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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 17=27.1897

D3

Im Frühjahre 1896 wurde im östlichen Steinbruche
 des H. Nıxkonaus Parrtae ein grosses Stück der
Culturschichte abgetragen. Auch hier kommen mächtige
Einsenkungen der Nachbesiedelung vor, die oft die
ganze Culturschichte durchgreifen und bis auf den
Mergel hinabreichen. Aus diesen Nachbesiedelungsgruben,
 Herden und Wohnstätten ist eine Localität
(Fig. 82 A) bemerkenswerth, die, bis auf den Merge]
eingesenkt, in einer Ausdehnung von 5m Durchmesser
 nach zwei Seiten hin aussen bedeutend
gehoben erscheint und auf den Ausgangspunkten,
sowie im tiefsten Centrum je einen vertieften, konischen
 Feuerherd (a, b. ec) hatte. Der unterste ist bis

Diese Lampe ist aus einem Stück Thon modellirt,
nat einerseits ein Ausgussrohr zur Aufnahme des
Dochtes und entgegengesetzt eine Handhabe. Das
ırstere hat eine enge Oeffnung, welche mittelst
Durchstechen erzeugt wurde.
Die Lampe ist aus grauem Thon erzeugt und
zut gebrannt. Deren Form weicht vollständig ab
‚on den flachen Formen, die uns aus verschiedenen
neolithischen und bronzezeitlichen Stationen Böhmens
ınd Mährens bekannt sind und die vor Allem eine
weite Oeffnung zur Aufnahme des Dochtes haben,
während hier diese Oeffnung eng ist und schliessen
set, dass man bereits dünnere Dochte, wahrschein-1

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Fig. 82. Bronzezeitliche Wohnstätte (4) mit mehreren Feuerherden a. b unc
in den festen Mergel eingegraben. Das Ganze scheint
blos eine Wohnstätte gewesen zu sein, während die
drei Feuerherde zu Küchenzwecken benützt wurden.
Die ganze Tiefe dieser Culturgrube beträgt hier bis
auf den Mergel 1:75m bei einer Mächtigkeit von
0:75 m der aufgelagerten Aschenschichte in der
Wohnstätte.
In diesen Schichten wurden viele Scherben grosser
und kleiner Gefässe gefunden, darunter nur wenige
einfach ornamentirt und graphitirt. Ausserdem wurde
eine kleine Urne mit kurzem Halse und stark
bauchigem Körper und eine kleine Krugurne mit
schlankem Halse, bauchig und gehenkelt, gefunden.
Beide Gefässe sind geschwärzt. Auch ein Wirtel aus
Thon kam vor. Interessant ist besonders eine Lampe
(Fig. 83), die ebenfalls in der Aschenlage, wohl erhalten.
 gefunden wurde.

lich gedrehte, und flüssigeres Brennmaterial verwendete.
 *)
Auf diesem Felde, wo ich ursprünglich am Fusse
Jes Anstieges vier sitzende Hocker?) fand, hören
jetzt, seit der Abflachung, die Gräber ganz auf. Auch
Jie neolithischen Abfallsgruben und Herde sind seltener
zeworden, dagegen nehmen die bronzezeitlichen Wohn-;tätten,
 Herde und Abfallslöcher zu und sind ebensn
wie im westlichen Felde (Franz Partue) als Nachjesiedelung
 in den neolithischen, bis 2m tiefen
Culturschichten eingesenkt.
Diese Vor- und Nachbesiedelung zieht sıch am Ostrande
 des Feldes nördlich hin und läuft in der Nord-1)

 Die Deutung dieses Stückes als Lampe ist recht fraglich.
 Anm. d. Red.
2) Mittheilungen d. Anthrop. Gesellsch. in Wien 1895
Bd. XXV. 8. 31. Situationsplan, Grabung VIII. Grab 25-—28.
            
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