Digitized Materials

Here you will find digitized editions of anthropological journals and monographs. For more information about the digitization project, please visit [here].

Search in

Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 17=27.1897

— [46] —

die Verhältnisse im südöstlichen Böhmen, wo erst in
jüngster Zeit allmälig Funde von Stein- und Kupfergeräth
 zum Vorschein kommen; namentlich in der
Nähe des uralten Verkehrsweges „na Gabr“ aus Mähren,
Dieser Weg führt aus dem Quellengebiete der Iglava
(Schulbezirk Iglau mit 83%,g, bezw. 92%, Schwarzhaariger)
 über Selenz (77°/,,), Stöcken (117°, ,), Pollerskirchen
 (106°%,,, in dem von mir hervorgehobenen
Walde Hradist& wurde erst 1897 ein Steinkeil und
früher schon bei dem Dorfe Suchä = Dürre ein Steinbeil
gefunden), passirt bei Krasnä hora (52°, )) die Sazava,
zieht sich über Lucie (64° ,,, Steinhammer von Dobrä
voda), Skuhrov (47°/,,), Habr (73°/.,) gegen Gol&-Jenikau
(57°% 0), von wo aus sich der Strom der Schwarzhaarigen
 gegen Ost über beide Ufer des Flusses Dubrava,
 d. h. die Pfarrgemeinden Pribram (109%),
Heimanı (112°%.,), Böstviny (113%, bei Mladotic
wurde ein Achatmeissel gefunden) und Vilemov (93%)
verbreitet; von Gol&-Jenikau (57°,,, ein Flintbeilfund
bei Chlumek) führt die „Via na gabr“ weiter über
Potöhy (52°%,,, neolithische Ansiedelungen und die
rothen Becher von Markovic) zu dem Hradek von
Cäslau (43°) mit seinen Terramaraculturschichter
und Kuttenberg (50°%.,) gleichfalls mit einem Burgstall
 und Terramarakeramik und vielen anderen Funden.
Ein zweiter paralleler Strom geht von Iglau über
Ober-Cerekve (57° .,, Depöt von Halsringen und Palstäben
 aus Bronze und Kupfer), Neu-Reichenau (105°/,5)
längs der westlichen Sazava, seit Gründung des Klosters
Selau „Zelivka“ genannt, über Pilgram (57°/,., Kupferartefacte
 beim Bau der Transversalbahn), Chvojnov
(77% 0), Jifie (81% 0), Kalist& (110°%,,), Zahradka
(75% 0), Ledec an der östlichen Sazava (80° ,,, bei
Svötla ein Hammerbeil von Stein, bei Smrdov und
Lhota Ovesna Steinkeile, und auf dem Berge Nelechov
[gegenwärtig Melechov genannt] ein Bronzepalstab
von ungarischem Typus [mit Absatz]), Roth -Janovic
(82°%.,, Steingeräthe von Opatovice im Museum der
Veela), Bykäli (44°/,,, Steingeräthe und Bronze bei
MaleSoy und Polieany) und Kuttenberg. Die beiden
Ströme gehen von hier aus vereint über Kank (82°',,),
Sedlec-Malin (154 und 68°%,,) nach Chotusic (77%;
Bronzedepöt von Zehusic n. A. F,) und Zäbor (68% 9),
wo sie unterhalb des Burgstalles von LZovic (Golddrahtgewinde,
 Bronzeringe und eine Situla) die Elbe
erreichen und sich dann nordwärts längs der Cidlina
bis gegen JicCin und an die Melaphyrkuppen des Riesengebirgsvorwalles
 erstrecken,
10. Herr med, Dr. Franz Ahrendts sendet folgende
Mittheilung und Anfrage an unseren Präsidenten. ddo,
Arnstadt in Thüringen, 13. Januar 1897:
In der Monatsschrift für Volkskunde „Am Urquell“
(VI.Bd., 9. bis 10. Heft, S. 184) habe ich „Bemerkungen
zu einigen Dessauer Kinderspielen“ veröffentlicht.
Das darin erörterte Mellespiel hat Aehnlichkeit mit
einem von Dr. Jacos-Greifswald im „Globus“ skizzirten
arabischen Kinderspiele. Uebrigens theilte mir genannter
Herr brieflich mit, dass ihm erst durch meinen Aufsatz
 zum Bewusstsein gekommen sei, dass in seiner

