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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 17=27.1897

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gebildet und beschrieben habe.) Es sind wieder vier
Lagen über einander geschichteter Platten, die eine
gerade Mauerflucht gegen Osten bilden. Diese Mauer,
welche in der tiefsten Schichte über dem Mergel aufgelagert
 ist (Tiefe 1'55 m), ist durchschnittlich 055 m
breit und in sich 045m hoch: dieselbe verläuft,
wie gesagt, 2‘50 m gegen Norden und verschwindet
da in der Feldwand, so dass sie bei einer späteren
Grabung weiter verfolgt werden kann,
Ob und welchen Zusammenhang diese Mauer mit
der Begräbnissstätte hat, wird die Folge lehren;
heute können wir keinerlei Schlüsse ziehen. da die

ithischen Culturschichte aufgebaut ist und nicht
in die jüngeren, darüberliegenden Herde der Nachbesiedelung
 hineinreicht. Dieselbe ist wie die Gräber
mit der gleichen Steinschichte gedeckt.
In westlicher Richtung vom Grabe IV und 50 cm
jenseits der Mauer entfernt wurde eine grosse elliptische
 Phonolithplatte (Länge 1m, Breite 0:45 m),
die in der obersten Steinschichte lag, gefunden und
vorsichtig gehoben. Darunter befand sich das
Grab VI mit nahezu vollständiger Verbrennung
 des Skeletes, In einer kreisförmig angehäufelten
A\schenlage mit Holzkohlenresten und sichtbarem

Fig. 87. Liegender Hocker in einer Steinkiste.,

Begräbnissstätte sich westlich hinter der Maner in
derselben Weise und Anordnung der einzelnen
Gräber fortsetzt.?) Aus der Lagerung der Mauer
ist zu ersehen, dass dieselbe innerhalb der neo-1)
 Diese, dort südöstlich endende Mauer, ist vom südlichen
 Anfangspunkte (in nordöstlicher Richtung) der heuer
ausgegrabenen Mauer circa 10-—12 m entfernt,
?) Es ist anzunehmen, dass sowohl die Mauer, wie auch
die Begrübnissstätte sich nordwärts des ganzen Gräberfeldes
in das noch undurchforschte Feld des J. Parrne erweitern,
weshalb ich in thunlichster Bälde das nächstliegende Terrain
abzugraben gedenke. Grab JT und VIT reichen üher die Hälfte
in die Feldwand hinein,
Bei weiterer Durchforschung des Gräherfeldes ist es ja
möglich, dass sich gewisse Reihenfolgen, z. B. parallel der
Richtung von I und II, über Grab VII und auch IX in nördlicher
 Richtung zeigen werden. Auch zur Reihenfolge der
Gräber IIT, IV, VI und VII können in paralleler Anordnung
wie V nördlich noch Reihen folgen.
Die bis zur Tiefe der Gräber II und VII fortgesetzte gleichartige
 Lagerung der Steine lässt jedenfalls eine Fortsetzung
des Gräherfeldes nach Norden mit Bestimmtheit annehmen

Feuerherd lagen Reste von angebrannten Fuss- und
A\rmknochen, Unterkieferfragmente und Schädeltheile.
Nebst einigen Unioschalen wurden auch Splitter
von gespaltenen Thierknochen constatirt, sonst aber
bei genauer Untersuchung dieses Brandgrabes
und seiner Umgebung ausser einigen neolithischen
Scherben nichts weiter gefunden.
Das Grab, welches einen Durchmesser von 0°5 m
hatte, war ebenso mit grösseren Steinen umgeben
und gedeckt, wie die anderen Gräber.
Dieses neolithische Brandgrab, das unter
anderen Gräbern gleicher Anordnung einer älteren
Zeitphase angehört, erbringt den Beweis, dass, wie
'rüher erwähnt,!) diese Art der Bestattung, schon
ın der Steinzeit Eingang gefunden hat, wenngleich
Nach Süden zu liegen dem Grabe V die Bestattungen
der Grabung V (Nr. 29 und 30) am nächsten, circa 4—5 m
entfernt.
ı) Mittheilungen d. Anthrop. Gesellsch. in Wien 1895.
Bd. XXY. S. 189 u. s. f.
            
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