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gut erhalten; der Kopf des ersten war der Länge
nach, der des zweiten Hundes hinter der Schnauze
quer durchhackt. Beide Hunde waren bis 0:7 m mit
Steinen bedeckt und in und unter ungestörter neolithischer
Culturschichte gebettet, so dass wir diese Hundedoppelbestattung
der Steinzeit zuschreiben müssen.
Fig. 78. Bronzezeitliche Hundebestattung.
Hundebestattungen sind sowohl aus der neolithischen
Culturepoche, als auch aus jüngeren Perioden
bekannt, doch ist mir in der Literatur eine derartige
Doppelbestattung noch nicht vorgekommen.
Dem treuen Begleiter des Menschen ist hier in
dankbarer Zuneigung eine Ruhestätte geschaffen
worden. Wie es scheint, sind beide Hunde als Vertheidiger
des Herrn im Kammpnfe verwundet ander durch
Fig. 79 Fragment eines Gefässbrennofens (1/.).
wuchtige Hiebe einer Steinaxt getödtet worden, todt
oder schwerverwundet nach Hause geschleppt und
in der Nähe der Wohnstätte innerhalb der Ansiedelung
bestattet worden.
Nördlich von dieser eigenthümlichen Bestattung
fand ich einen Küchenherd, der zur Hälfte in der
Feldwand verlief, daher mit aller Vorsicht ausgegraben
werden musste.!) Dieser Herd von 2 m Durchmesser
1) Abgebildet in den Mittheilungen d, Anthrop. Gesellsch.
in Wien 1895. Bd. XXV. S. 190. Fie. 271C.
var sichtbar in der neolithischen Culturschichte einzetieft
und erwies sich durch seine Gefässreste als
ler Bronzezeit zugehörig. Die bis 1°8 m nahezu
<reisrunde, vertiefte Sohle war stark ausgeglüht
lurch einen dauernden, intensiven Brand und lagerte
larauf eine starke, weisse Holzaschenschichte. Darüber
kam Holzasche mit Holzkohle gemischt und
über dieser 1 m starken Schichte lagen eine Unzahl
verbrannter Lehmklumpen (Estrich), Thonschlacken
and Scherben von verschiedenen stark- und dünnwandigen
Gefässen vom Lausitzer Typus. Westlich
von diesem Herde wurde eine Wohnstätte mit drei
verschieden tief liegenden, kleinen Gefässbrennöfen
durchgegraben. Dieselbe ist bei einem Durchmesser
von 3'5 m, im Zusammenhange mit dem
vorigen Herde, 1°5 m eingetieft.!) Diese Wohnstätte,
war die eines Töpfers, und befanden sich unter dem
Bodenniveau drei ungleich grosse Gefässbrennöfen,
wovon der grösste mit verschiedenen Scherben und
Schlacken erfüllt war. In denselben standen, um den
‚beren Rand gruppirt, noch die einzelnen Theile der
)fenwandung (Fig. 79), welche ebenso hoch wie die
’rühere Fig. 75, jedoch mit verbreitertem Fusse und
zleich starker Wandung erbaut war. Dieselbe war
aussen mehrfach überstrichen, vollständig durchzlüht,
innen stark russgeschwärzt. Dem Materiale
nach bestand diese Ofenwandung aus Lehm, welcher
stark mit Weizenspreu durchsetzt war. ;
Die weitere Beschreibung der Töpferwerkstätte
kann hier wegbleiben, da sie bereits im Jahrgange
1895 dieser Mittheilungen, S. 190. an der Hand der
Abbildung gegeben ist,
Ich will nur kurz erwähnen, dass über dem Boden
ler Werkstätte Rohmaterial (Sand mit feinem Ziegel-‚hon
gemengt) in grösserer Menge angehäuft war;
Jasselbe musste etwa 1km weit getragen werden,
da in unmittelbarer Nähe weder Thon nach Sand
rorhanden ist.
In den Schichten ober dem Estrich, dessen Theile
ınmittelbar auf dem Rohmateriale auflagen, wurden
ıun erhaltener Hundeschädel (ganz gleichartig der
heutigen Dorfhunderasse), Töpferspatel und Glätter,
zus Rippen gefertigt und stark abgenützt, Pfriemen
and eine kleine Urne von gewöhnlicher Form gefunden.
.
Die keramischen Reste und Fragmente dieser
Töpferhütte sind ebenso wie früher solche, die dem
Lausitzer Typus angehören.
1) Abgebildet in den Mittheilungen d. Anthrop. Gesellsch.
n Wien 1895. Ba. XXY, S. 190. Fie, 271 DB.