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zusammen mit bemalten geometrischen Vasen gefunden
worden ist,!) deren Eigenthümlichkeit darin
besteht, dass sich an dem dem Nadelansatz gegenüberliegenden
Bügelende ein quadratisches Blech
findet, ist auch in Schlesien vertreten.*) Ebenso ist
die in Griechenland häufige Kahnfibel in Schlesien
gefunden worden.®)
Bekanntlich haben Semrer*) und nach ihm Coxze ®
in ausführlicher Darlegung das geometrische Ornamentationssystem,
wie es die ältesten hellenischen
Vasen anfweisen, für gemeinarisch erklärt; die
Hellenen hätten dasselbe, wie die anderen Völkeı
Mitteleuropas, als gemeinsames Erbtheil aller arischen
Völker schon gekannt und verwendet, bevor sie ihre
Wanderungen aus dem Norden nach dem Süden angetreten.
hätten. Das war entschieden ein Irrthum
wenn Coxze dasselbe für gemeinarisch hielt, aber
darin war er, wie soeben nachgewiesen wurde, ebensc
entschieden im Rechte, wenn er die Ansicht aus
sprach, dass die Hellenen dasselbe schon fertig aus
ihren früheren nordischen Sitzen nach Griechenland
gebracht hätten. Hat wenigstens in dieser Hinsicht
sich die Conze’sche Theorie als richtig erwiesen, so
ist im Laufe der Jahre die Unhaltbarkeit der nun
jetzt allgemein aufgegebenen Ansicht Hensıic’s, nach
welcher das geometrische Ornamentationssystem
semitisch-orientalischen Ursprungs sel,°) zu Tage geı)
Archäologisches Jahrbuch. III, 356.
?) LanGennax, a. a, O., Taf. II, Fig. 9a, 9b und 16.
5) LanGenHan, a, a, O., Taf. NM, Fig, 11.
*) Seumper, G., Der Stil in den technischen und tektoni
schen Künsten. München 1860-—63, IT, 138.
5) Conze, A., Zur Geschichte der Anfänge der griechischer
Kunst. Wien 1870, 73. Später hat derselbe unter dem Ein
flusse der gleich zu erwähnenden Ausführungen Hunnic’s seine
Ansicht dahin modificirt, dass er zwar den von diesem angenommenen
assyrischen Ursprung zurückwies, jedoch es al:
wahrscheinlich bezeichnete, dass dieser Stil überall im Anfange
der künstlerischen Entwicklung entstand (Annali 1877,
p- 384—397). Conze’s Theorie hat dann Rayır vollständig
wieder aufgenommen, Derselbe bemerkt, dass die wenigen in
Assyrien (Kujundschik) und Palästina (Jerusalem, Gaza
Askalon) gefundenen Fragmente geometrischer Vasen, auf die
Heınıic seine Ansicht stützte, nicht hinreichen, um diese An:
sicht zu begründen; derselbe legt ferner grosses Gewicht aut
das Vorkommen des bei den meisten arischen Völkern nach:
weisbaren Svastika auf den hellenischen Gefässen und bemerkt,
dass kein einziges der Grundelemente des geometri
schen Stils, wie sie auf den hellenischen Gefässen erscheinen
sich auf den Denkmälern Babylons und Niniwes, Syriens und
Phöniziens finde, (0, Rayzr et M. ConLıGxon, Histoire de 1:
ceramique grecque, Paris 1888. P. 20—33,.)
6) Hz.zıc, Lettera di W. Hrısıc a A. Coxze, Osservazion)
sonra la provenienza della decorazione gveometrica. Annali
oreten. Die Geschichte der Frage nach der Herkunft
les auf den hellenischen Vasen zur Anwendung gezommenen
geometrischen Stils 1st neben ihrer engeren
Bedeutung auch noch deshalb für uns von besonderem
Interesse, weil sie in dem engen Rahmen einer Frage
lie zwei entgegengesetzten Strömungen deutlich erkennen
lässt, von denen die ganze vorgeschichtlicharische
Alterthumskunde bis in die neueste Zeit beherrscht
wurde; während man auf der einen Seite
lie Cultur des arischen Urvolkes sich nicht hoch
genug vorstellen zu sollen glaubte und demselben
sogar die Kenntniss fast aller Metalle zuschrieb, war
nan auf der anderen Seite der Ueberzeugung, dass
alle Elemente der höheren Cultur, die sich bei den
arischen Völkern finden, auf.den Einfluss der vorderaslatisch-ägyptischen
Cultur zurückgeführt werden
nüssten, eine Ansicht, die seit dem Sturze der alten
Hypothese von der asiatischen Herkunft der Arier
ınd seitdem man den vorgeschichtlichen Alter-:hümern
Europas eine erhöhte Aufmerksamkeit und
ain eingehenderes Studium zugewendet hat, von Tag
zu Tag mehr an Anhängern verliert.!)
1875, p. 221-—253. Mit Recht wendet darin derselbe gegen
Jonze’s Ansicht, dass dieser Stil das gemeinsame KErbtheil
ıller arischen Völker sei, ein, dass die in den Terramaren
beritaliens gefundenen Gefässe zwar gerade und krumme
„inien sammt Punkten in ganz willkürlicher Anordnung aufweisen,
jedoch ein eigentlich decorativ-geometrisches System
vermissen lassen und nur einige wenige Thon- und Bronze-)bjecte
Dreiecke, Kreise, Gruppen von geraden Linien aufweisen,
die gleichfalls nicht als geometrisches System ge-10mmen
werden könnten. Dagegen weiss derselbe dafür, dass
auf den ältesten geometrischen Gefässen Griechenlands keine
>rientalischen Thiere vorkommen, noch das Pflanzenornament
Verwendung gefunden hat und für die Frage, wie dieser Stil
nach Mitteleuropa gekommen sei, entweder gar keine oder
nur schwache Erklärungen vorzubringen. Hreısic’s Ansicht
hat sich Dumoxr (Bulletin de correspondance hellenique, 1888,
9. 374-—382) angeschlossen. Zu bemerken ist noch, dass
Dyrnor und Cnrıez, welche die in den Ruinen von Kujundschik
gefundenen Fragmente von geometrischen Vasen in dem
zweiten Bande ihrer Histoire de V’art dans V’antiquite. Paris
1889, p. 713, Fig. 372—379, abbilden, dieselben in die Zeit
zwischen dem IX. und VII. Jahrhundert setzen. Rayer glaubt,
lass dieselben dorthin entweder durch Reisende, Söldner oder
zefangene gebracht worden seien.
ı) Ein Gegenstück zu der soeben besprochenen Ansicht
Heszic’s über die Herkunft des geometrischen Ornamentationsstils
und auf denselben Grundanschauungen beruhend ist
ler von demselben Gelehrten in einem am 31. Mai 1895 in
ler Pariser Academie des Inseriptions et Belles-Lettres ge-1altenen
Vortrage über die mykenische Cultur unternommene
Versuch, diese Cultur als phönizisch nachzuweisen, Aus der
auf diesen Vortrag folgenden bemerkenswerthen Discussion
7. und 14. Jnni) möge inshesondere auf die Ausführungen