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tung ganz, oder nur in Stücken oder nur als Skelette
hineingelegt wurden, liess sich bei sorgfältiger Prüfung
nicht constatiren,
Am 19. November begab ich mich auf eine Nachricht
hin nochmals zur Grabstätte und liess eines der
am unteren Wege gelegenen Gräber öffnen, das vorher
freiwillig die Arbeiter aufdeckten. Hier lag die
Erde nahezu 75 cm hoch. Das Grab war mit zwei
Steinplatten gedeckt, deren Hinwegräumung lange Zeit
in Anspruch nahm. Beim Abheben der Steinplatten
zeigte sich das Grab ganz mit Erde verschüttet. Die
Fassung in der Kopfgegend war gesenkt und auf den
Schädeln gelegen. Nach sorgfältiger Aushebung der
Steinfassung konnten wir im Ganzen sieben Schädel %)
constatiren, von denen die nur den älteren Individuen
angehörigen gehoben werden konnten und selbst diese
nicht immer vollständig, da die Nasenbeine, Jochbogen
und die Knochen der Schädelbasis beim Ausheben an
der festen Erde zurückblieben. Die Schädel lagen so
dicht aneinander, dass es eine förmliche Kunst war,
einen unverletzt zu heben, ohne den anderen zu beschädigen.
Die übrigen Skelettheile bildeten ein Chaos
und konnten wegen der daranhaftenden Erde niemals
gehoben werden. Erde und Knochen bildeten eine Masse.
Bei den Röhrenknochen kam es vor, dass dieselben
entweder nur in Querbruchstücken oder im gespaltenen
Zustande zu Tage gefördert wurden. Häufig zerfiel der
Schädel in seine Stücke, da die den Schädel ausfüllende
Erde denselben sprengte, Die Knochen 'der
Hand- und Fusswurzel zeigten sich meist so mürbe,
dass sie zu Staub zerfielen, Auch sei hier nochmals
bemerkt, dass die geringe Zahl der Körperknochen in
keinem Verhältnisse zu der Anzahl der vorgefundenen
Schädel stand. Auch in diesem Grabe, wo sieben
Schädel nachgewiesen werden konnten, fehlten mindestens
zu dreien die zugehörigen Unterkiefer.
Da auch bei diesen Skeletten nicht die geringste
Spur von Beigaben oder Kleiderresten, weder bei den
Köpfen noch bei den Füssen, noch auch in der Brustgegend
vorhanden waren, lässt sich über das Zeitalter.
aus dem diese sonderbaren Begräbnissanlagen herrühren.
kein sicherer Schluss ziehen. Ein Analogon dieser Art
der Bestattung finde ich nur in der Beschreibung bei
WÜRDINGER, der im Schwabenlande ähnliche Gräber aufdeckte,
die in der Anlage mit unseren besprochenen
übereinstimmen und sich durch grosse Armuth deı
Beigaben auszeichnen. WÜRDINGER verlegt diese Gräber
in das IV. bis VIII. Jahrhundert nach Christi. Die
auffallende Dolichocephalie der sämmtlichen Schädel.
die Zartheit der Knochen, die unvollständige Bestat
tung entweder ganzer oder nur der Theile von Skeletten.
die ausserordentliche Sorgfalt der Bestattung dagegen,
was Steinfassung und Präparirung der Deckplatten
selbst anbelangt, ferner die Thatsache, dass die Skelette
unmittelbar auf dem gewachsenen Sandsteinboden aufliegen,
sind Alles berücksichtigenswerthe Momente,
Jedenfalls rühren diese Gräber von einem Volke her,
ı) Die anatomischen Kennzeichen der in diesen Gräbern
gefundenen Schädel dürften gewiss manch’ charakteristisches
Merkmal abgehen.
las da oben in stiller Einsamkeit, umgeben von herricher
Natur, mit dem Ausblicke auf das Meer, auf die
’eichgegliederte Küste und den am Horizonte anuf-:agenden
Kranz der herrlichen Bergwelt, schmucklos
»inherwandelte und bei dem grossen Sterben, das über
Jasselbe hereinbrach, nicht vergass, durch die sorg-'ältige
Anlage des Grabes das Andenken an ihre Todten
zu ehren, Das Steinmaterial fanden sie in nächster
Jmgebung in dem grossblattig brechenden Tasello- oder
Macigno-Sandstein, der noch jetzt das Material zur
Yflasterung von Triest hergibt.
Grosse Steinschutthaufen, die sich in langen Streifen
zu beiden Seiten der Marienkirche hinziehen, bezeugen
die Verödung des einst blühenden Ortes von Muggia
vecchia, von welch’ letzterem das Innere der Marienkirche
(frühromanisch-hvzantinischen Stiles) jetzt noch
Zeugniss gibt,
8. Herr P. Reinecke übersendet aus Mainz eine
Mittheilung::
Ueber einige prähistorische Wohnstätten in Slavonien.
Im vergangenen Herbste hatte ich bei einem Besuche
in Esseg und weiterhin in Agram Gelegenheit,
jus Slavonien Funde von ausgedehnten vorgeschichtlichen
\nsiedlungen kennen zu lernen. Da bisher über diese
aoch kein ausführlicherer Bericht erschienen ist, welcher
zuf die Bedeutung dieser Localitäten hingedeutet hätte,
möchte ich an dieser Stelle einige Worte darüber mittheilen,
Leider bin ich nicht in der Lage, von den
sehr interessanten keramischen Funden Photographien
vorlegen zu können; es sollen jedoch, wie ich erfuhr,
im Agramer „Viestnik“ diesbezügliche Abbildungen erscheinen,
auf welche hiemit verwiesen sei.
In der Gegend von Esseg, an der Drau und sodann
auch an der Donau, in den Comitaten Veröcze (Virovitic)
and Szerem (Syrmien) entdeckte man auf mehreren sich
aus der weiten Ebene erhebenden, mässig hohen Hügeln,
deren einige von Ringwällen umgeben waren, Spuren
alter Besiedelung und bei weiterer Nachforschung kamen
an den einzelnen Punkten zahllose Alterthümer zum
Vorschein, welche der überwiegenden Menge nach der
Steinzeit angehören, Derartige Plätze liegen bei Sama-;ovce
(oberhalb Esseg), Sarva& (unterhalb Esseg, an
Jer Drau), Vukovar, VuGedol (bei Vukovar), Sot und
Maradik; der wichtigere Theil der Funde befindet sich
:m städtischen Museum zu Esseg und in der Privatsammung
des bekannten Numismatikers Herrn C, F. NUuBER
abendaselbst; werthvolle Proben besitzt auch das
archäologische Museum zu Agram.
Unter den Steinwerkzeugen; welche auf diesen Ansiedlungsstätten
gesammelt wurden, heben wir zunächst
die „schuhleistenförmigen“ Keile, die in ihren verschiedenen
Modificationen auftreten, hervor; in sehr
zrosser Menge fanden sich kurze und mässig lange
Schmalmeissel (Exemplare von grosser Länge fehlen)
und‘ flache Hacken von nahezu rechteckiger, sowie
mehr dreieckiger Form in verschiedenen Grössen, desgleichen
die charakteristischen unsymmetrischen Hämmer
mit Durchbohrung. von welchen sehr schwere Stücke