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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 17=27.1897

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ornamentik auf der oberen, gewölbten Seite, an den
Kanten; das Amulet ist mit zwei Bohrlöchern zur
Befestigung versehen. Gleichzeitig bilde ich noch
zwei Zierstücke aus Hirschhorn und Knochen ab
(Fig. 92, b und c), welche als Streufunde in die
Collection des Dr. MatıraKa-Prag kamen.
Zwischen den Gräbern, in den Steinlagen, wurden
nur sehr spärliche Funde in der nenlithischen Schichte
zemacht.
An der Mauer lag ein schmales, kleines Feuersteinmesser
 mit Gebrauchsspuren. Zwischen dem
Brandgrabe VI und der Feldwandung wurden einzelne
 neolithische, rohe, nichtornamentirte Scherben
von Bechern gefunden; auch kam dort ein vereinzelter
 Scherben mit Bandornament vor (Fig. 93 e)
Westlich vom Schädel des Grabes VII lagen
mehrere Fragmente einer Urne mit massiven Oesen
und Schnurornament (Fig. 93. h nnd ce). welche‘ vom

Bisher waren uns Gräber mit 1. sitzenden
Tockern, 2, gestreckten, horizontal liegenden Skeletten
und 3. Brandgräber bekannt. Zu diesen drei Katezorien
 reiht sich nun eine vierte, die der liegenlen
 Hocker in Steinkisten. Dadurch verändert sich
auch die Reihenfolge der Bestattungsarten, indem
wir noch vor die sitzenden Hocker die letztvefundenen
 liegenden Hocker stellen .müssen. wenn

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Fig. 92. Amulette aus rothem Stein
(darunter dessen Querschnitt). Hirschhorn und Bein (1/,).

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Fig. 91. Amulet aus Stein: obere und Seitenansicht (1/,).

Feuer geschwärzt waren; dieselben lagen über einem
Feuerherd, der der neolithischen Schichte angehörte.
Ausserdem wurden noch hie und da einzelne ornamentirte
 neolithische Scherben (dd), meist aber von Nutzgefässen
 gefunden; auch wären noch aus der tiefsten
Schichte zu erwähnen: Pfriemen aus Knochen.
Knochenspatel, Feuersteinknollen (Schlagstein), bearbeitete
 Hirschhornfragmente und ein angebohrter
Netzsenker aus Kalkstein.
In den Schichten der Nachbesiedelung, den Feuerherden,
 wurden ausser den bereits erwähnten vier
Reibsteinen nur einzelne Scherben gefunden, wenigeı
graphitirte, die dem Lausitzer Typus angehören und
mit jenen der Grabung IX vollkommen übereinstimmen.

Wenn wir nun einen Rückblick auf die Grabungen
in der neolithischen Ansiedelung bei Gross-Czernosek
werfen und die Gesammtergebnisse, besonders die
der letzten beiden Grabungen, zusammenfassen, so
rollt sich vor unseren Augen ein Bild auf, das uns
in die weite Vergangenheit blicken lässt.

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Fig. 93.
Neolithische Scherben mit Schnur- und Bandornament a-e (1/,).

wir nicht nahezu eine Gleichzeitigkeit dieser beiden
Bestattungsformen in unserer Ansiedelung annehmen
wollen. Diese liegenden Hocker der Grabung X
ruhen alle auf der rechten Seite, wenn auch
sonst ein übereinstimmendes System in der Lagerungsrichtung
 nur bei einigen zutrifft. Alle acht Skeletyrüber
 aber stimmen auch in den Maassen der Grabanlage
 überein und während das Grab III eine wirkliche
 Steinkiste . bildet, sind die übrigen Gräber
zleichartig mit Steinen umgeben und gedeckt, und
schliesslich beobachteten wir noch eine gleichartige
Ausfüllung der Grabintervalle sowohl, als auch eine
zleichartige Steindecke über der Grüberstätte. so
            
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