungen der Diluvialzeit, welche auch die
Eisperiode in sich schliesst, erscheinen in Mähren
vornehmlich erratische Geschiebe, diluvialer Sand
and Schotter und endlich der Löss.
Erratische Geschiebe hochnordischer Gesteine,
mit erratischem Sand und Schotter der
einstigen Grund- und Seitenmoränen der nordischen
Eisbedeckung, sind blos im nordöstlichen Mähren
durch die Oderspalte eingedrungen und finden sich
zerstreut in dem etwa 45 km langen und bis 10 km
breiten Oderthale von Mährisch-Ostrau bis Bölten
bei Weisskirchen und in einzelnen Buchten dieses
Gebietes (so bei Neutitschein, Fulnek, Freiberg u. A.).
In diesen erratischen Ablagerungen sind bisher
keine Skelettheile diluvialer Säugethiere aufgefunden
worden.
Diluvialer Sand und Schotter, das Produet
Auviatiler Strömungen, finden sich in ganz Mähren.
vornehmlich in Buchten und in den Rändern hochgelegener
Terrains, mächtig abgelagert und geschichtet.
Theils auf festem Gestein (Syenit, Kalkstein und
Sandstein), theils direct auf marinem Tegel liegend, ist
der diluviale Sand und Schotter zumeist vom Löss
überlagert und schliesst nicht selten diluviale Thierteste,
und zwar vom Mammut, Rhinoceros, Pferd
und Renthier ein. (Rother Berg, Spielberg- Ziegelei.
Zwittawabucht bei Malomierschitz etc.)
Der Löss oder Diluvialthon, das obere,
also jüngere Glied der Diluvialperiode, ist ein leicht
zerreiblicher, kalkhaltiger Thon von gelblicher Farbe,
der bis zu einem Drittheil aus sehr feinem Sande
besteht. Ein grösserer Kalkgehalt äussert sich durch
die secundäre Bildung von Kalkmergelconeretionen
(Lösskindeln), die nicht selten in beträchtlicher
Menge im Löss enthalten sind und oft für Knochen
gehalten werden.
Der Mangel einer Schichtung, die völlige Abwesenheit
der Reste von im Wasser lebenden Thieren,
namentlich aber die schneewehenartig zu bedeutender
Mächtigkeit, in Buchten und an windgeschützten
Lehnen der Berge (in Brünn meist die Süd- oder
Ostseite der Berggehänge), anschwellende Lagerung
des Löss lässt denselben als ein subaöärisches
Product, als einen angehäuften Staub von zerstörten
und verwitterten Feldspathgesteinen erkennen.
Hiebei ist nicht ausgeschlossen, ja in hohem Grade
wahrscheinlich, dass der grösste Theil dieses Lössmateriales
nordischen Ursprunges ist, nämlich ein
durch Winde fortgeführter, kalkhaltiger Gletscherschlamm,
welchen die Gletscher der Glacialzeit vom
Norden her bis an die Randgebirge Böhmens,
Schlesiens und Mährens abgesetzt und nach ihrem
Rückzuge hinterlassen haben,
Während des nach Abschluss der Glacialzeit in
der Jüngeren Diluvialperiode folgenden Steppenklimas
führten heftige Luftströmungen, begünstigt durch
eine in Folge der niedrigen Temperatur spärliche
Vegetation, die staubartigen Theilchen des getrockneten
Gletscherschlammes in weite Ferne und bewirkten
an windgeschützten Stellen die Anhäufung
von Lössmassen, in welchen die Reste der gleichzeitigen
Thierwelt eingebettet erscheinen.
Die Lehmmassen in den Kalksteinhöhlen
Mährens und speciell der Umgebung von Brünn
Sloup, Kiritein, Kritschen etc.) müssen als degenerirter
Löss bezeichnet werden, nämlich als ein abgeschwemmter
und durch Strömung in das Innere
der Höhlen eingeführter Lehm, zugleich mit Sandund
Gesteinsgeschieben.
Die fossilen thierischen Einschlüsse im
Löss finden sich daher in der Regel in ungestörter
Lagerung, einzeln oder depötartig angehäuft, und
zwar an Stellen, die eine geschützte Lage besitzen,
so am Süd- und Südostabhange der Berglehnen.
Hier zeigen sich in Tiefen von 3—12 m Holzkohlenspuren
und mit Lehm gemischte Aschenlagen in
einer Ausdehnung von höchstens 30 qm und geringer
Mächtigkeit — bis zu 20 cm in muldenförmiger
Lagerung. Sie müssen als Lagerplätze des Menschen
in der Diluvialzeit gedeutet werden.