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Zwischenraum etwa 6 mm breit sein mochte, Genauere
Maasse lassen sich nicht geben, da die ganze Fibel
beim Auffinden in einen unkenntlichen Klumpen von
Eisenrost verwandelt war, nach dessen vorsichtiger
theilweiser Entfernung durch den Referenten erst die
eigenartige Form und Technik hervortrat; jedoch sind
die einzelnen Stellen immer noch in verschiedenem
Grade mit Rostklumpen bedeckt, deren weitere Entfernung
die ganze Fibel zerstören würde, ‚Der freie
Zwischenraum zwischen den Schenkeln des Rahmens
ist nun ausgefüllt
b) von einer ebenfalls gewölbten, durchbrochenen
Goldplatte, welche mit ihren Rändern auf den eisernen
Rahmen tauschirt ist, während der mittlere durchbrochene
Theil mit der Inschrift „utere felix“ den
freien Zwischenraum des Rahmens ausfüllt, Die Buchstaben
sind genau 5 mm hoch und ganz ä jour gearbeitet,
doch so, dass ihre obere Fläche schwach concav
gebogen ist. Parallel dem Rande der Goldplatte und
Fio, 9. Ansicht der Nadel sammft Achse (!/,).
atwa 1:5 mm von demselben entfernt läuft ein gekörnter
Goldfaden, welcher ebenfalls auf das Eisen tauschirt ist;
c) an dem Kopfende des Rahmens bei ab ist eine
jast verticale Goldscheibe @ angelöthet, welche oben
bogenförmig, unten gerade abgeschnitten ist. Dieselbe
mochte ursprünglich etwa 1 cm hoch, 2 cm breit und
etwas mehr als 1 mm dick sein und ist an der vorderen
Fläche mit gekörnten Goldfäden verziert, welche sowohl
die Ränder der Scheibe begleiten, als auch das mittlere
Feld durch vier Rosetten mit je einem grösseren Korn
in der Mitte schmücken, von denen die beiden mittleren
mit einander verbunden sind. Die hintere Fläche der
Scheibe (Fig. 8a) ist glatt und zeigt nur an dem
unteren Theile (bei g), wo offenbar die Nadel befestigt
war, einen klumpigen Ansatz von Eisenrost und Bronzepatina;
um den ganzen bogenförmigen Rand der Scheibe (h)
legt sich endlich ein dünnes Goldplättchen dicht an;
d) in das untere Ende des eisernen Rahmens bei /
ist ein silbernes Röhrchen von fast elliptischem Querschnitt
eingelassen, welches an der äusseren Fläche,
ag weit der Eisenrost dies erlaubt. fein eingeschnittene
Turchen erkennen lässt, welche wohl zur festeren Verxindung
mit dem Bügel dienten. Offenbar setzte sich
lieses leider abgebrochene Röhrchen in den Fuss der
7ibel fort, welcher zugleich den Nadelhalter tragen
mochte.
Etwa 10 cm von diesem Bügel entfernt lag eine
‚infache silherne Nadel von 5 cm Länge (Fig. 9), welche
ın einer dünnen silbernen Queraxe mit kleinen bron-‚enen
Endknöpfen (6b) beweglich durch eine Oese (a)
äingehängt ist. Auf der Queraxe liegt ebenfalls ein
Zlumpen Eisenrost (ccc), welcher wohl noch von dem
Verbindungsstücke oder dem Bügel selbst herstammen
nag; jedoch ist deren Entfernung nicht rathsam wegen
ler starken Oxydation des schon sehr verbogenen
3ilberdrahtes. Es ist hienach höchst wahrscheinlich,
wenn auch nicht absolut gewiss, dass Bügel und Nadel
zu einer und derselben Fibula gehörten; indessen lässt
sich die Art und Weise, wie beide Stücke mit einander
zerbunden waren, nicht mehr erkennen,
Was nun die Inschrift betrifft, so zeigt die Fig, 8,
Jass sowohl T und E wie E und F ligirt sind.!) Herr
Professor Emm Hüpner, der berühmte Epigraphiker der
Zerliner Universität, der so freundlich war, dieselbe
‚u prüfen, bestätigte meine obige Lesung vollständig
ınd theilte mir zugleich mit, dass die Inschrift nach
jer Form der Buchstaben der besten Augusteischen
Zeit, vielleicht noch der Zeit der Republik angehöre,
Zine gleiche Legende fand ich erwähnt von SCHUERMANS, *)
velcher an einem goldenen Ringe, der in der Provinz
'‚üttich gefunden wurde, die gleiche Inschrift „utere
elix“ und ebenfalls & jour gearbeitet, beschreibt; doch
sagte mir Herr Professor HÜüBNER, dass dieselbe Legende
;fter schon an römischen Funden constatirt sei, so
uf zwei Fibeln im Wiener Münz- und Antikencabinet,
ron denen die eine aus Silber,®) die zweite aus Gold“)
zefertigt ist, und die letztere 1790 im Saroser Comiate
gefunden wurde; ferner auf einer silbernen Fibel
zus Lorsch,‘) wie auch sonst auf zahlreichen Gebrauchsyegenständen
aus allen anderen römischen Provinzen,
Was ferner die Technik der Buchstaben betrifft, so
“and ich ausser dem oben erwähnten Ringe von Lüttich
ıoch eine goldene Fibel mit &ä jour gearbeiteter etrus--ischer
Inschrift abgebildet in den Monumenti ed
Annali dell’ Instituto di Corrispondenza archeologica
[855, pl. X, pag. 51. Herr Professor HÜBNER wies
mir ferner zwei Fragmente von Goldblech mit lateinischer
durchbrochener Inschrift nach, von denen das
ine aus High Rochester, Northumberland,°) etwa dem
II, Jahrhundert, das andere aus Kirkpatrick ’) in Schottland
dem UN. Jahrhundert angehört: auch sind durchı)
In der Figur ist der untere Winkel des V und das
nittlere Häkchen des dritten E nicht so scharf wiedergegeben,
vie sie in der Wirklichkeit sind; dasselbe gilt von dem Ver-‚auf
der Goldleisten,
2) Westdeutsche Zeitschrift für Geschichte und Kunst.
XIII, 1894, S. 322,
3) Corp inseript. Latin,, III, 6016, 6.
” Ebendort 6016, 4.
Ebendort 6016, 7.
Corp. inseript. Latin., VII, 1296.
Rhbendort. 12838