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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 17=27.1897

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Identificirungen und der eruirten gewerbsmässigen Verbrecher,
 andererseits in der Abnahme der Zahl der
internationalen Gemeingefährlichen und, was das Wichtigste
 ist, in der Abnahme der Zahl der begrabenen
Namenlosen und der Zahl der unschuldig Verhafteten!
Wegen der wissenschaftlichen Ausnützung
der Fälle hochinteressanter Daten der Messkarten zu
anthropologischen Zwecken bin ich bereit, seinerzeit
mit den competenten Mitgliedern der anthropologischen
Gesellschaft in Verbindung zu treten.“

2, Herr stud. jur. Vladimir Levec in Graz ühersendet
 folgenden
Bericht über die diesjährigen Arbeiten hinsichtlich
der Durchforschung des Draufeldes in flurgeschichtlicher
 Beziehung.
Der Berichterstatter begann seine diesjährigen
Arbeiten mit einer im Vereine mit Herrn Dr, P_EıskEr
vorgenommenen Durchsicht des in der steiermärkischen
Landesbibliothek verwahrten einschlägigen Kartenmateriales,
 das leider unvollständig befunden wurde.
So fehlen beispielsweise die Flurkarten von Pleterje,
Pongerzen und Jabling, während die dazugehörigen
‘alten) Parcellenprotokolle vorhanden sind.
Mit der urkundlichen Forschung wurde in der
zweiten Hälfte Juli eingesetzt und zunächst das Urbar
der Pettauer Klöster (Minoriten und Dominikaner) aus
dem Jahre 1440 (früher Hs. 3793, jetzt im Specialarchiv
 Pettau des steiermärkischen Landesarchives)
durchgenommen. Ende Juli wurde das genannte Archiv
wegen Reconstructionsarbeiten geschlossen, daher denn
auch in den Forschungen des Unterzeichneten eine
Pause eintrat, die dazu benützt wurde, die einschlägige
Literatur kennen zu lernen (v. ZAHn, „Ueber den älteren
Besitz des Dominikanerklosters zu Pettau“, ferner die
betreffenden Abschnitte in MEzrTzen’s „Siedelung und
Agrarwesen“ und Aehnliches). Für September war dann
eine Bereisung des Draufeldes in Aussicht genommen,
die jedoch wegen längerer Krankheit des Berichtarstatters
 unterbleiben musste,
Anfangs October wurden die urkundlichen Untersuchungen
 wieder aufgenommen und die Stockurbare
von Pettau aus dem Ende des XV. Jahrhunderts
(circa 1495) bearbeitet, Mit der Flurkartenforschung
hingegen musste ausgesetzt werden, da die steiermärkische
 Landesbibliothek von Mitte October bis Mitte
November — ebenfalls zu Reconstructionszwecken —
geschlossen blieb. So konnte erst spät mit der Bearbeitung
 des Kartenmateriales begonnen werden
während zugleich auch noch im hiesigen Landes:
archive das einschlägige urkundliche Materiale durch.
genommen wird.
Anfangs November unternahm er überdies einen
Ausflug auf das Draufeld, wobei einige Dörfer, darunter
Zirkowitz, Drasendorf und Micheldorf mit Beziehung
auf die wirthschaftlichen und Bodenverhältnisse und
den Hausbau, der durchwegs seinen Grundideen nach
fränkisch ist, besichtigt wurden.

Den verschiedenen hervorgehobenen ungünstigen
Jmständen ist es zuzuschreiben, wenn er zur Zeit mit
wohlbegründeten positiven Resultaten nicht kommen
kann. So viel hat die bisherige Kartenforschung erzeben
 — wie ja dies auch schon im erwähnten
Arbeitsprogramme theilweise ausgeführt wurde —, dass
las Draufeld ein verhältnissmässig spät (erst im
X. bis XI, Jahrhunderte) besiedeltes Gebiet ist, das
zunächst sehr wahrscheinlich nach Königshufen vernessen
 wurde, Dann vertheilte man es — wenigstens
streckenweise — in Gemarkungen nach Dekanien und
Halbdekanien, während die endgiltige Colonisirung nach
nansi sclanonici zu rund 12 Hektar, möglicherweise
sogar an einzelnen Orten nach Königshufen zu 47 bis
50 Hektar vor sich ging. Die genauere Analyse der Flurxarten
 wird zeigen, ob die erwähnten, vorerst grössten-‘heils
 durch Rechnung gewonnenen Ergebnisse auch
:äumlich ihre Bestätigung finden oder nicht. Die
ırchivalischen Arbeiten hofft Berichterstatter in einigen
Wochen beendigen zu können.
3. Als Geschenke für die Bibliothek sind einzelaufen
 :'
ı. Kaindl, Prof. Dr. R. F.: Geschichte der Bukowina.
Dritter Abschnitt. Die Bukowina unter der Herrschaft
des österreichischen Kaiserhauses (seit 1774). Festschrift
zum fünfzigjährigen Regierungs-Jubiläum Sr. Majestät
= Franz Josef I. Czernowitz 1898, Gesch. d. Verf,
2, Derselbe: Urkunden zur Localgeschichte Niederösterreichs,
 Separatabdruck aus den Blättern des Vereines
für Landeskunde von Niederösterreich, 1897. Wien 1897.
Gesch. d. Verf,
3. Derselbe: Bericht über die Arbeiten zur Landeskunde
der Bukowina während des Jahres 1896. (Sechster Jahrgang.)
 Czernowitz 1897. Gesch. d. Verf.
4. Fourteenth annual report of the Board of Trustees
of the Public Museum of the City of Milwaukee.
September 1st, 1895, to August 31st, 1896. Milwaukee
1897. Gesch. d. Museums.
5. Nehring, Prof. Dr. A.: Ueber das Vorkommen von
Zwergen neben grossen Leuten in demselben Volke,
Aus den Verh. der Berliner anthrop. Ges. Sitzung v
20. Febr. 1897. Gesch. d. Verf.
Correspondenz-Blatt der deutschen Gesellschaft
für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte.
XXVIIT. Jahrgang, Nr. 6—9. 1897. München.
Morse, Edward S.: Korean Interviews. Reprinted from
Appletons’ popular science monthly for May. 1897
Gesch. d. Verf.
Don Luis Hoyos y Säinz: Los campurrianos. Ensayo
de antropometria. (Actas de la Sociedad espafiola de
Historia natural, Segunda serie, tomo II [XXIII] Sesiön
de Dieiembre de 1893.) Gesch. d, Verf, ;
Bancaları, Gustav: Bibliotheks-Katalog des Museum
Francisco-Carolinum in Linz a. D., Linz 1897. Gesch
d. Verf,
10. Schmidt, Prof. Dr. Emil: Ceylon. Gesch. d. Verf,
11. Dachler, A.: Das Bauernhaus in Niederösterreich und
sein Ursprung. Wien 1897, Gesch. d. Verf.
12. Mestorf, J.: Einundvierzigster Bericht des Schleswigholsteinischen
 Museums vaterländischer Alterthümer
bei der Universität Kiel. Kiel 1897. Gesch. d. Verf.
13. Appletons’ popular science monthly. Vol. LI, N°2—6-Vol.
 LIIl. N° 1. Gesch. von Wm. Z. Rırızr

nr
81
            
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