Teimat Königsberg (Ostpreussen) dasselbe Spiel unter
lem Namen Klippspiel bekannt sei, Ein hiesiger
Gewerbetreibender theilte mir zufällig mit, dass er das
Klippspiel in Schlesien (Goldberg und Freiburg) gefunden
 habe, Herr Dr. R. AnDdrer-Braunschweig, Herauszeber
 des „Globus“, schreibt mir, dass das Spiel durch
zanz Sachsen und Böhmen gespielt werde und bei den
Üechen „spaGcek“ heisst, (Vgl.dazu das Hauptstück „ Spiel“
in ANDREE’S ethnographischen Parallelen, Leipzig 1889,
wo von der geographischen Verbreitung der Spiele gehandelt
 wird.) In hiesiger Gegend (Thüringen) ist das
Spiel nicht bekannt; auch sonst habe ich aus rein
yermanischen Gegenden Deutschlands nichts von dem
Spiele gehört. Es scheint auf früher slawischem Boden
vesonders zu gedeihen. Nun fordert mich Herr Dr,
ANDREE auf, Verbreitung und Ursprung des Spieles
weiter zu erforschen. Dazu habe ich aber als prak-"ischer
 Arzt in einer kleinen Stadt — mangels Biblio-;heken
 und bez. Literatur — keine Gelegenheit; besonders
 leicht aber dürfte dies in Wien möglich sein.
Darum theile ich Ihnen, hochgeehrter Herr, Vorstehendes
 mit, ob Sie vielleicht Veranlassung nehmen möchten,
die weitere Nachforschung nach dem Melle- oder Klippspiele
 in ethnologischem Interesse zu fördern,
Darf ich bei dieser Gelegenheit aufmerksam machen
auf verschiedene alte Sammlungen von „Aberglauben“,
die von ethnologischen Forschern vielleicht noch nicht
zenug gekannt oder benützt werden? Diese Sammungen
 werden erörtert vom (nunmehr verstorbenen)
Leipziger germanistischen Universitäts-Professor Rup.
AILDEBRAND (weil. Mitarbeiter an Grımm’s „Deutschem
Wörterbuche“) in einem Aufsatze „Ueber den Ver-'’asser
 der Chemnitzer Rockenphilosophie“
in GoscHE’s Archiv für Literaturgeschichte, I, 105 ff.
1870], wieder abgedruckt in: HıLDEBRAND, Gesammelte
Aufsätze und Vorträge zur deutschen Philologie und
zum deutschen Unterricht, Leipzig 1890, S. 115).
Wir ersuchen, etwaige Beantwortungen uns zukommen
 lassen zu wollen.

1l. In der II. Beilage zu der in Malaczka erscheinenden
 Wochenschrift „Der Marchthal-Bote“ vom
26. October 1895, I. Jahrg., erschien ein Aufsatz von
Eugen Engyeli über
Die Habaner.
Wir geben denselben mit einigen Abkürzungen in
Folgendem wieder,
Am linken Ufer der March, obwohl noch weit genug
von derselben entfernt, liegt Gross-Schützen (Nagy-Levärd),
 ein schöner, grosser Ort mit gegen 2000 Einwohnern.
 Die Bevölkerung ist gemischt slovakisch und
leutsch, wie es in einem Grenzorte im äussersten nordwestlichen
 Winkel Ungarns, dort, wo die Slovaken der
xleinen Karpathen und die Deutschen des unteren
Marchthales einander die Hände reichen, nicht anders
sein kann, .
Dieser Ort ist dadurch interessant, dass in ihm
seit mehr als 200 Jahren eine „Habaner“.- Gemeinde
existirt und sich bis auf den heutigen Tag beinahe
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.