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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 17=27.1897

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PP

k. k. Studienbibliothek nach Olmütz, Linz, Salzburg,
Klagenfurt oder Laibach, immer portofrei. Das sind
schon einmal Specialitäten der grünen Steiermark.
Es ist also nicht möglich, dass die übrigen Kronländer
 Steiermark einfach nachahmen, und dies ist
auch gar nicht zu wünschen, denn ein weniger geordnetes,
 der Forschung nicht offenes Landesarchiv und
eine abseits des Verkehrs mit wissenschaftlichen öffentlichen
 Bibliotheken stehende, die Portofreiheit nicht
geniessende Landesbücherei möchte die Forschung eher
hindern als fördern.
Dagegen beherbergt jede Landeshaupt
stadt eine k, k, Studien- beziehungsweise
Universitätsbibliothek, deren gegenseitiger
Verkehr portofrei ist, und. diese Staatsanstalten,
 welche ausschliesslich wissenschaftlichen
 Zwecken dienen, wären für
unseren alten Kataster die denkbar besten
Aufbewahrungsplätze.
An die höchste Finanzbehörde ergeht
aber die Bitte, bis zur Austragung dieser
Frage jedwede Beeinträchtigung der alten
Katasterbestände — Indicationsskizzen.
Rohmappen, Parcellenprotokolle — durch
Verkauf, Einstampfung, Scartirung bis auf
Weiteres einstellen zu lassen. Allzu kostbar
wird in wenigen Jahren jedes alte Katastralblatt sein,
und es ist vielleicht der Augenblick nicht ferne, in
welchem sogar das pium desiderium meines Lehrers, des
verewigten Landes-Volksschulinspectors Anton TILLE,
eines gewiegten Schulgeographen, in Erfüllung geht und
der Volksschullehrer 12jährigen Staatsbürgern nebst der
Karte Australiens auch die historische Karte des
heimatlichen Ortes — wenigstens so nebenbei — im
anschaulichen Unterricht erklären wird
Ausschuss-Sitzung am 9, Februar 1897.
(Auszug aus dem Sitzungs-Protokolle.)
Vorsitzender: Herr Dr, FerD. FREnmERR V. ÄNDRIAN-WERBURG.

1. Gestorben ist das correspondirende Mitglied
CHRISTIAN Bannsox, Inspector des königl. ethnographischen
 Museums in Kopenhagen, und das wirkliche
Mitglied Franz Kraus, k. k, Regierungsrath in Wien
Als neue Mitglieder werden aufgenommen:
Herr Dr. Em SCHLESINGER, Generalsecretär der Anglo-Österreichischen
 Bank in Wien. als unterstützendes
Mitglied
und die Herren:
Joser STRABERGER, k. k, Oberpostcontrolor und Conservator
 in Linz,
KALMAN FREIHERR v. MıskKr, Gutsbesitzer in Güns,
Dr. JonAnn Prısker, Seriptor an der Universitätshibliothek
 in Graz,
Dr. WLADIMIR DEMETRYKIEWICZ, Secretär an der kais.
Akademie der Wissenschaften in Krakau und
Dr. Joser MaArıa BAERNREITHER, Landesgerichtsrath in
Wien,
als wirkliche Mitglieder.

2. Das bisher bestandene Comite zur Erforschung
ler Bauernhauses wird zu einem Comite für Haus- und
Flurforschung erweitert, Demselben gehören mit Ausnahme
 der beiden ausgeschiedenen Mitglieder, Professor
MıasKowsgIı und Professor SCHRÖKER, die früheren Comitemitglieder
 Baron v. HonensrucK, Inspector KoMmnrK
und Dr. Pexz unter dem Vorsitze des Herrn Dr. K. Tr.
V. INAMA-STERNEGG an, zu denen als neugewählte Mitglieder
 die Herren Professor Dr. MerinGer und Dr.
PrisKer in Graz kommen, Dem Comit6 wird das Recht
zugesprochen, sich durch Cooptirung neuer Mitglieder
zu verstärken. Herr Sectionschef v. InamaA entwickelt
ein Programm der nöthigen Vorarbeiten, sowie jener
Studien, welche noch im Laufe des heurigen Sommers
in Angriff genommen werden sollen und für welche der
Fond für praktische Arbeiten der Gesellschaft in stärkerem
 Maasse in Anspruch genommen wird. Die Grundlagen
 für dieses Programm wurden in einer Besprechung
festgestellt, welche am 11. Januar unter dem Vorsitze
des Comit&-Obmannes und im Beisein des Präsidiums
stattfand und in welcher namentlich Herr Dr. PrisKer
über seine in dieser Richtung in Steiermark gemachten
Vorarbeiten referirte,
3, Der Secretär erstattet Bericht über die vom
Comit@ für praktische Arbeiten vorgeschlagenen Subventionen
 für die Arbeiten im Jahre 1897, Ein grösserer
Betrag wurde für die neu inaugurirte Flurforschung
veservirt. Die detaillirte Liste der vorzunehmenden Arbeiten
 wird nach Abschluss der in Schwebe befindlichen
Verhandlungen veröffentlicht werden.
4. Für den nächsten Sommer wird eine auf mehrere
Tage berechnete Excursion nach Brünn und dessen
Umgebung beschlossen, für welche Herr Professor
MAkowsKy die Zusammenstellung des Programmes,
sowie die Führung derselben freundlichst übernommen
hat. Der Zeitpunkt und das detaillirte Programm der Excursion
 werden rechtzeitig zur Kenntniss gebracht werden.
5. Ein Vorschlag zur stellenweisen Abänderung der
Gesellschafts-Statuten wird dem Präsidium zur Ausarbeitung
 und Vorlage in der nächsten Ausschuss-Sitzung
 überwiesen,
6. Das hohe Ministerium für Cultus und Unterricht
hat der Gesellschaft als Beitrag zur Herausgabe ihrer
Publicationen eine Subvention von fl. 400 für das
Jahr 1897 bewilligt.
7. Der Secretär legt ein Programm der „Section
des Sciences“ der Exposition internationale
de Bruxelles en 1897 vor. Wir entnehmen der
diesbezüglichen Zuschrift folgende Bemerkungen:
1’Exposition internationale qui doit s’ouvrir & Bruxelles
 en 1897, comprendra une Section internationale
les Sciences divisee en sept classes: Mathömatique et
Astronomie, Physique, Chimie, G6ologie et G&ographie,
Biologie, Anthropologie.et Bibliographie. Divers avantages
 sont accordes aux partieipants, qui n’auront
notamment rien ä payer pour les emplacements, et jouiront
de reductions de taxes sur les transports par chemin
de fer,
„A V’occasion de cette Exposition, le Gouvernement
belge a mis au concours des series de questions (Desiderata
            
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