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dient gemacht haben und sonst auch mit auf die Geschichte
Prags bezüglichen Figuren, Emblemen, Ansichten
u, s. w. geschmückt.
Durch den Bau des neuen Museums gewinnt in Prag
Jie Wissenschaft eine neue Pflegestätte,
10. Herr Geheimrath und Universitäts- Professor
Dr. Ludwig Stieda in Königsberg übersendet eine
Mittheilung über
Die Anthropologie auf dem internationalen Congresse
in. Moskau im August 1897.
Es war ursprünglich eine eigene Section für Anthropologie
geplant, allein auf den Vorschlag einiger Mitglieder
wurde davon abgesehen und die Section für Anthropologie
mit der Section für Anatomie und Histologie
vereinigt. Es fanden im Ganzen fünf Sitzungen statt;
in jeder einzelnen Sitzung wurden abwechselnd anatomische,
histologische und anthropologische Vorträge
and Demonstrationen gehalten,
Wir berichten hier nur über diejenigen Vorträge,
die eine gewisse Beziehung zur Anthropologie haben,
and lassen alle anderen vollständig unerwähnt.
9. Professor StıepA (Königsberg) sprach über das
Vorkommen der Stirnnaht und der Stirn-Fontanellknochen
beim Menschen. .
Auf Veranlassung des Vortragenden untersuchte
ziner seiner Zuhörer, Herr Dr. Springer, das Vorkommen
der Stirnnaht und der Stirnfontanellknochen
an den Schädeln der Königsberger anatomischen Sammlung.
;
Die Stirnnaht ist mehrfach untersucht worden von
WELCKER, ÄNUTSCHIN, JASTSCHINSKY, Porow u, A. In
Betreff der Häufigkeit des Vorkommens der Stirnnaht
kommt SprRInGER zu dem Ergebnisse, dass eine Sutura
frontalis in 86°, sich finde. Dieses Ergebniss stimmt
mit den Resultaten anderer Forscher im Allgemeinen,
Auffallend ist, dass die Seitenränder der beiden Hälften
les Stirnbeines nicht regelmässig mit dem Scheitelbein
zusammenstossen, sondern dass in unregelmässiger Weise
Jas rechte Scheitelbein nicht nur mit dem rechten,
sondern auch mit dem linken Stirnbein, und das linke
Scheitelbein nicht nur mit dem linken, sondern auch
mit dem rechten Stirnbein sich verbindet, Den Grund
für diese Unregelmässigkeiten sieht: der Verfasser in
dem Auftreten von accessorischen Knochenkernen im
Bereiche der Stirnfontanelle; je nachdem der
z „ccessorische Knochenkern mit dem einen oder anderen
i. Sitzung 8/20 August. der hier zusammenstossenden Knochenränder sich ver-Die
erste vereinigte Sitzung fand am 20. August einigen, entsteht je eine andere Combination der Naht,
statt. Die Herren Professoren SERNOow, ANUTSCHIN und 3. Professor Lomsroso (Turin). Ueber die Ein-OGnew
begrüssten die Anwesenden, die beiden ersten lüsse des Klimas auf die anthropologischen
in französischer, der letzte in deutscher Sprache. "ypen.
Professor SErRnow wies auf die Bedeutung der inter- Bei einer Vermischung zweier Rassen kann die neu
nationalen Congresse hin, sie wirkten mit zur Be- hinzugekommene Rasse die charakteristischen Kennfestigung
des Friedens zwischen den Culturreichen zeichen der älteren wohl ändern, aber später tritt der
und beförderten die Annäherung der Völker an ein- 'rühere Typus unter dem Einflusse der verschiedenen
ander. ‚«limatischen Bedingungen und überhaupt der Um-Professor
OGNEw betonte die wichtigen Dienste, die zebung wiederum bei einem gewissen Theile der Be-£uropa
in Betreff der Culturentwicklung dem russischen völkerung hervor. In anderer Hinsicht werden die
Reiche geleistet hätte; dank diesen Diensten konnten verschiedenen Typen (Rassen), indem sie unter gleichen
die heutigen wissenschaftlichen Fortachritte erreicht Bedingungen leben, einander immer mehr gleich,
werden. | 4. Dr. Arso (Christiania). Ueber den Sch ädel-Professor
ANUTSCHIN skizzirte die heutige Lage der index in Norwegen, über die topographische
Anthropologie, ihre Ziele und ihre höchsten Aufgaben. Vertheilung und die Beziehung des Schädel-Alle
Drei drückten den Anwesenden ihren Dank index zur Körpergrösse.
für das zahlreiche Erscheinen aus, Der Vortragende sprach über die Ergebnisse in
Zu Ehrenpräsidenten der Section wurden gewählt Zetreff von Untersuchungen, die er über die Form des
die Herren Professoren WALDEYER (Berlin), SrıepDa Schädels und über die Körpergrösse in Norwegen gemacht
(Königsberg), RomımrI1 (Pisa). ‘jat.' Er erläuterte seinen Vortrag durch eine Reihe
1. Professor WaLDeyErR (Berlin) sprach über die on. Karten. Es ergibt sich, dass die Bevölkerung des
Nothwendigkeit einer einheitlichen (lateini- westlichen gebirgigen Norwegens sich durch ihre
schen) anatomischen Nomeneclatur und be- 3rachycephalie (Kurzköpfigkeit) auszeichnet und
richtete über die Arbeiten der Commission der anatomi- »inen geringeren Körperwuchs besitzt, als die Beschen
Gesellschaft. Es sei der Wunsch der Commission, ölkerung des östlichen und südöstlichen Theiles von
dass namentlich in der Literatur die lateinischen Norwegen, Diese Thatsache ist auf Grund von Be-Ausdrücke
der Nomenclatur zur Anwendung kommen; bachtungen an 22—23jährigen Recruten und Soldaten
daneben hätten die verschiedenen Nationen selbst- circa 12.000 Individuen) gemacht worden. Man darf
verständlich die Freiheit, die Bezeichnungen in ihrer schliessen, dass die brachycephale Bevölkerung Noreigenen
Sprache nach Belieben zu benützen, wegens durch eine Vermischung mit den hieher ge-An
der sich anschliessenden Discussion betheiligten Ilrängten Lappen entstanden sei, die einstmals anderswo
sich Professor Rommrı (Pisa) und Privatdocent Dr. zelebt hätten (jetzt sind sie nur im nördlichen Nor-ScHrUuTZ
(Prag). wegen zu treffen). Die Bevölkerung des östlichen Nor-Mittheilungen
d. Anthrop. Gesellsch. in Wien. Bd. XXWVIL. 1897. Sitzungsberichte