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Idem N° 244, — Reunir des 6chantillons des
roches naturelles et’des mömes roches alterees qui ont
ct6 utilisges par les hommes prehistoriques pour la
confection de leurs armes. Prime: 200 Franes,
Idem N° 245. — Reunir des photographies de
üdivers types ethniques d’un meme pays. Prime:
200 Frances,
Concours, Serie N° 246. — A) Etablir une comparaison
syste&matique entre les types traditionnels des
bätiments ruraux et de leur mobilier dans un pays
determine, en y joignant les noms populaires de chaque
partie de ces bätiments et de chaque piece de ce
mobilier,
B) Rö6unir les types des anciens costumes, habillements
et bijoux d’un pays determine. Prime: 500 Franes.
Idem. Serie N° 247. — On demande pur la
Belgique ou une autre region determinge:
A) Des reproductions des monuments pr&- et protohistoriques;
B) Des reproductions des monuments francs et
romains, Prime: 400 Frances, divisible au gre du Jury.
8. Der angesuchte Schriftentausch mit der Redaection
des „Norsk Tidsskrift for Militaermedicin“ in
Christiania wird abgelehnt und die Mittheilung von
der Einstellung des Schriftentausches mit den Mittheilungen
aus den ethnologischen Sammlungen der
Universität Basel zur Kenntniss genommen.
Monats-Versammlung am 9. Februar 1897.
Vorsitzender: Herr Dr. FErD. FREIHERR V. ÄANDRIAN:
WERBUBG.
1. Herr Dr. Richard Wallaschek hält einen durch
Clavierbeispiele erläuterten Vortrag über
Anfänge unseres Musiksystems in der Urzeit.
Zwei Gruppen von Thatsachen sind es, die uns
Zeugniss geben von der Beschaffenheit der ältesten
Musik der Urzeit: die Instrumente, die, nach der Umgebung
des Fundortes zu schliessen, aus der Steinzeit
stammen, und die Musik derjenigen Naturvölker, die
zur Zeit ihrer ersten Berührung mit europäischen Reisenden
noch auf der Culturstufe der Steinzeit stehen
geblieben waren. Als übereinstimmendes Resultat beider
Gruppen können jene aus Thierknochen verfertigten
Pfeifen angesehen werden, die zu Aurignac und Gourdan
ausgegraben wurden und nach denselben Principien
verfertigt waren, wie die Pfeifen der Caraiben in
Surinam, der Indianer vom Colombia-river und der
Maori auf Neuseeland, die zur Zeit der ersten europäischen
Besuche noch in Gebrauch waren,
Die Bedeutung der uns aus jener Zeit überlieferten
kleinen Gesänge, die oft nur wenige Tacte umfassen,
ist lange genug völlig unterschätzt worden, bis man
sich erst seit wenigen Jahren die Mühe gab, ihre musikalische
Beschaffenheit mit Rücksicht auf eine ihnen
etwa zu Grunde liegende musikalische Tendenz ein:
gehend zu prüfen, Und da ergab sich zunächst die
;benso wichtige als der bisherigen Theorie widersprechende
Thatsache, dass die natürlichen Grundrincipien
der ältesten Musik dieselben waren, wie die
der heutigen, Um dieses Resultat näher zu beleuchten,
wollen wir zunächst eines der wichtigsten Elemente der
Musik untersuchen: die „Harmonie“,
Als Coox zum ersten Male auf Neuseeland landete,
21örte er die Eingeborenen kleine Gesänge zweistimmig
ausführen, Dasselbe berichtete KonLar zu Anfang des
vorigen Jahrhunderts von den Hottentotten, BURCHELL
on den Betschuana und Bachapin. MooDıE erwähnt
zanz besonders die rasche Auffassung der harmonischen
Musik durch die Hottentottenmägde und deren Bezabung,
zu einer gegebenen europäischen Melodie
sofort eine zweite Stimme zu erfinden. Die Begabung
ler Neger — sowohl der afrikanischen als der in
\merika wohnenden — für Musik ist bekannt. Sie
ı1aben sich der europäischen Musik rasch angepasst,
ınd obgleich man von ihnen keineswegs behaupten
zann, dass sie die musikalische Harmonie aus sich
3elbst heraus entwickelt und vervollkommt hätten, so
teht doch ihr völliges Verständniss der europäischen
Musik in vortheilhaftem Contrast zu manchen orien-;alischen
Völkern, die in unserer Tonkunst trotz aller
Zerührung mit europäischer Cultur nichts Anderes er-»licken
können, als einen mehr oder weniger organizirten
Lärm. Gerade diese Orientalen aber waren es,
die man früher immer als das einzige Beispiel für die
ursprüngliche Einstimmigkeit aller Musik anführte.
Man vergass dabei, dass man da weder ein Naturvolk,
ı1och überhaupt eine musikalische Rasse vor sich
ı1atte. Wenn schon die Betrachtung des Orientes für
len europäischen Forscher näher lag, so hätte man
iber die Stätten alter Cultur hinweg bis zu den Maayen,
den Bewohnern der Südsee-Inseln, gehen sollen,
vo man wieder auf ein stark entwickeltes musizalisches
Talent gestossen wäre. Auf Samoa, den Salonon-
und Fidschi-Inseln sind harmonische Gesänge
sbenfalls bekannt, auf Java sogar eine polyphone
Musik für mehrere Instrumente mit unverkennharen
Keimen von Contrapunkt. Die Indianer hat man lange
Zeit hindurch für musikalisch weniger begabt gehalten,
is in neuester Zeit JoHN COMFORT FiLLMORE,!) nach
lem Aufschwung des ethnologischen Studiums in Amerika,
liese Gesänge eingehend untersucht und gefunden hat,
dass auch sie die europäische Harmonisirung ihrer Gesänge
verstehen und hochschätzen.
Es zeigt sich also, dass auch bei primitiven Völkern
entweder schon das Harmoniegefühl selbst vorhanden
ist oder wenigstens alle jene Keime, die, sobald sie
aäinmal durch eine entsprechende Veranlassung geweckt.
werden, sofort in demselben Sinne reagiren, in welchem
sich die europäische Harmonie entwickelt hat. Gegen
Jliese Auffassung spricht auf den ersten Blick die
Thatsache, dass so viele Naturvölker, wie häufig berichtet
wurde, Drittel- und Vierteltöne gebrauchen und
dass in Folge dessen ihre Begriffe von Consonanz und
1) Ausführliche Quellenangabe und ethnologische Beispiele
siehe des Verfassers: Primitive Musik. London 1893. Cap. IV.