29] —
aus Erde aufgeschüttet, Steine sind nur selten vor- ınd anderen wiederholt, aber auch bei solchen viel
handen und an der Oberfläche nie ersichtlich. ilterer Provenienz — von der neolithischen Periode
Bezeichnend für die Grabhügel „Do Hrobü“ ist es, ıbgesehen —, z. B. bei Kit&nov (bei Moldauthein) vordass
sie aus dem an Ort und Stelle vorhandenen kommt.
Material errichtet wurden und dass sich demzufolge Eine Grabung an der soehen beschriebenen Grabbei
jedem derselben eine entsprechend grosse Grube, stelle war schon aus dem Grunde unstatthaft, weil zu
ein Graben oder eine ringsherum führende mulden- diesem Zwecke erst die Bewilligung hätte eingeholt
förmige Vertiefung befindet, aus welcher das Erdreich werden müssen und auch Taglöhner schwer zu beausgehoben
und zur Errichtung des betreffenden Hügel- schaffen gewesen wären. —
grabes verwendet wurde, Ein ähnlicher, wenig pietät- Im .städtischen Museum zu Budweis befindet sich
voller Vorgang ist in früheren Culturperioden, nament. auch ein durch die unermüdliche Thätigkeit des um
lich auch in der Bronzezeit von RıcaLy nie beobachtet dieses Museum hochverdienten Herrn Hauptmann
worden, LINDNER acquirirter Depötfund der Bronzezeit, welcher
Diese Weise, Grabhügel zu errichten, war auch sowohl durch seine Zusammensetzung einen neuerlichen
Veranlassung, dass das Terrain zwischen denselben die 3eweis für die Gleichzeitigkeit der Erzeugung und
sie umgebende Grabensohle oft um einen halben Meter Verwendung der in ihm enthaltenen Bronzeartefacte
und mehr überragt. iefert und auch die Richtung der in der Bronzezeit be-Die
Gestalt der einzelnen Hügelgräber ist in der standenen Handelsverbindungen über Freystadt in Nieder-Regel
kreisrund; doch kommt auch die Viereckgestalt Österreich nach dem linken Ufer der Donau hin klarvor.
Eine ganze Reihe derartig beschaffener Grabhügel 'egt. Der bezügliche Depötfund wurde in der Nähe
erstreckt sich inmitten der Nekropole von Ost nach von Kosova (Kossau) bei Ujezd kameny (Steinkirchen)
West, Andere befinden sich zwischen den übrigen, zemacht und bildet solchermassen ein wichtiges Vernormal
gestalteten Hügelgräbern, deren Durchmesser indungsglied mit den in dortiger Gegend bereits von
zwischen 7—12 Schritten varlirt. Die viereckigen früher her bekannten analogen Funden von Na Hradei
Hügelgräber sind meist die ansehnlichsten: 6 und 8 bis und Plavnic.
10 und 12 Schritte im Durchmesser; ihre Oberfläche Von Interesse dürfte auch der Fund eines Steinbeiles
ist horizontal. Meissel) bei Tynce an der Säzava (Tabor,
Die meisten Hügelgräber sind vollkommen erhalten, Neveklov, 2 St. S.) sein, welcher gewissermassen an
nur einige angegraben und die schon angeführten von die zahlreichen Funde aus der jüngeren Steinzeit im
Herrn Hauptmann LinDNER systematisch durchforscht. nördlichen Böhmen anschliesst und solchergestalt auf
An der Grabungsstelle fand Herr RıcnLyY einen Urnen- nögliche Verbindungen mit dem südlichen Böhmen
scherben und zwei Bruchstücke von Hornstein. schon in dieser Periode — wohl auch nach der Donau
Die Entfernung der einzelnen Grabhügel unter- hin — zu deuten scheint. (Radimov, Holicky, Neuhaus,
einander ist verschieden und beträgt oft nur 2, mit- SträZ [Platz] in Böhmen, Eibenstein in Niederösterreich
unter aber auch 10—20 und mehr Schritte. 3ind als Einzelfundorte von Artefacten aus der neo-Die
Hügelgräber der Nekropole „Do Hrobü“ unter- ithischen Zeit bekannt.)
scheiden sich also, wie bereits erwähnt, von Grabhügeln Beachtung verdient endlich eine Nadel mit rundem,
älterer Provenienz schon an der Oberfläche wesentlich oben abgeplattetem Kopfe, deren Alter zwar nicht sicherdadurch,
dass sie aus dem an Ort und Stelle vor- westellt ist, die aber derartigen Bronzeartefacten älterer
handenen Materiale durch Aushebung desselben an Drovenienz sehr nahe kommt. Dieselbe wurde bei Valy
einer, an mehreren oder an allen Seiten und Auf- ‚Budweis, Lomnic, 1*/, Stunden nordöstlich) bei Reinigung
werfen oder Auftragen desselben gebildet und nach ines Brunnens gefunden und ist in dieser Gegend
Wunsch erhöht wurden und dass in Folge dieses auch __ so viel bekannt — als Unicum zu bezeichnen. Beide
heute noch deutlich wahrnehmbaren Vorganges auf Artefacte befinden sich im Besitze des Herrn Kouix,
den bezüglichen Seiten der Peripherie eine Grube oder S3chulleiters in Veself a. L.; derselbe besitzt auch eine
ein ringsumlaufender Graben entstand. Sollection römischer Münzen von dermalen noch un-Ein
dem Vorstehenden ähnliches Vorkommen beob- bekannter Provenienz.
achtete RıcuLy an den Hügelgräbern in dem Walde Eine willkommene Ergänzung zu der Darstellung des
Klobasna bei Veself a, L., bei Neuhaus im Walde Homole, Herrn RıconLy liefert der von den Herren Hauptmann LINDNER
bei Ujezd-Ostrolov und an anderen Orten, im Allgemeinen und WoLLGRUBER gefertigte Bericht des Verwaltungsaber
überall dort, wo Hügelgräber der Jüngsten prä- ıusschusses des Museumsvereines in Budweis, Derselbe
historischen Periode — mit Leichenbrand — und hat ausser den Anfangs März v. J. erworbenen, für
meist nur noch durch das Wellenornament charakterisirt 3üdböhmen so wichtigen Depötfund von Kossau, über
vorzukommen pflegen, An Fundobjecten sind diese welchen bereits ausführlich berichtet wurde,*) noch
Grabhügel sehr arm; selbst Thongefässe sind in ihnen nachbenannte prähistorische Funde erworben, und zwar:
selten, meist finden sich nur Kohle, Asche und ge- a) aus einem Hügelgrabe bei Hosti, Bezirk Moldaubrannte
Knochen. +hein:
Bezeichnend für eine slavische Nekropole ist der
Name „Do Hrobü“, welcher sich auch bei anderen ı) Siehe diese Mittheilungen, Bd. XXVI. Sitzungsberichte.
aynchronistischen Grabstellen, z. B. Ujezd - Ostrolov ı 8. [60].
Mittheilungen d. Anthron. Gesellsch. in Wien. Bd. XXVH. 1897. Sitzunegsberichte.