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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 17=27.1897

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Ellipse, nicht etwa ein Rechteck, darstellt. Das am
besten erhaltene Stück ist 30'°5 cm lang. Die Breite
beträgt am vorderen Ende, unweit der ziemlich abgerundeten
 Schneide, 4‘8 cm, kurz vor dem Bahnende
3°2 cm. Die Höhe erreicht 3‘5 cm. Die untere Fläche
ist ganz eben geschliffen, nur gegen die Schneide zu
steigt sie ganz leicht an. Bei der beträchtlichen Höhe
erscheint der Quaerschnitt als die Hälfte einer durch
die kleine Achse getheilten Ellipse. An der Schneide
wie am Bahnende sind einige kleine Splitter abgebrochen,
sonst ist der Keil gut erhalten und vorzüglich polirt.
Von einem ähnlichen, ebenso schmalen und hohen
und wahrscheinlich noch längeren Exemplar befindet
sich im Museum zu Knin ein grosses Fragment mit
dem Bahnende, Drei andere Stücke sind kleiner; sie
sind niedriger, ihre Länge beträgt nur 25, 20 und 15 cm,
die Breite ist ungefähr die gleiche wie bei den übrigen,
Ein anderer Keil ist noch kürzer, breit, aber ganz
niedrig, also eine Form, welche man als Hacke oder
Breitmeissel zu bezeichnen hat, Der Kategorie der
Schmalmeissel, jedoch mit bedeutend kleineren. Dimensionen,
 gehört ein etwa 5 cm langes Fragment an;
die untere Fläche krümmt sich bei diesem an der
Schneide ziemlich stark nach aufwärts, Schliesslich
wird noch eine ziemlich lange Pfeilspitze von Hornstein
ıls aus dem Funde von Gjevrske stammsnd bezeichnet,
Auch von anderen Plätzen in Dalmatien sind deryleichen
 typische Steinwerkzeuge bekannt geworden,
wenngleich nicht in so grosser Anzahl. Custos Szom-BATHY
 erwarb für die prähistorische Sammlung des
naturhistorischen Hofmuseums auf der Insel Lesina
einen derartigen ziemlich hohen Schmalmeissel, welcher
die beträchtliche Länge von 33 cm aufzuweisen hat.
Von RaZauci besitzt das archäologische Museum in
Agram mehrere Schuhleistenkeile, einen 26°5 cm langen
und einen kurzen Schmalmeissel, sowie kleine breite,
nahezu rechteckige Hacken, ferner von Muc vier kleine
schmale Exemplare. Im Küstenlande fand man diese
Steingeräthe in der Theresienhöhle bei Duino unweit
Monfalcone (Hofmuseum in Wien) und in der Grotte
von Gabrovizza (Museum in Triest), allerdings nur in
ainigen Fragmenten, in Verbindung mit einer ganz
charakteristischen Keramik. In Bosnien treten sie zu
Hunderten in der grossen neolithischen Wohn- und
Werkstätte von Butmir bei Sarajevo auf, sowohl grössere
and kleinere Schmalmeissel (mit Ausnahme des ganz
langen Typus) als auch Breitmeissel, diese in verschiedenen
Grössen, in fast rechteckiger und besonders häufig in
dreieckiger Gestalt, Einzelne Exemplare (Museum irn
Sarajevo) fand man auch noch in Ripa@ (Bez. Biha6).
Vojikovi@ (Bez. Sarajevo) und Hajdan (Exp. Varcar
Vakuf). In Kroatien, speciell in der Umgebung vorn
Agram, in Slavonien und in Ungarn, sowohl im eigentlichen
 Pannonien wie im Theissgebiet und Siebenbürgen,
sind sie relativ häufig. Auch für Serbien ist ihr Varkommen
 sichergestellt.
Die schuhleistenförmigen oder hobelartigen Theile in
ihren verschiedenen Modificationen bilden für sich einen
ganz bestimmten zeitlichen Abschnitt der neolithischen
Periode. für die Phase der sogenannten bandverzierten

