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Form ausgegraben. Auf dem gleichen Felde befinden sich
schwarze Stellen, von wo auch zwei bronzene Nadeln
stammen, Ob ein eiserner Speer von provinzial-römischem
Typus aus dieser Lage herstammt, ist ungewiss. Eine
ebenso geformte Waffe fand man neuerdings unter dem
Eisengebirge bei Licomerice, Es ist sicher, dass entlang
dem Flusse Doubrava ein alter Weg von Mähren über
die Grenzwälder führte. Auch Funde von römischen
und griechischen Münzen und befestigte Stellen, auf
dem Hradec bei Spytic, am Strääny vrch (Hutberg)
bei Kohl-Pribram und Hradiste bei Male@ und Hranic
beweisen dies. ”
Bei der alten Töpferhütte in Caslau Nr, 125 grub
man auch eine Grünsteinaxt aus; sie lag offenbar
schon an secundärer Stelle. Ü
Die berühmte neolithische Station von Caslau ist
schon bereits ausgebeutet, denn die Ziegelei wurde
hier aufgelassen und eine systematische weitere Forschung
zu unternehmen wäre zu kostspielig.
Herr Dr. Kart HosrtAs erstattet nachfolgenden Bericht
über die Thätigkeit des Museums der Stadt
Klattau auf prähistorischem Gebiete:
„Im Verlaufe des Jahres 1896 wurden auf dem
Husiner Gräberfelde (Husin, Waldhügel oberhalb des
Angelflusses, 3 km wnw. von Klattau),') wo bis zu
dieser Zeit 26 Grabhügel geöffnet und untersucht
worden sind, weitere sieben Hügel ausgegraben. Deı
Inhalt dieser Brandgräber bestand aus spärlichen
Knochenkohlen und Aschenresten, zahlreichen Bruch:
stücken von Thongefässen und einigen Bronzebeigaben,
Die gehobenen Bronzegegenstände sind folgende:
1. eine mässig gebogene Messerklinge mit zwei
Nieten in der kurzen Griffzunge; die Länge der Klinge
beträgt 10 cm, die Breite in der Mitte der Klinge
1'/, cm;
2, ein Bruchstück eines schmalen Meissels;
3. ein breites offenes Armband, innen concav,
aussen gewölbt mit Andeutung einer Mittelrippe, das
sich durch eine starke Rippung auszeichnet. Innen,
durchmesser 6 cm;
4. ein Bruchstück eines solchen und
5. ein Fragment eines starken flachen Armbandes:
beide Bruchstücke sind durch das Fener stark heschädigt;
6. ein gegossener Fingerring mit eingekerbten
Windungen, welche in einiger Entfernung an den verjüngten
Enden beginnen;
7. eine 27 cm lange Nadel mit eigenthümlichem
Kopfe und gereifeltem Halse;
8, eine bandförmige Spiralscheibe:
9. eine Drahtspiralscheibe.“
Der k. k. Conservator, Herr Hemrıcy Rıcany in
Neuhaus, hat auch im verflossenen Jahre mehrere urgeschichtliche
Localitäten untersucht.
Besondere Aufmerksamkeit widmete derselbe der
Umgebung von Rudolfstadt (Bergstadtl) bei Budweis,
Sie ist ziemlich gebirgig und seit altersher wegen des
ı) Pamätky arch. Band XIV, pag. 3—257; Annalen des
k. k. naturhist. Hofmus., III. Not. 129.
ıier sehr lebhaft betriebenen Bergbaues bekannt; heute
‚st diese „steinreiche“ Gegend die nächste Vorrathszammer
für alle Häuser- und Strassenbauten des stein-‚osen
Budweiser Beckens; das ganze Terrain ist durch
\nlage von Stollen, Muthungen und Schürfen einerzeits,
andererseits durch zahlreiche Steinbrüche ganz
lurchwühlt und der einstige Stand der Dinge gar nicht
mehr erkennbar. Diese Verhältnisse sind auch Grund,
lass zu ‚gewärtigende Wohn- und Grabstätten des
prähistorischen Menschen heute ınit Schotter bedeckt
der behufs Steingewinnung gänzlich abgetragen wurden
und demnach in dieser Richtung nichts zu finden oder
auch nur als bestanden nachzuweisen ist.
Das gänzliche Fehlen‘ von Alterthumsfunden gilt
indess nur der nächsten Umgebung von Bergstadtl,
namentlich den von Herrn RıcyLy untersuchten Nachbarsorten,
wodurch die Möglichkeit später zu gewärtigender
Funde prähistorischer Natur bekanntermassen keineswegs
ausgeschlossen ist.
Nach Süden, Norden und auch nach Westen sind
zahlreiche prähistorische Fundstätten bekannt; gegen
Osten sind dieselben jedoch nur spärlich vertreten,
Die vorhandenen weisen auf eine viel Jüngerere, bezw.
die Jüngste prähistorische Periode hin und schliessen
an die bekannten derartigen Fundstätten von Platz,
Homolka und Neuhaus an,
Eine gegen Norden zunächstgelegene Nekropole aus
der jüngsten Heidenzeit ist jene von Ujezd-Cerveny
‘Rothujezd); hier hat Herr Hauptmann d. R. LINDNER
aus Budweis an der Südwestseite einige Grabhügel in
mustergiltiger Weise systematisch durchforscht und
iber die Resultate seiner Grabung Bericht erstattet.
Mittheilungen der Anthrop. Gesellschaft in Wien,
3and XXI, Seite 27.)
Herr RıcnLyY hat diese Hügelgräber besichtigt und
hre Lage und Beschaffenheit einer eingehenden
Würdigung unterzogen, worüber einige allgemeine Bemerkungen
folgen:
Die Umgebung von Rudolfstadt (Bergstadtl), sowie
jene der benachbarten, in nördlicher Richtung gelegenen
Ortschaften bildet eine von Brod beginnende, gegen
Ist und Nord ansteigende, durch zahlreiche, tiefängeschnittene,
schluchtartige Thäler und Wasserläufe
Jurchfurchte Hochebene, welche die Höhe von 500m
überschreitet und speciell im Vavraberge, zwischen
Jelmo und Uijezd-Cerveny eine Höhe von 530 m erreicht.
Inmitten des Waldes befindet sich hier die in Rede
stehende, bei der Landbevölkerung der Nachbarsorte
allgemein „Do Hrohü“ (In den Gräbern) genannte Nekropole,
, Der Vavraberg ist am Scheitelpunkte ganz flach
ınd bildet ein ausgedehntes Hochplateau, welches nach
Norden und Osten allmälig abfällt, nach Süden und
Westen hin aber durch tiefe, schluchtartige Längsthäler
begrenzt erscheint. Der ganze Berg ist mit Wald bestanden
und Eigenthum des Fürsten SCHWARZENBERG.
Die unregelmässig angeordnete, etwa 200 Schritte
im Durchmesser haltende Nekropole dürfte aus
80 —90 Grahhügeln bestehen: dieselhen sind meist