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hielt dasselbe 30 Gefässe nebst einer kreisförmigen Thonplatte
von 16 cm Durchmesser, Einige Gefässe sind aus
geschlemmter Erde in der Form von Schalen, Tassen
und Töpfen gefertigt. Ein Gefäss war 50 cm hoch, mit
vorstehendem, 2 cm breitem Rand und liegt heute noch
zertrümmert bei Herrn WANngKEK.
Im Monate November im vergangenen Herbste stiess
Herr WAnäg auf demselben Felde auf der östlichen Seite
dieses 80 Joch grossen Grundstückes abermals auf zwei
Gräber, die jedoch von den vorstehenden ganz verschieden
waren. In dem einen befanden sich drei Skelette, die
Körper nach innen und die Köpfe nach auswärts, alle
in gekrümmter Lage, Bei diesen Skeletten wurde ein
zertrümmertes Gefäss mit einfacher Verzierung gefunden;
dann zeigte ein Schädel Bronzeflecken, jedoch wurde der
Bronzegegenstand nicht gefunden.
Das andere Grab, ein paar Schritte davon ‚entfernt,
war ein Einzelgrab mit der Lage des Skeletes von Nord
nach Süd gestreckt, mit einfachem Gefässe von Krugform,
das Gefäss jedoch zertrümmert,
3. Der grosse Brandgräberfund von
DobTichow auf der „Pi@& hora“ auf Gemeindegrund.
Ende April wurde behufs Gewinnung
von Kieselschotter auf einem über dem
Flusse Vyrovka 40 m höher liegenden, halb felsenartig
gegen Nordwest liegenden Hochplateau mit einer umfassenden
Aussicht auf das Elbethal gegraben und
stiessen die Arbeiter sofort bei Anfang der Arbeit auf
eine Urne, welche jedoch stark beschädigt wurde. An
Gegenständen wurden in der Urne Bronzefibeln, Messer
and Beinnadeln für das Kopfhaar vorgefunden. Durch
diesen mir überbrachten Fund, welcher nicht weit von
meiner Wohnung, dem Radimer Schlosse, liegt, aufmerksam
gemacht, unternahm ich es sofort am Nachmittage,
denselben zu erforschen. Kaum nach der
Mittagszeit auf der Fundstelle angelangt, hatten die
Arbeiter bereits zwei Thonurnen gefunden, deren Inhalt,
bestehend aus Bronzefibeln, eisernen Messern, das eine
mit einer Bronzeeinlage, ich herausnahm.
Ich erstattete Bericht von dem Funde Herrn Professor
Dr. Pic, welcher auch sofort behufs Untersuchung zu mir
reiste. Die Ausbeutung des Gräberfeldes nahm fünf
Wochen in Anspruch, während welcher Zeit 240 Gräber
blossgelegt wurden.
Aus diesen Gräbern: wurden nur 130 Urnen erhalten;
die anderen waren alle bereits eingegangen,
auch war der Thon ganz durch Frost zertrümmert, da
Jie grösste Tiefe kaum 36 cm betrug.
Unter diesen Urnen waren sechs Stück Bronzeurnen,
wovon ein Stück ein kunstvolles Schaustück, die anderen
Thunurnen, einige mit Mäanderverzierung. Von den
Thonurnen sind 90 Stück erhalten, die anderen jedoch
stark beschädigt.
An Inhalt oder Beigaben enthielten dieselben: Waffen,
Schmuck, Gebrauchssachen aus Eisen, Bronze, Silber,
Gold, gedrechseltem Bein und Glas etc. Die Zahl
der Gegenstände beträgt mehr als 1000. Die Beschreibung
des ganzen Fundes nebst Illustrationen hat
sich Herr Professor Dr. PiG@ aus Prag, welcher zur
Zeit des Grabens sechsmal herauskam, vorbehalten.
