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von Menschenskeletten herrührenden, gut erhaltenen
Schädel und Knochen.
Wir schalten hier einen von Herrn Professor RzEHAK
verfassten Bericht über diese wichtige Ausstellung ein, da
derselbe verschiedene Daten enthält, welche aufgezeichnet
zu werden verdienen.
Während die Excursionstheilnehmer in der Ausstellung
weilten, erschien Se. Excellenz der Statthalter
von Mähren, BARON v. SPENs-BopDEen, und bewillkommte
die Versammlung, Auch der Rector der technischen
Hochschule, Professor LICHTENFELS, Sprach einige herzliche
Worte der Begrüssung.
„Die von Herrn Professor ALEXANDER MAKowsKY im
Gebäude der k, k. technischen Hochschule in Brünn
veranstaltete Ausstellung prähistorischer Objecte war
in den zwei grossen Sammlungssälen des Mineraliensabinetes
und in dem anstossenden Hörsaale zur Anschauung
gebracht, In einer grossen Vitrine befanden
sich die drei bisher im Löss von Brünn in den Jahren
1884—1891 aufgefundenen diluvialen Menschenschädel,
3äinige Skelettheile, die begleitenden Knochen und Steinartefacte,
so auch das merkwürdige, aus einem Mammutstosszahn
geschnitzte, 26 cm lange Idol von Brünn,
demnach sämmtlich die Originale des Fundes aus der
Mammutzeit gelegentlich des Canalbaues in der Franz
Josefstrasse des Jahres 1891 (siehe Mittheilungen der
Anthrop. Gesellsch., Bd. XXIII, S. 73). Herr Director
MaASgA hatte diesen einige charakteristische Zahn- und
Knochenartefacte aus der Lössstation von Pfedmost
bei Prerau beigegeben und überdies in einer kleinen
Vitrine einen Schädel und Skelettheile des diluvialen
Menschen aus PFredmost zur Anschauung gebracht, In den
Fensternischen waren sechs grosse Tableaux in verglasten
Rahmen ausgestellt, mit den Zähnen und einigen Phalangen
des Rhinoceros, Wisent, Ren, Pferd, Riesenhirsch,
Löwe, Hyäne, Höhlenbär, Wolf, Antilope, Biber und
einigen kleinen Nagern, grösstentheils aus dem Höhlenyebiete
von Brünn stammend, Auf sechs Tischen waren in
zigens construirten Stellagen, auf Brettchen befestigt, die
Zähne und Knochen der mächtigsten diluvialen Thiere
ausgestellt, die von Professor MAaxowskKy in den Jahren
1870— 1897 grösstentheils im Löss und einige aus
den Höhlen der Umgebung von Brünn gesammelt und
als Geschenk den Sammlungen der technischen Hochschule
in Brünn einverleibt worden sind. Auf dem
Tische I die kleinen Skelettheile vom Mammut, Zähne
(von Milchzähnen bis zum gigantischen Backenzahn),
Fusswurzel, Wirbel, Rippen und insbesondere mehr als
30 grösstentheils vom Menschen bearbeitete Extremitätenknochen,
Unter diesen erregten die grösste Aufmerksamkeit
drei Oberarmknochen von jüngeren Mammuten,
gefunden in dem Knochendepot der Wranamühle 1879
bei Brünn. Bei fehlenden Gelenkenden zeigten die oberen
Theile eine prismatische, 22 cm tiefe Aushöhlung von
quadratischem Querschnitte, die nur im frischen Knochen
hergestellt worden sein komnte und nach der übereinstimmenden
Auffassung von Vırcnow und RAnNKE zu)
Aufnahme eines Holzpfahles einer Pfahlbauhütte ge
dient haben mochten. Diese Stücke sind einzig in ihrer
Art und repräsentiren wohl die werthvollsten Stück:
ler ganzen Ausstellung. Auf demselben Tische befanden
sich, zugleich mit begleitenden rohen Flintwerkzeugen,
vier rohe Thongefässe ohne alle Ornamentirung, aus
dem Löss des Rothen Berges in Gesellschaft von diluvialen
Knochen (Rhinoceros, Pferd und Lösshyäne), in
mehr als 4 m Tiefe aufgefunden. Ein höchst bemerkenswerther
Fund!
Ein zweiter Tisch enthielt nebst Kiefer und Zähnen
mehr als 90 Skelettheile des Rhinoceros tichorhinus
nit vielen unzweifelhaft bearbeiteten Knochen, so auch
sämmtliche Originale der in diesem Hefte der Mittheilungen
von Professor A. MaAxowsKy publicirten
Abhandlung (Das Rhinoceros der Diluvialzeit Mährens
als Jagdthier des paläolithischen Menschen).
Ein dritter Tisch zeigte die Zähne und viele bearbeitete
Knochen von Bos priscus, Cervus tarandus
und Megaceros und insbesondere vom fossilen Pferd
aus dem Löss von Brünn und Joslowitz in Mähren,
;erner vom Löwen und von der Hyäne aus dem Höhlenzebiete
von Sloup und Kiritein.
Ein vierter Tisch enthielt die Tableaux von Hunderten
coher und geschliffaner Steinwerkzeuge, Knochen- und
Thonartefacte aus den paläolithischen und neolithischen
Stationen um und südlich von Brünn (Obrzan, Beecziskala,
Lösch, Kritschen u. s. w.).
Ein fünfter Tisch brachte zur Anschauung die auf
Deckeln befestigten, meist ornamentirten und zum
heile bemalten Gefässscherben in Hunderten von
Exemplaren aus den neolithischen und Hallstätter
Stationen um Brünn,
Ein sechster Tisch endlich brachte mehr als 40 gut
arhaltene, grösstentheils ornamentirte und bemalte Gefässe
nebst einigen Muschel- und Thonartefacten (Spinnwirteln
etc.), dann einige Bronzen aus der berühmten
Nekropole von Kromau, welche Professor MAkKowskKyY in
den Jahren 1882—1884 aufgeschlossen, in Begleitung
von 18 gut erhaltenen Schädeln aus den Gräbern,
Der böhmische Musealverein hatte über Ansuchen
des Professors MAKowskKy einige charakteristische Gefässe
und Artefacte aus der von ersterem exploitirten
Hallstatt-Station Obrzan bei Brünn separat ausgestellt.
Theils auf Tischen, theils in verglasten grossen
Schränken in den Sammlungssälen des Mineralien-;abinetes
waren, nebst zwei vollständigen, schönen
Skeletten des Höhlenbären (männlich und weiblich)
aus der Slouper Höhle, grosse Knochenreste vom
Mammut (vollständige Unterkiefer und Becken), Rhino-;eros,
Wisent, Riesenhirsch (ein vollständiger Schädel
>hne Geweih), Ren, Elen, Edelhirsch, Höhlenlöwe und
„‚Öösshyäne ausgestellt.
Im Anschlusse daran waren in zwei grossen
Schränken als Geschenk des Berner Nationalmuseums
für ein gespendetes vollständiges Höhlenbärenskelet)
mehrere Hundert Artefacte aus Stein, Muscheln und
Knochen etc. aus den Pfahlbaustationen der‘ Schweiz
mit einer Suite der wichtigsten Hausthiere der Pfahlhauzeit
zur Anschauung gebracht.“