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sehr sporadisch. Mit einer anthropophagen Mahlzeit
zönnen wir es hier kaum zu thun haben, was im
Grabe IV eher zu glauben möglich wäre.
Alle Wahrnehmungen, die an diesem Grabe gemacht
wurden, sprechen für eine Bestattung mittelst
Feuer, und zwar an Ort und Stelle. Zunächst wurde
ein grosses Feuer so lange unterhalten, bis die Leiche
vollkommen verbrannt war — darauf deutet die
yrosse Menge von Asche (0:65 m) hin —. dann wurde
Fiss. 88.
„legvender Hocker. verstümmeı.
In
RW!
Fig. 89. Sitnation der Urnen in Grab VIL
diese zusammengehäufelt und dieselben Anordnungen
getroffen, wie bei anderen Gräbern. Die Asche wurde
einfach mit grossen Steinen umgeben und, um sie gesondert
beisammenzuhalten, mit einer grossen Platte
gedeckt. Gefässscherben wurden in der Asche keine
gefunden.
Nördlich anstossend lag das
Grab VII, dessen Anordnung dem von I und II
vollkommen entspricht.
Der gegen Süden liegende Kopf war mit dem Gesichte
nach Osten gewendet. etwas gehoben und lag auf
ner Phonolithplatte, umgeben von drei gut erhaltenen
Jrnen, die ersten Beigaben, die in dieser Begrähbniss-;tätte
gefunden wurden, Die in Fig. 89 abgebildete
Situation zeigt uns, dass die grössere Topfurne vor
ler Mitte des Schädels stand, die kleinere, ornanentirte
Urne vor der Stirne und der kleine Becher
znapp beim Munde deponirt war. Fig. 90 zeigt
ıns die drei Grabgefässe und wäre nur noch zu
bemerken, dass beide Topfurnen gehenkelt sind und
der Becher mit zwei kleinen Oesen versehen ist,
Das Ornament der mittleren Urne besteht aus einem
horizontal umlaufenden Bande von mehreren parallel
eingeritzten Linien, von dem nach abwärts, bis unter
den Bauchumbruch, ein fünfmal im Umfange sich wiedernolendes,
kurzes Zickzackband von je drei parallelen
Linien begrenzt ist. Je zwei Zickzackbänder, nahe
aneinander gerückt, zieren die Urne zu beiden Seiten
des Henkels, während das fünfte Verticalband entgegengesetzt
des Henkels angebracht ist.
Beide Henkelurnen sind gut gebrannt und geglättet,
während der Becher aus dunkelgrauem Thone
besteht, schwach gebrannt und nicht geglättet ist.
Dem Materiale und der Form nach stimmen sie
vollkommen mit jenen Urnen überein, welche ich
Bd. XXV, 5S. 47, abgebildet und beschrieben habe.
Um die Urnen lag zerstreute Asche mit Holzkohlenstücken,
darunter auch einige Unioschalen, Dieselben
waren theils mit Asche und theils mit Modererde
gefüllt. Das weibliche Skelet hatte kräftige Knochen,
war gut erhalten und gehörte einem Individuum der
mittleren Jahre an. Unter demselben befand sich
ein flacher Brandherd, der wohl weniger zu diesem
Grabe gehörte; die Bestattung ist aber etwas jüngeren
Datums als der Herd,
Dieses Grab ist das seichteste von allen; kaum
| m tief, war es in der obersten Schichte der Steindecke
gebettet, 1 m lang und 0:5 m breit. Mit grossen
Steinen eingefasst, war auch hier die elliptische Form
Jeutlich sichtbar. Ueber demselben befand sich eine
Lage von verschiedenartigem Gerölle.
Es scheint, dass hier ein Zusammenhang besteht
nit früheren Bestattungen, da wir uns mit der Graung
nördlich der Skeletgräber 29 und 30 (siehe
Situationsplan, Bd. XXV, S. 31) befinden. Hier wie
dort ist beinahe die gleiche Tiefe constatirt; auch
lort finden wir vertical gestellte Platten und eine
\nhäufung von Steinen. Der einzige Unterschied besteht
darin, dass jene Bestattungen liegende, gestreckte
Skelette enthalten, während wir hier in
ıcht Gräbern liegende und hock ende Skelette finden.