Teber den Fund selbst hat sich Herr Geheimrath
Ü}REMPLER aus Breslau, der, von Karlsbad kommend,
Jenselben bei mir besichtigt hatte, in Gemeinschaft
mit Herrn Dr, PiG dahin geäussert, dass dies wohl
ler bedeutendste und interessanteste Fund jenseits der
Alpen aus der Zeit der Völkerwanderung sei. Ebenso
hat sich Herr Custos SzomBATHY über denselben sehr
iobend ausgesprochen und ihn als die schönste Zierde
Jes Prager Museums bezeichnet,
Zur Zeit des Grabens im Mai haben täglich an
300—400 Zuschauer der Umgebung die Arbeiten und
Tunde besichtigt, die Arbeiter aber auch belästigt.
Zin Antiquitätenhändler, Namens Güns aus Zdanitz,
aus der nächsten Nähe, trachtete sogar mit einem
“sraelitischen Dorfcollegen die Gemeinde gegen die
Zrabung und Ausbeutung des Grabfeldes aufzustacheln,
was jedoch nicht gelang. Die Gemeinde Dobr_ichow traf
vielmehr die Bestimmung, dass dieser werthvolle Schatz
lem Museum in Prag einverleibt werde.
Endlich sei noch erwähnt, dass auf der Nordseite
Jes Grabfeldes, unmittelbar an dasselbe anstossend, fünf
Skelette in hockender Lage gefunden wurden, dann eine
5 m tiefe Ansiedelungsgrube, welche zwei rohe, zuyeschliffene
Steinäxte enthielt.
Weitere prähistorische Funde hat Herr WAnäK noch
m Herbste gemacht, und zwar wieder durch Hilfe des
Jampfpfluges; nämlich 4. bei „Brauckow“, Geneinde
„Lhota hlavaCcova“ nächst Kaufim
zuf Parcelle Nr. 273, und zwar Ansiedelungsreste
oder Gruben, Diese Ansiedelung auf der Westseite
des Feldes, welches 40 Joch gross ist, enthielt
Scherben, dann Knochen aus zwei Perioden, und zwar
aus jener mit Schnurornament und Volutaverzierung
12 Stück verschiedene Muster, ferner von dem slavischen
Burgwalltypus 40 Ornamentenmuster. Gegraben
wurde an 40 Gruben, welche die angeführten Scherben,
dann Knochenreste, ferner eine grosse polirte Steinaxt
ınd mehrere geschliffene Steinmeissel enthielten,
In einer Grube mit Burgwalltypus wurde ein Schmelzofen
aus Eisen, 2m hoch, mit Eisenschlacke vorgefunden
und war der Bau dieses Eisenschmelzofens recht interessant,
weshalb von Herrn Professor Dr. Pi6 eine
Zeichnung davon genommen wurde, Bemerkt wird noch,
Jass auch eine Anzahl von dunklen Stellen, wo sich
Scherben und Knochenartefacte vorfinden, auf diesem
Felde zu sehen sind, dass jedoch das zugehörige Grab-°eld
noch nicht sichergestellt werden konnte.
5; Ansiedelungsreste auf Parcelle Nr. 107/4
bei TYeboul nächst KautTim. Ebenso wie auf
jer sub 4 angeführten Fundstätte wurden auch auf
dieser 40 Joch grossen Parcelle durch Dampfpflügen
ine Anzahl von dunklen Stellen ausgeackert, die
ı1ach näherer Untersuchung durch Graben eine grössere
Ansiedelung vom Burgwalltypus ergaben. Aufgedeckt
xurden 15 Gruben und diese ergaben eine Anzahl des
renannten Musters, wovon zwei von einem erhabenen
Muster, welches nach Herrn Professor Dr. Pi@ noch
niemals in Böhmen in dieser Periode gefunden wurde,
\usserdem wurden ein Bronzeohrgehänge, klein, mit
‘Form. dann vgeschliffene steinerne Meissel. Beinahlen