Digitized Materials

Here you will find digitized editions of anthropological journals and monographs. For more information about the digitization project, please visit [here].

Search in

Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 17=27.1897

52] —

ME ax

+
A *

und viele Knochen von den gehaltenen Mahlen, ferner
sehr viel Holzasche sichergestellt, Die schönen Muster
der Fundstätte sind für das Prager Museum reservirt,
die übrigen werden an umliegende Schulen vertheilt.
6. Beim Bau eines Rüdingers (Rübenzuleitungscanal
mit Wasserspülung) in der Planianer Zuckerfabrik am
Hof, und zwar auf jenen Stellen, wo im Jahre 1895 die
mit Mäander verzierten, im böhmischen Nationalmuseum
aufbewahrten interessanten Gefässe nebst Scherben von
pocalförmigen Gefässen aus geschlemmter Erde ausgegraben
 worden waren (die das Interesse des Herrn
Custos SZoMBATHY in hohem Grade erweckten), wurden
abermals Scherben derselben Periode gefunden, doch
sind selbe roh und ohne Interesse, bis auf eine Bronzeverzierung
 in Lyraform, 10 cm hoch,
7. Beim Abgraben von Komposterde hinter der
Zabonoser fürstlichen Scheuer, Parcelle Nr. 167, wurde
in einer von Pläner Kalksteinplatten gebildeten Umhüllung
 ein ganz erhaltenes Gefäss, topfförmig, von
20) cm Höhe, mit Wellenornament doppelt verziert, vorgefunden.
 Ueber den Inhalt des Gefässes kann leider
nichts berichtet werden, da derselbe von den Arbeitern
ausgeschüttet wurde; doch sollen sich darin Knochen.
reste befunden haben. Das Gefäss selbst wurde dem
böhmischen Nationalmuseum übergeben.
8. Bei der Regulirung des „Vyrovka“-Flusses in
der Gemeinde „Kostelni Lhota“, Bezirk Podäbrad, wurde
in einer Tiefe von 4 m von den Arbeitern ein grosses
topfartiges Gefäss mit Fingereindrücken, recte mit von
oben nach unten gehenden Strichen, ausgegraben, Dieses
Gefäss ist in meinem Besitze zerbrochen, könnte jedoch
zusammengestellt werden; doch ist es ohne besonderen
Werth und dürfte derselben Periode angehören, wie die
Scherben beim Radimer Bahnhofe, die Herr Professor
Dr, PiG in den „Pamätky“ beschrieb: IV. bis VI. Jahrhundert
 v. Chr.
9. Einzelgrab der La Töne-Periode von
Klein-Nechwizd, Bezirk Brandeis a, d. E,.,
auf der Flur „Star6 zämky“ (Alte Schlösser).
Durch den fürstlichen Wirthschaftsleiter Herrn Emm
HARTMANN in Gross-Nechwizd wurde auf genanntem
Grundstücke ein La Ten? - Skeletgrab, welches zwei
Bronzeringe mit verziertem verdickten Schluss enthielt,
 die dem böhmischen Museum übergeben wurden,
dann noch zwei einfache Bronzeringe, welche ich Herrn
Custos SZOMBATHY zusandte und der sie dem VI. Jahrhundert
 v. Chr. zuweist, ausgegraben, Ueber die Lage
des Skeletes kann leider nichts berichtet werden, da
die Finder selber hierüber nichts sagen können, Den
zerfallenen schadhaften Sehädel behielt ich bei mir.
Ausser diesen Gegenständen fand sich ein feines Silberdrahtgeflecht
 daselbst, dem Burgwalltypus angehörig.
das ich Herrn Custos SZOMBATHY zugesendet habe, dann.
merkwürdig genug, Kacheln und Fragmente von solchen.
gegossen und aus röthlichem Thon, aus dem XV. Jahrhunderte
 stammend, mit Menschenfiguren aus dem alten
Testamente und Ritterverzierungen. Die Kacheln und
Reste derselben wurden dem Museum in Prag übergeben.
10. Dobrichow. Ansiedelungsreste vom BurgwalltyDus
 nehst Mühlsteinen. dann Scherben aus der Völkerwanderungszeit

