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westecke des nachbarlichen, abgebauten Kalksteinbruches
aus. Die neolithischen Aschenschichten verringern
sich gegen Osten zu in diesem Bruche und
anden ganz im MNordrande; dort, wie .am Ostrande
sehen wir zwar mächtige (2—2°5 m) Schichten
über dem Mergel, aber bei näherer Besichtigung und
Untersuchung finden wir, dass dies nur herabgeschwemmtes
Erdreich ist. Hie und da wird ein
Herd gefunden; auch kam heuer ein Urnengrab mit
Leichenbrand zum Vorschein, ein Beweis, dass von
dieser (der östlichen) Seite her unsere Station in der
Bronzezeit besiedelt wurde.
Die westliche Grenze der neolithischen Ansiedelung
ist durch den Fahrweg neben dem Felde Franz
Partnz’s gegeben, während die nördliche Abgrenzung
wahrscheinlich weit über die drei Felder hinausgeht
und erst im steileren Aufstieg des Mittelgebirgsxyeländes
ausläuft.
in ausserordentlich schöner Beinlöffel oder löffelırtiger
Spatel gefunden wurde. ©
Fig. 84 zeigt uns dieses schöne Artefact, welches
sammt Stiel 20 cm lang ist. Der Löffel selbst ist
55 cm lang und an der Basis 3‘5 cm breit. Der
Stiel ist rund geschnitten und am Ende mit einem
Loche zum Aufhängen versehen. Ob dieses Object
2eolithisch oder bronzezeitlich ist, kann nicht mehr
zonstatirt werden, da dessen Lagerung nicht klarzestellt
werden konnte.
Die Grabung X nun wurde von dem früher bezeichneten
Punkte aus westwärts, anlehnend an die
Grabungen V, dann II, vorgenommen, erbreiterte sich
bis zu 3'5m und endete etwa in dem einspringenjen
rechten Winkel der Grabung II. (Siehe Situa-‘“jonsplan,
Bd: XXV, S. 31.)
Die Länge des abgegrabenen Stückes betrug 25 m.
Die abgegrabene Culturschichte gehört zwei Perioden
an, wovon die jüngere. die Bronzezeit. der älteren, der
zo
Fig. 84. Langgestielter Löffel aus Bein (1/,).
Fig. 83. Lampe ır, aus Thon (?/).
Ich hatte bisher keine Gelegenheit, nördlich von
diesen drei Feldern Versuchsgrabungen vornehmen zu
können. Die Grabung VII ergab bis zum nördlichsten
Punkte die gleiche Mächtigkeit der Culturschichte:
ausserdem wurde in der ganzen Länge kein bronzezeitliches
Artefact, über dem Feuerherde 14 hinaus,
mehr constatirt, so dass die bronzezeitliche Nachbesiedelung
wohl grösstentheils nur die Felder der
H. Hausmann und NırkoLaus Parta) deckt und sich über
die südlichePartie des Feldes Franz Partue’s erbreitert
Die weiteren Grabungen, die Jährlich und stückweise
ın nördlicher Richtung fortgesetzt werden,
vervollständigen uns das Bild, so dass wir seiner
Zeit, nach Durchforschung des ganzen Terrains, einen
klaren Ueberblick über die ganze Situation gewinnen
werden.
Bevor ich mit der heurigen Grabung X auf dem
westlichen Felde, von dem Punkte, wo die Grabungen
V und VII zusammentreffen, westwärts beginnen
konnte, musste ein stehengebliebener Block abgetragen
werden, in welchem nebst einigen gewöhnlichen
Artefacten (Knochenpfriemen und Fenersteinschaber)
1eolithischen Periode, als Nachbesiedelung übergelagert
ınd in der neolithischen ungestörten Aschenlage,
wie früher erwähnt, eingetieft ist.
Das Profil (Fig. 85) zeigt uns über dem Mergel C
1:65 m tief) und theilweise in demselben eingetieft
lie Steinschichte der neolithischen Grabstätten 4 mit
stark gekrümmten Skeletten (liegende Hocker), welche
‘heilweise in Steinkisten oder mit Steinpackung betattet
sind. Die Zwischenräume der Gräber sind mit
zrossen und kleinen Roll- und Bruchsteinen auszefüllt.
Ueber den Gräbern zieht sich eine Steindecke
is zur Tiefe von 1m hin. Bis zu dieser Schichte
herab sind die Herde der bronzezeitlichen Nachyesiedelung
eingetieft, wovon der ın Fig. 85 B bildlich
dargestellte einen Durchmesser von 6—8 m hat.
Die grösste Mächtigkeit der Aschenlage beträgt 0°5 m.
Ueber diesem Brandherde und mit demselben
zusammenhängend sehen wir eine seichtere Wohnstätte
£, wo nebst vielen rohen und graphitirten
Scherben vom Lausitzer Typus auch Estrichstücke
mit Zweigabdrücken gefunden wurden.
Im Feuerherde (bei D) lagen vier. Reib- oder
Mahlsteine, langoval mit stark konischer Rückseite
und planer Mahl- oder Reibfläche.