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Eine offene Armspange aus Bronze, innen glatt, an
der Aussenseite mit mässig gewölbtem Rücken und
gestricheltem Ornament, gegen die Enden etwas sich
verjüngend. Aeusserer Durchmesser 4°5, Breite in der
Mitte 1:2 cm, grün patinirt. Ein offener Armring aus
plattem runden, 5 mm starkem Bronzedraht, mit abgzerundeten
Enden und lichtgrün patinirt; Durchmesser
7 cm. Zwei Schüsseln aus röthlichem Thon, auf
der Scheibe gedreht, jedoch schwach gebrannt, der obere
Rand etwas nach auswärts gebogen und innen mit einem
durch eingeritzte Linien hergestellten Dreieckornamente
verziert. Höhe 8, innerer Durchmesser 24 und 31, Bodenbreite
11cm. Eine Schale aus röthlichem Thon, auf
der Scheibe gedreht, wenig gebrannt, innen und aussen
geschwärzt und innen ebenfalls wie die vorigen mit
einem Dreieckornamente verziert; Höhe 5:6, innerer
Durchmesser 14, Bodenbreite 4 cm; dann eine grosse
Urne aus röthlichem Thon, aus freier Hand geformt,
schwach gebrannt, stark ausgebaucht, mit engem Halse
und mit nach auswärts gebogenem Halsrande; Höhe 35,
äusserer Durchmesser des Mundes 20, der Breite des
Bauches 355 und des Bodens 12 cm.
Die vorbezeichneten Gefässe wurden aus Bruchstücken
wieder zusammengesetzt.
b) Bei Ausheben des Kellergrundes zum Baue eines
neuen Hauses in Wodnian wurden im Mai v. J. mehrere
Bronzeringe aufgefunden, von welchen dem Museumsvereine
drei offene Schläfenringe und fünf kleine offene
Ringe geschenkweise zukamen,
Die Schläfenringe sind aus plattem runden und
2 mm starkem Bronzedraht angefertigt, bei denen das
eine Ende glatt abgestumpft, das andere dagegen abgeplattet
und in der bekannten Weise ösenförmig eingebogen
ist. Der äussere Durchmesser derselben beträgt
4—5 cm. Die kleinen Ringe sind gleichfalls aus 2 mm
starkem runden Bronzedraht wie die vorigen geformt
and haben einen äusseren Durchmesser von 26 —2:8 cm.
Die Schläfenringe sind grün und braun. die kleinen
Ringe aber nur grün patinirt,
c) Aus der bei den bisherigen Nachgrabungen in
den Hügelgräbern bei Plaben, Bezirk Budweis, vorgefundenen
grossen Mengen Gefässscherben wurden
im abgelaufenen Jahre noch sieben Urnen von verschiedener
Form und. in der Höhe von 18'°5—34 cm,
sowie zwei kleine Schalen, sämmtlich aus freier Hand
geformt, wieder zusammengesetzt, wodurch den im
hiesigen städtischen Museum aufbewahrten Funden aus
der genannten Nekropole eine sehr schätzenswerthe Ergänzung
zutheil wurde.
Von diesen Gefässen ist eine stark ausgebauchte
Urne aus röthlichem Thon am oberen Theile des
Bauches mit einem aus neunfachen feinen parallelen
Linien hergestellten Dreieckornamente verziert, in
welchem in den aufwärts stehenden Ecken je drei vertiefte
runde Punkte angebracht sind; Höhe 18:5,
äusserer Durchmesser des Mundes 15:5, des Bauches
24, des Bodens 10 cm.
Eine ähnliche Verzierung, jedoch ohne Punkte,
zeigt auf der Innenseite eine der beiden Schalen, welche
gehenkelt und sowohl innen wie aussen mit Graphit
zeschwärzt ist. Höhe 5, Munddurchmesser 10:5 cm, der
Boden oval verlaufend.
Herr Gutsdirector WAn®K in Radim (Böhmen) übersendet
uns folgenden vorläufigen Bericht über seine
‘heils allein, theils in Gemeinschaft mit Herrn Professor
Dr. PiG in Prag im Jahre 1896 ‘ausgeführten Untersuchungen:
l. Das Gräberfeld in Bylan nächst Böhnisch-Brod.
In den schönen Märztagen des Jahres
‘896 wurde dieses interessante Gräberfeld auf fürstlich
LIECHTENSTEIN’Sschem Besitze, von welchem Herr Proessor
Dr. PiG in den Mittheilungen desselben Jahres be-‘eits
Erwähnung thut, von dem fürstlichen Hofverwalter
Anton FormÄnNeK weiter untersucht und wurden bis
jetzt 48 Gräber blossgelegt. Die nähere Beschreibung
lieser Fundstelle und ihres Inhaltes werden die „Arch.
Pamätky“ aus der Feder des Herrn Dr. Pie nebst
Nustrationen bringen. Hier sei nur bemerkt, dass
Artefacte aus der Steinzeit, der Bronze- und Eisenzeit
ı1ebst einem Goldring gefunden wurden, dass bei einigen
Skeletten (Hockern) nur ein Gefäss mit Schnurornament,
ei anderen bis 40 Gefässe von verschiedener Form,
Grösse und Beschaffenheit vorgefunden wurden. Einige
Gräber enthielten auch Bernsteinschmuck und einen
Xranz von Wolfszähnen.,
Merkwürdig ist bei diesen Gräbern, dass Steinfassungen
gänzlich fehlten und dass die Gräber zumeist
4m lang und gegen 3 m und mehr breit waren.
Zum Schlusse wird noch bemerkt, dass sämmtliche
Tundsachen im böhmischen Nationalmuseum in einer
Separatvitrine aufgestellt sind,
2. Das Grabfeld bei Zarybnik, Gemeinde
Kloster-Skalitz nächst Kaurfim. Durch Dampfoflügen
auf der Nr. 111 wurde im Herbste 1893 eine
zrössere Menge Steine aufgedeckt, so dass das Stahl-Jrahtseil
durch dieses Hinderniss zerrissen wurde,
Im Frühjahre 1894 wurde bei Entfernung des
Steines ein Grab aufgedeckt, welches dem Bylaner
ad 1 angeführten, was Anlage und Grösse anlangt,
ihnlich ist, mit dem Unterschiede, dass die Grabstelle
nit einem Steinpflaster bedeckt war, und zwar ging
lie Pflasterung von Norden und Süden von 30 cm
Tiefe bis auf 1 m Tiefe gegen die Mitte mit schiefem
Winkel und war die Mitte des Grabes ohne alle
Steinbackung. Die Lage des ganz morschen Skeletes
konnte nicht festgestellt werden,
An Beigaben wurden in dieser Grabstelle vorzefunden:
Sechs Gefässe, alle an der Südseite unter
ler Pflasterung, ein eisernes Pferdegebiss von La Töne-Form,
aus eisernen Ringen bestehend, und dann zwei
Stück geschliffene Steine, in der Form von ovalen, 16 cm
zrossen Stahlschleifsteinen, wie sie auch heute die
Grasmäher zum Schleifen der Sensen benützen. Alle
7undsachen sind im böhmischen Museum untergebracht,
vis auf die zwei grossen Gefässe, deren Zusammenstellung
Herr Bürgermeister HELLICH aus Podäbrad
übernahm.
Ein ähnliches Grab wurde heuer im Frühjahre auf
demselben Felde gefunden, nur war dasselbe noch
mehr zertrümmert, als das vorige: an Beigaben ent-