 wurden in der Ziegelstätte des Herrn
MACHAGEK in Dobfichow unmittelbar unter der Grabstätte
 Nr. 3, Pie hora genannt, gefunden: dieselben
sind sehr einfach,
11. Ebenso wurden im Garten des Gemeindevorstehers
 STEYSKAL in Trfeboul Ansiedelungsgruben
vom Burgwalltypus nebst Knochen, dann einem sehr
seltenen starken Hirschgeweih, total versteinert, nebst
zwei Steinäxten ausgegraben, die sich in der Schule
laselbst befinden; ferner in. dem Garten der Wiener
Credit-Anstalt in derselben Gemeinde zwei Bronzeringe,
breite Form, und eine Armbronzespirale nebst Scherben
von acht Mustern des Schnurornaments, Letztere Gegenstände
 wurden von mir im Herhste dem Museum nach
Prag zugestellt.
Zum Schlusse bemerke ich noch, dass der Bezirk
Kaufim im Süden und der Mitte wellenförmig mit nördlicher
 Abdachung gegen Norden seine Lage hat, der
Boden zumeist lehmig-humös ist, die Fundstellen durch
lunkle Färbung leicht zu erkennen sind. Da nach
der Tradition der Slavenzeit im VI. bis VIII. Jahrhunderte
 n. Chr, in Kaufim in einer bedeutenden Wallburg
 die Kaufimer Fürsten gehaust haben und da
der Bezirk noch mehrere solche bis jetzt erhaltene und
bestehende Wallburgen aufzuweisen hat, ist dieses
Gebiet für den Prähistoriker, wenn er sich nur ein
wenig Mühe nimmt, sehr dankbar.
Herr Professor WoLDdDkıch in Prag veröffentlichte
in der „Archäologischen Durchforschung des Königreiches
 Böhmen“ in böhmischer Sprache: „Archäologische
 Forschungen in Südböhmen“, einen längeren
Aufsatz mit 28 Text-Illustrationen, Auf Grundlage eingehender
 Untersuchungen der meisten südböhmischen
und westmährischen sogen. „Opfersteine und Opferschüsseln“,
 sowie einiger sogen. Monolithe in Mittelböhmen
 etc. gelangte derselbe zum Resultate, dass
kein einziger bis jetzt beschriebener „Opferstein“ von
Menschenhand herrührt, sondern dass diese, sowie
andere angeblichen „megalithischen Baudenkmale“ lauter
natürliche, wenn auch nicht sehr häufige Bildungen
sind, welche nur ein geologisches Interesse besitzen,
Weiter beschrieb Dr, WorLndkıch eingehend die Wallburg
 „Sväkov“ bei Soböslau mit zweimaliger theilweiser
Verschlackung, errichtet um das V. Jahrhundert n. Chr.
Ferner untersuchte er Grabhügel bei Soböslau aus Lehm
ohne Beigaben, aus dem VI. bis VIII. Jahrhundert n, Chr.,
gemeinsam mit Sr. Durchlaucht Herrn KErbprinzen
JOHANN FÜRSTEN SCHWARZENBERG Grabhügel bei Ondrä?
aus derselben Zeit, ohne Beigaben.
Die Arbeiten des Herrn Professors AL, MAKOWSKY
im Centrum von Mähren während des Sommers 1896
waren zumeist auf den Nachweis der Gleichzeitigkeit
des Menschen mit dem diluvialen Rhinoceros gerichtet,
Schon vor Jahren wurden in den Kiriteiner
Kalkhöhlen zwei Humerusknochen von Rhinoceros tichorhinus
 gefunden, die, mit Schlagmarken versehen, das
spongiöse Mark enthaltende Knochengewebe ausgekratzt
zeigten, Später fanden sich im Löss bei Brünn zwei
ähnlich gestaltete, in Asche gebettete Humerusknochen,
bei welchen die Schlaemarken zwar nicht erhalten waren.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.