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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 17=27.1897

38] —

wurden blos Volkstrachten aus Bilovitz bei Ungarisch-Hradisch
 und einige keramische Volksarbeiten,
Herr Dr. 0, HovorkA v. ZDERAS hat im Jahrgange
 1895, Nr. 12, der Zeitschrift für österreichische
Volkskunde „Dalmatinische Volkssagen und Spottgedichte“
 veröffentlicht.
Was Galizien anbelangt, so beschränkten sich
planmässige Forschungen auf ethnographischem Wege
nur auf die Arbeiten der anthropologischen Commission
der Akademie der Wissenschaften in Krakau. Da zur
eingehenden Kenntniss der Beskiden-Bergbewohner ihre
Nachbarschaft in Ungarn viel beiträgt, hat Herr Professor
 ROMAN ZAwILINSKEI, durch die Commission unterstützt,
 es unternommen, die an Galizien anliegenden
Theile des Trencsiner und Ärvaer Comitates näher zu
untersuchen. Als Resultat dieser im Sommer der Jahre
1892, 1893, 1895 und 1896 vorgenommenen Forschung
ist anzunehmen, dass die Bewohner der Dörfer Oscadnica
Skalite, Cerne, Sverczinovec, nordöstlich von Csäcza.
und zum Theile Rakova, Staszköw, Turzöwka, westlich
von derselben, denselben Volkstypus aufweisen, wie man
ihn in den schlesischen Beskiden antrifft; selbstverständlich
 steht diese ursprünglich polnische Bevölkerung
unter starkem Einflusse des slovakischen Elementes,
Was nun die Bewohner des Comitates Arva an:
belangt, so sind sie westlich bis nach Klin-Zakanenne
östlich bis nach ChiZne vollkommen polnisch; nur nördlich
 von Slanica und Nämeszto ist Klin-Nämeszto
und Zubrohlava slovakisch, auf Grund Jahrhunderte
dauernden Einflusses und geringem Verkehre mit der
polnischen Bevölkerung. Der ganze, etwa zwei Meilen
breite Grenzstreifen, der an Galizien anliegt, weist
— was die Sprache, Hausbauten, theilweise auch die
Costüme anbelangt — denselben Typus, wie die Bergbewohner
 Galiziens bei Sucha und Jordan6öw auf.
Wie im vorigen Jahre (1895), so hat auch in diesem
die Anthropologische Gesellschaft sich veranlasst gesehen,
dem Prof. Dr. R, F. KAınp. durch eine Subvention die
weitere Erforschung des Huzulengebietes zu ermöglichen,
Derselbe durchzog im Berichtsjahre die Karpathen vom
Suczawathale bis in’s Pruththal und hat wieder eine
Fülle interessanten Materiales gesammelt, Um zu abschliessenden
 Resultaten zu gelangen, hält es Dr. KAINDL
für nöthig, die Forschungen auch auf die westlichen
Nachbarn der Huzulen, die Boiken, und ebenso auf die
oberungarischen Ruthenen auszudehnen, um vergleichendes
Material zu sammeln. Dies soll in diesem Sommer geschehen,
 falls ihm die nöthigen Mittel zur Verfügung
gestellt werden können, Inzwischen ist in unseren Mittheilungen
 KaArnoı’s Arbeit über das Haus und den
Hof bei den Huzulen erschienen, für die er fast zehn
Jahre lang den Stoff gesammelt hat. Ein Blick auf die
hier verwertheten, höchst vielseitigen Originalaufnahmen
ist die beste Rechtfertigung für die relativ starke Anspannung
 unserer Kräfte, welche die Veröffentlichung
solcher Arbeit erfordert. Als Ergänzung zu dem in genannter
 Abhandlung enthaltenen Verzeichniss der Arbeiten
 Karınpı’s über die Huzulen und Ruthenen lasse
ich hier eine von dem Autor eingesendete Uebersicht
über die neueste folkloristische Literatur der Bukowina

olgen, wobei besonders auf jene hingewiesen wird,
weiche die Deutschen der Bukowina behandeln, da sie
lie ersten dieser Art sind.
3. F, Kaindl, Die Volksdichtung der Deutschen in der
Bukowina in ihrer Beziehung zur deutschen Dichtung
im Westen. (Wissensch. Beil. der Leipz. Zeitung, 1896,
Nr. 15.)
Derselbe, Liebeslieder der Deutschen in der Bukowina.
(Ebenda Nr. 76.)
Derselbe, Die Deutschen in der Bukowina, (Ebenda
Nr. 134.)
). Symuk, Huzulisches Märchen vom Falkenfels, (Ruth..
Bukowyna Nr. 92.)
B. Kozariszeczuk, Huzulische Märchen und Lieder.
(Ruth., Nauka in Wien.)
Derselbe, Huzulische Beschwörungsformeln. (Ruth,,
Buk. Widomosty 1895, Nr. 44, 1896, Nr. 2, 3. 7, 8.
23, 28 und 29.)
J). Gebiuk, Huzulische Krankheitsbeschwörungen und
Beerdigungsgebräuche. (Ruth., ebenda Nr. 45.)
VI. Korduba, Uebersicht und Besprechung der Arbeiten
von Dr. R. F. KaAınpr über die Ruthenen. (Zapyski
des Lemberger Szewczenkovereines,)
von verschiedenen Autoren wurde in der Bukowiner
Zeitung für Landleute „Seljanyn“ ruthenische Sagen,
Lieder und Räthsel mitgetheilt, doch ohne nähere Angaben
 über deren Provenienz und über deren Ursprung.
S FI. Marian, Traditif poporane romäne din Bucovina.
 (Kl. rumänische Volksüberlieferungen aus der
Bukowina,) Bukarest 1895.
Veslovschi, Rumänische Sagen aus der Bukowina.
(In der folkloristischen Zeitschreift „Sezätoarea“ III,
Nr. 11/12.)
F Polek, Die Lippowaner in der Bukowina. (Zeitschr.
f. österr. Volkskunde, II. Jahrgang.)
R. F. Kaindl, Das Entstehen und die Entwicklung
der Lippowaner-Colonien in der Bukowina. Zumeist
nach urkundlichen Materialien aus dem Nachlasse
des Finanzrathes a. D. Fr. A, WICKENHAUSER. Wien
1896. 151 SS. (Vorräthig bei Pardini, Czernowitz.)
Wir wir sehen, ist besonders die Literatur über die
Ruthenen, und zwar sowohl über jene des Flachlandes
Rusnaken), als auch jene des Gebirges (Huzulen) eine
sehr reiche. Diese Entwicklung ist zum grossen Theile
auf die seit einer Reihe von Jahren fortgesetzten Bemühungen
 R. F. Kaınpdı’s zurückzuführen.
Aus dem Inhalte des Bd, XXVI unserer Mittheilungen
arhellt, dass wir auch im verflossenen Jahre der Hau s-?orschung
 einen verhältnissmässig grossen Spielraum
gelassen haben. Da die fortschreitende Entwicklung
dieser Disciplin immer mehr zu einer umfassenderen
Behandlung drängt, begrüssen wir es freudigst, dass
lie Anregung zur Hausforschung, welche von Seiten
les Verbandes der deutschen Ingenieur- und Architektenrereine
 auf dem vor drei Jahren stattgehabten Architektenage
 stattgefunden hat, nunmehr concretere Formen
ınnimmt. Als. Hauptzweck wurde bezeichnet, ein Werk
herauszugeben, welches die hervorragendsten historischen
 und künstlerischen Bauwerke der bäuerlichen
Bevölkerung in Deutschland, Oesterreich und der Schweiz
            
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