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I.
er
id
Ab
prähistorischen Fundstätten zu studiren, Bei dieseı
Gelegenheit sah er zwei Unterkieferfragmente vom
Höhlenlöwen,
Im August 1896 grub Herr v. WEInzrerL wie im Vorjahre
in Gross-Czernosek eine tiefliegende neolithische
Grabstätte mit neun Gräbern in Steinkisten und Steinpackung
aus, welche sich gegen Norden fortsetzt. Eine
weitere Verfolgung bleibt vorbehalten. Unter diesen neun
Gräbern befand sich ein gleichzeitiges Brandgrab; die
übrigen acht Gräber enthielten liegende Hocker (alle auf
der rechten Seite liegend), wovon zwei eine theilweise
Anwendung von Brand aufweisen und eines hievon durch
Verstümmelung des Körpers interessant ist. Eine ausführliche
Abhandlung über die beiden letzten Grabungen
in Gross-Czernosek nebst interessanten Profil- und
Situationszeichnungen ist in diesem Hefte der Mittheilungen
enthalten.
Der Bau der Teplitz-Lobositzer Bahn liess im
engeren Umkreise der Stadt Lobositz mehr erwarten,
als was durch denselben zu Tage kam.
Am Ende der Stadt, gegen das Dorf Welhotta
zu, fährt die neue Bahn in einem tiefen Einschnitte,
welcher eine neolithische Begräbnissstätte streifte. So
viel ich eruiren konnte, waren hier liegende Hocker
der älteren Zeitphase der Steinzeit bestattet, An Beigaben
ist nichts gefunden worden. Im weiteren Verlaufe
der Grabungen, gegen das Wopparner Thal zu,
geht die Strasse ober der neolithischen Ansiedelung
vor Klein-Czernosek vorbei; die Grabungen dieses Einschnittes
lieferten keinerlei Funde, auch wurde keine
Spur der östlich abwärts befindlichen Ansiedelung mehr
in den Schichten gefunden.
Wiederholt besuchte Herr v. Wernzimern Gastorf
und dessen Umgebung, um die Fundstätte beim erweiterten
Bahnhofe zu studiren. Die tiefsten Schichten
gehören der neolithischen Culturepoche an; darauf
folgt, und zwar öfters eingesenkt in dieselben, die bronzezeitliche
Nachbesiedelung mit Urnengräbern mit Leichenbrand
von dem bekannten Lausitzer Typus. In diesen
jüngeren Culturschichten wurde eine Bronzenadel
(Aunötitzer Typus) gefunden, was für uns deshalb von
Interesse ist, da die Brandgräber der Bronzezeit mit
jener Type der älteren Skeletgräber gleichzeitig auftritt.
Die neolithischen Artefacte gehören der Uebergangszeit
an; auch ein in tiefster Lage gefundenes
Skelet eines alten Mannes (Index — 64:76) gehört
der Steinzeit an.
Herr Conservator SCHNEIDER in SmirTic berichtet
über seine Thätigkeit im Verlaufe des Jahres 1896
wie folgt:
„@) Seit den ersten Frühlingstagen behielt ich eine
Feldparcelle im Auge, welche, in der Elbeniederung
unterhalb des Dorfes Vlkow (Bezirk Jarom&f) gelegen,
Merkmale einer längeren Besiedelung aufweist. Diese
bestehen aus grösseren dunkeln Flecken, welche beim
jedesmaligen Ackern zum Vorschein kommen und als
Brandstätten prähistorischer Wohnungen aufzufassen
sind. Ich bemerkte derlei bereits vor zwei Jahren
und fand damals in ihnen Scherben vom Burgwalltynus:
hener fand ich ihrer mehr und in denselben
ıbermals solche Scherben, später auch Scherben von
geglätteten Freihandgefässen und schliesslich über die
ganze Parcelle zerstreut Scherben vom Typus DobFichov
‘oder altmärkische Keramik) und in einer Brandstätte
ınter Burgwallscherben einen gebrochenen Sporn aus
Eisen, Die Funde beweisen, dass hier am ehemaligen
Elbeufer auf einer äusserst ungünstig gelegenen —
weil häufigen Ueberschwemmungen ausgesetzten —
Stelle eine kleine Ansiedelung, wahrscheinlich zum
Schutze einer in der Richtung des Weges aus Schlesien
Glatzer Pass) nach dem Inneren von Böhmen gelegenen
Furt sich befand, welche mindestens schon während
ler Periode der Lausitzer Urnenfelder — das zugehörige
Urnenfeld, von Du&xA bereits vor einigen Jahren
zusgebeutet und in den Mitth. d. k. k. Central-Comm.
1890, S. 137, besprochen, liegt auf einer etwas trockenen,
inselartigen Parcelle nur 100 Schritte von der
hier behandelten entfernt — bestand, später von einer
germanischen (nach Voss’ und Weigel’s Ansicht longobardischen)
Bevölkerung und schliesslich von Slaven
wohl durch mehrere Jahrhunderte occupirt wurde. Die
aus der slavischen Periode stammenden Gefässe (Scherben)
sind dunkelfarben, aus glimmerreichem Thone auf der
Töpferscheibe verfertigt, in Form, Farbe und Verzierungen
den Gefässen von Kettlach und von Keszthely (Dobog)
am Plattensee ähnlich; der eiserne Sporn (nach Pi&s
Meinung aus dem VI. Jahrhunderte stammend) weist
lie höchst charakteristische Form und die Dimensionen
der Sporen aus dem Fürstengrabe von Kolin (Pf@,
Vyzkum Tab. XXXV., Voss, Verhandl, d, Berl. Ant.
Ges, 1884, Tab. IV) mit übermässig langen Armen (je
145 mm) und kräftigem, kurzem, kegelförmigem Stachel
auf; die Arme sind in beiden Fällen am Ende zu
Platten ausgehämmert.
b) Während des Badegebrauches zu Belohrad erfuhr
ich, dass in dem benachbarten, bisher wenig
bekannten Burgstalle von Kaly bereits vor Jahren ein
Bronzegegenstand gefunden worden sei. Ich fahndete
nach demselben und es gelang mir, im Dorfe Kaly
(Bezirk. Hofic) selbst von der Finderin den innerhalb
des Burgwalles vor etwa 12 Jahren bei Feldarbeiten
gefundenen Bronzepalstab für das Kreismuseum
von Königgrätz zu erwerben. Im Inneren des an
der Peripherie des prähistorischen Böhmerlandes hart
unterhalb des Berges Zvicin (Switschin) gelegenen
Burgstalles (Hradistö) von Kaly wurde bisher nichts
gefunden, mit Ausnahme eines Fundes von zwei Scherben
von Freihandgefässen, 1894 (Cesky lid. IV, p. 183).
Der jetzt erworbene Palstab mit stark entwickelten,
sog. geschlossenen Schaftlappen und Ausbiss am Bahnande
wiegt 395 gr und zeigt genau dieselbe Form wie
die Palstäbe aus der Terramara il Grumo bei Campeggine
(Parma) und vom Esquilin zu Rom (Helbig, Italiker
in der Poebene, Tab. I, Fig. 1 und. Tab. IL
Fig. 1).
c) Im Laufe des Sommers suchte ich noch einen
anderen, von Cons. Lüssner in den Pamätky bereits
im Jahre 1856 beschriebenen, angeblich slavischen
Burgstall auf, und zwar denjenigen von Lhotice
si Nassabere., südlich von Chrudim. Ich fand,