Seramik, die Leitform. Ueberall, wo die neolithische
3Zandkeramik bisher nachgewiesen wurde, finden wir
auch diese typischen Steingeräthe sowohl als Einzel-Funde,
 wie in Gräbern und Wohnstätten mit band-‚erzierten
 Gefässen vergesellschaftet. Sie zeigen uns an,
Jass dort, wo sie auftreten, bandverzierte Topfwaare
vorhanden sein muss, ebenso wie wir aus dem Vorkommen
 dieser Keramik schliessen dürfen, dass auch
liese charakteristischen Steinwerkzeuge nicht fehlen.
Die Topfwaare mit Bandornamentik ist bei ihrer ausserırdentlich
 grossen Verbreitung auf dem Continente, wie
eicht erklärlich, in den verschiedenen Ländern stark
lifferenzirt, jedoch ist in jeder localen Gruppe die
rundform mit der Anordnung der Ornamente die
ıämliche, so dass in jedem einzelnen Falle die Zuzehörigkeit
 eines Gefässes oder eines verzierten Gefässyrüchstückes
 zu dieser oder einer anderen neolithischen
Jattung unschwer zu erkennen ist. Die Formen der
Steingeräthe, welche ausschliesslich dieser Periode zuxommen,
 sind mit Ausnahme der Schuhleistentheile
ınd gewisser roher, unsymmetrischer Hämmer noch wenig
studirt; in der Regel kommen andere Typen auch kaum
der nur in unkenntlichen Fragmenten vor und erschweren
 somit ein vergleichendes Studium, Auch unter
{en Schuhleistenkeilen dürfte manche Form rein locale
Zedeutung haben, wie z. B. in Bosnien, in Butmir, die
lachen, dreieckigen Breitmeissel; andere jedoch, wie die
yanz langen grossen und die kurzen Schmalmeissel
ınd die nahezu rechteckigen niedrigen Hacken kommen
m ganzen Bereich dieser neolithischen Stufe vor.
So spärlich die räumliche Vertheilung dieses Typus
ın der Nordwestseite der Balkanhalbinsel auch ist, so
haben wir jedoch genügend Anhaltspunkte dafür, dass
lie Periode der Bandkeramik hier überall sich ziemlich
ntensiv geltend gemacht haben muss. Es wird uns
also nicht überraschen, wenn eines Tages in Dalmatien
ine Station mit bandverzierter Keramik aufgefunden
wird. Das ist jedoch vorderhand noch nicht zu entscheiden,
 welcher speciellen localen Gruppe dieser
Jattung sich das dalmatinische Gebiet anschliessen
lürfte, ob seine nächsten Verwandten bezüglich dieser
Topfwaare in Butmir, oder im Litorale, oder endlich in
Jen Pfahlbauten des Laibacher Moores zu suchen sind.
4. Herr J. V. Zelizko übersendet als einen vorläufigen
Bericht nachstehende
Beiträge zur Kenntniss des Steinwalles auf dem
Berge: „Vönec'‘ bei Ckyn in Südböhmen.
Der Berg „Vönec“!) oder „Prämo“ wurde schon im
Jahre 1874 von Prof, Dr. WoLpDkıcH in den Mittheilungen
ler Anthropologischen Gesellschaft in Wien, wo sich
zuch der Grundriss des Steinwalles selbst befindet,
beschrieben,?) Die systematische Durchforschung dieses
Berges war jedach demselben vom Besitzer des RElt-1)

 „Vönec“ = Kranz,
2) Verschlackte Steinwälle und andere urgeschichtliche
Bauten in der Gegend von Strakonic, von Prof. Dr. J. WoLpkich,
Sep.-A, aus Nr. 7, Bd. IV, der Mittheil. der Anthrop. Ges.
in Wien 1874. — Wallbauten im südwestlichen Böhmen, von
Prof. Dr. J. WorLndtieg, Ibid.. Nr. 8S—9. 1875.
            
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