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Dieser bronzezeitliche Töpfer hatte die Werk.
statt knapp neben seiner Wohnstätte erbaut und
sein Handwerk bereits in ausgedehnterem Maasse
betrieben. Früher hatten wir beides unter einem
Dache vereint gefunden, auch war nur ein Brenn:
ofen vorhanden. Hier scheinen mehrere Personen
zusammen gearbeitet zu haben, immerhin aber finden
wir genau dieselben Typen in den Gefässresten, dasselbe
Material und dieselbe Brennmethode.
Es scheint nach alledem die Töpferei bereits ın
der älteren Bronzeperiode eine Art selbstständiges
Gewerbe gebildet zu haben; es befassten sich also
specielle Personen mit der Massenerzeugung de»
Keramik und wurde vielleicht auch in weitem Umkreise
dieser Ansiedelung Handel mit Nutzgefässen
and Urnen getrieben. Die Gleichartigkeit dieser
Keramik mit jener der Gräber derselben Zeit in
and um Lobositz deutet auf eine gleichmässige
Nachbesiedelung der neolithischen Stationen dieser
Gegend hin. Auch die Entwicklung der Verzierungstechnik,
die Gleichartigkeit im Materiale ist sowohl
hüben, als drüben der Elbe zu beobachten.
Die Beschaffenheit der Wohnstätte ist noch ganz
die gleiche, wie in der Steinzeit; derselbe Hürdenbau
bei versenktem Bodenniveau, derselbe Hürdenanwurf
und auch dasselbe Deckmateriale.
Die Behelfe, die bei der Töpferei verwendet
wurden, sind ganz die gleichen, überdies finden wir
dieselben Hausgeräthe mit wenigen Ausnahmen noch
in Verwendung.
Ausser dem Metall und der Keramik sehen wir
eine wesentliche Uebereinstimmung in beiden aufeinanderfolgenden
Culturepochen, d. h. der Jüngeren
Steinzeit und diesem Abschnitte der Bronzezeit, der
sich uns als Lausitzer Typus in der Keramik
charakterisirt.
Wir werden daher keinen Fehlgriff thun, wenn
wir annehmen, dass bei uns dem Neolithiker in nicht
gar langer Zeit der metallkundige Culturmensch
gefolgt ist und Besitz genommen hat von den verlassenen
Siedelungen seines Vorgängers. Die Ansiedelung
von Gross-Czernosek macht den Eindruck, als
ob hier, wie schon früher erwähnt, der Neolithiker
bereits abgezogen, südlich oder östlich weiter gewandert
und die erste Culturstätte vollkommen verödet
war, als, in entgegengesetzter Richtung drängend
die Horden der zweiten Besiedelung eintrafen und
sofort die alte, verödete Wohnstätte in Besitz ergriffen
und ein neues Volk das schöne KElbethal
helehte.
Ausser den beschriebenen Funden dieser IX. Graung
sind noch einige Streufunde zu erwähnen,
Jeren Zugehörigkeit nicht genau festzustellen ist, da
Jieselben keine besondere Charakteristik an sich
ragen.
Es sind dies: eine bearbeitete Hirschhornzacke,
ain stumpfes, pfriemartiges Beininstrument, ein runder
Beinstiel (wahrscheinlich einer stumpfgelappten neolithischen
Pfeilspitze angehörend), mehrere Spatel
und Glätter. letztere aus Rinnen gefertigt und stark
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Fig. 80. Runde, gelochte Thonscheibe (!/,).
abgenützt, Wirtel, Pfriemen aus Knochen, eine kleine,
runde und gelochte Thonscheibe (Fig. 80) und verschiedene
Scherben aus den neolithischen, viele aus
Jen bronzezeitlichen Nachbesiedelungsschichten, auch
zleinere Gefässe, deren Form in beiden Epochen
vorkommt.
Dazu kommen noch aus dem Reste der überworfenen
Aschenlage ein unfertiger Hirschhornhammer,
ähnlich dem in der ersten Abhandlung beschriebenen,
nur dass der vorliegende noch kein fertiges Schaftloch
besitzt. sondern baidersaeits erst angebohrt ist.
Fig. 81. Hirschhornhacke /(Feldgeräth) mit. Schaftloch (1/,).
und ein grosser Knochendolch oder Pfriem, aus dem
Wadenbeine des Hirschen hergestellt. mit sehr scharfer
Spitze.
Im darauffolgenden Winter wurde von Seite des
Besitzers, H. Franz Parts, ein kleiner Theil, der seiner
Zeit von der Grabung III stehen bleiben musste, abzetragen
und nebst vielen neolithischen Scherben,
rerschiedenen Thierresten eine prachtvolle Feldhacke
Fig. 81) aus Hirschhorn, mit rundem Schaftloche,
zefunden. Dieselbe hat eine Länge von 21:5 cm
und ist aus einer 6 cm starken Geweihsprosse gefertigt.
Die Schneide ist auf ein Drittel der Länge
zugehauen; dieses Feldgeräth scheint noch nicht im
xebranche gewesen zu sein.