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Zunächst berichtet Herr v. WırLaMANS über die in
Oesterreich in’s Leben gerufene Organisation und überreicht
zu den Acten des Ausschusses den Umdruck
eines von Wien aus erlassenen Rundschreibens (Anlage
1) nebst zwei Verzeichnissen, von denen das eine
die Namen der Vereine (Anlage 2), das zweite die
Namen der Personen (Anlage 3) enthält, welche die
Mitarbeit an dem Werke zugesagt haben.
In allen wesentlichen Punkten haben sich die
österreichischen Ausschussmitglieder an die vom Deutschen
Verbande für die Sammlung des Materiales aufgestellten
Gesichtspunkte angeschlossen. Insbesondere
wird auch von ihnen anerkannt, dass der Massstab
1:50 für die Aufnahmen der Classe I gewählt ist,
Eine Ergänzung der Bestimmungen erscheine in zwei
Punkten wünschenswerth:
1. vorzuschreiben, dass.in die Grundrisszeichnungen
stets die ortsüblichen Bezeichnungen der einzelnen
Räume eingetragen werden; 2. ausdrücklich auszusprechen,
dass auch solche Bauernhäuser aufgenommen
werden können, welche nach dem Jahre 1800 erbaut
sind, vorausgesetzt, dass sie ältere typische Formen
in Bauart und Eintheilung charakteristisch wiedergeben,
Der Ausschuss beschliesst, dem Antrage des Herrn
v. WIERLEMANS gemäss diesen Ergänzungsvorschlägen
Folge zu geben. Die Einzelvereine des Deutschen Verbandes
sollen die entsprechende Anweisung durch Rund.
schreiben erhalten.
Herr Gros berichtet über die Inangriffnahme der
Arbeiten in der Schweiz, die einstweilen wesentlich
von ihm persönlich übernommen sind, Er schätzt nach
seinen Erhebungen der für die Sammlung in Betracht
kommenden typischen Bauwerke auf etwa 60, abgesehen
von den trefflichen Veröffentlichungen in dem Werke
von GLADBACH,
Eine Organisation, welche‘ die Mitwirkung der
Vereine und einzelner Sachverständiger sichert. ist
bislang noch nicht durchgeführt.
Der Ausschuss hält dies aber für unerlässlich und
wird durch seinen Vorsitzenden alsbald ein Schreiben
an den schweizerischen Ingenieur- und Architektenverein
richten mit der Bitte, ähnliche Schritte, wie in
Oesterreich geschehen, zu thun, um eine möglichst
erschöpfende Bearbeitung der Frage sicher zu stellen,
Herr Gros verspricht, persönlich für die Gewinnung
anchverständiger Mitarbeiter einzutreten.
Im Anschlusse an den Hinweis auf das Werk von
GLADBACH wird die Frage gestellt, ob typische Bauernhäuser,
welche bisher schon anderweit veröffentlicht
sind, in die vom Ausschusse beabsichtigte Sammlung
mit aufgenommen werden sollen.
Der Ausschuss bejaht diese Frage unbedingt und
beschliesst, auch bereits veröffentlichte Aufnahmezeichnungen,
sofern sie besonders charakteristische
Typen darstellen, nicht auszuschliessen. Herr Gros
theilt mit, dass Herr Professor GLADBACH SO bejahrt
sei, dass auf seine Mitwirkung bei dem Unternehmen
nicht gerechnet werden könne. Der Ausschuss wird
aber an ihn ein Schreiben (ist von Garmisch aus am
10. August d. J. geschehen) richten. in welchem der
7/erdienste, weiche sich Professor GLADBACH um die
Nürdigung bäuerlicher Baukunst . erworben hat, in
Jankbarer Anerkennung gedacht werden soll.
Herr HıncreLDEYN berichtet über die Arbeiten des
Jeutschen Verbandes, theilt mit, dass in vielen Einzelzereinen
bereits mit regem Eifer gesammelt worden
‚ei und legt die bisher eingegangenen, in dem’ beijegenden
Verzeichnisse (Anlage 4) aufgeführten Auf-1ahmezeichnungen
vor.
Da in diesen vielfach die in der Anleitung gezebenen
und durch die vorbildlichen Aufnahmen der
Jerren Lursecn und ScHÄrEr erläuterten Vorschriften
iber Massstab und Darstellungsart nicht genügend
jerücksichtigt sind, hält der Ausschuss es für nöthig,
Jlurch ein besonderes Rundschreiben die Kinzelvereine
1ochmals auf die sorgfältige Befolgung dieser Vorschriften
hinzuweisen.
Die österreichischen und schweizerischen Vertreter
‚prechen den Wunsch aus, auch ihrerseits Abdrücke
ler erwähnten vorbildlichen Aufnahmen des Herrn
JcHÄFER zu erhalten. Der Vorsitzende wird für baldige
Tebersendung dieser Blätter Sorge tragen.
Herr Frırson empfiehlt, dass auch in österreichischen
ınd schweizerischen Fachblättern entsprechend gewählte
vorbildliche Aufnahmen veröffentlicht werden möchten,
ım das Interesse an der Sache in weitere Kreise zu
;ragen, wie solches in der deutschen Bauzeitung geschehen
sei.
Herr LurTsoH wirft die Frage auf, ob es nicht anzezeigt
sei, sich schon jetzt ausserhalb der technischen
<reise nach Gewinnung von Gelehrten . umzusehen,
Jenen die Bearbeitung des rein geschichtlichen und
»thnographischen Theiles der Aufgabe zu übertragen
wäre, Die übrigen Ausschussmitglieder sind aber
;ämmtlich der Meinung, dass dies, wenn später über-1aupt
nöthig, jetzt durchaus verfrüht sei. Es müsse
im Auge behalten werden, dass der bei weitem wichtigste
Cheil der Arbeit zunächst das Sammeln des Stoffes sei,
and zwar ein thunlichst unbefangenes Sammeln, unjekümmert
um die Theorien, welche die Hausforschung
bisher aufgestellt habe Die drei an dem Unternehmen
betheiligten Körperschaften müssten den Hauptwerth
Jes Werkes darin suchen, dass vor Allem das bautechnisch
und architektonisch Bedeutsame, welches
sich in den deutschen Bauernhäusern ausprägt, erschöpfend
gewürdigt werde.
Ueber die örtliche Ausdehnung der Aufnahmen und
m Zusammenhange damit über den Titel des Werkes
wurde nach eingehender Rerathung folgender Beschluss
gefasst:
Der Titel soll lauten: „Das deutsche Bauernhaus
m Deutschen Reich, in Oesterreich- Ungarn, in der
Schweiz und in den Grenzgebieten dieser Länder“.
Das Werk soll gegliedert werden in vier Abschnitte:
der 1. Abschnitt soll eine allgemeine systematische
\bhandlung mit Skizzen im Texte enthalten;
der 2, Abschnitt soll die Bauernhäuser im Deutschen
Reiche und seinen Grenzgebieten;
der 3. Abschnitt die Bauernhäuser in Oesterreich-Inogarn
und den Grenzgebieten: