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deutung nirgendwo mehr hat. So viel ich sehen
kann, ist es das Wahrscheinlichste, dass ags. ofnet
nichts Anderes als „Oefchen“ bezeichnet.
Die Möglichkeit des Zusammenhanges des germanischen
Wortes ‚Ofen‘ mit. ai. ukhä ‚Topf‘, lat. aula
olla, braucht nicht geleugnet zu werden; es scheint
auch das P.-W. mit Recht dem ai. ukhä die Nebenbedeutung
„Feuerschüssel“ zuzuschreiben, denn die
daselbst aus der V.-S. 14, i. 17, 65, eitirte Stelle
ükhyan (agnin) hasteshu bibhratäs „die in den Töpfen
befindlichen Feuer mit den Händen tragend“ ist
yanz klar.
Wogegen man sich entschieden aussprechen muss,
ist die Annahme, dass der ‚Ofen‘ aus dem ‚Feuertopf‘
entstanden ist. Die Etymologie beweist das
gerade Gegentheil, denn ‚Ofen‘ hat eine ganz andere
suffixale Ableitung als ai. ukhä; es kommt blos aus
derselben Wurzel, deren Bedeutung uns unbekannt
ist. Ein brennendes Feuer in seinem Inneren verträgli
kein Topf, nur glühende Kohlen auf Asche gebettet
Man thäte demnach besser, Essenwzırn’s Einfall (vgl
Mittheilungen der Anthrop. Gesellsch. in Wien.
Bd. XXIN, S. 172) nicht weiter kritiklos nachzusprechen.
Es ist ja möglich — worauf noch Niemand
hingewiesen —, dass der älteste Backofen, allerdings
en miniature, darin bestand, dass man einen grossen
Topf über den mit heisser Asche zugedeckten Teig
stülpte; aber mit solchen Speculationen, die wohl
immer unerweislich bleiben werden, ist nicht vie]
zu machen. Dieser umgestülpte Topf war aber dann
etwas absolut Anderes, als das, was wir einen ‚Feuertopf‘.
oder populär ein ‚Gluthafen‘ nennen. Kurz und
gut, die Entstehung des Öfens ist uns gänzlich unbekannt.)
Dass die Germanen in weitem Umkreise in den
ersten christlichen Jahrhunderten irgend eine Gattung
Ofen, vielleicht vorerst den Backofen, kennen lernten,
ist auch mir zweifellos, Dagegen scheint uns weiterhin
eine Wortgleichung die Existenz eines Ofens in vorgermanischer
Zeit zu bezeugen, A. Fıck (vgl. Wb.*,
[, S. 40) hat zweifellos mit Recht lat. furnus, fornax
mit russisch gornü zusammengestellt. Ein altindogermanischer
Öfen wird aber damit keineswegs
arwiesen.
Die sprachlichen Thatsachen sind folgende: Lat.
furnus ‚Backofen, Backofenhaus‘, fornus (Varr. bei
1) In Bosnien gibt es — wie ich nachträglich gesehen
habe — einen Brotbackdeckel, welcher über den Teig gestülpt
wird und auf den dann erst die glühenden Kohlen
gehäuft werden. Corr. Note.
Mittheilnngen d. Anthrop. Gesellsch. in Wien. Bd. XXVIL 1897.
Vonius), fornax ‚Backofen‘ (wovon fornix ‚Schwibvogen,
Gewölbe‘ fernzuhalten ist) sind auf ein idg.
‘gyhrnö-s zurückzuführen und dieser Grundform entsprechen
auch alle slavischen Wörter, welche MıxLosıcg,
ütymol. Wb., S. 64, unter einem fälschlich angesetzten
'gernü vereinigt: asl. grünü ‚lebes‘, bulg. grünec
topf‘, serb. grnac, tschechisch hrnec, poln. garniec,
kleinruss. horn ‚Esse‘, ‚Herd‘, russ. gornü, gornecü.
Die angenommene Form *gvhrnö- gehört zu der
jekannten Wurzel *gyher „glühen“, vgl. Fıcx, Wb.*.
', S. 40, ist demnach nichts Anderes als das Part.
Perf. Pass, dazu und entspricht dem ai. ghrnä- genau.
\us der Uebereinstimmung von lat. furnus mit russ.
zornü ist also nicht zu schliessen, dass schon einem
heile der Indogermanen ein Ofen bekannt gewesen
wäre, denn der lateinische und slavische Zweig
konnten — Jängst getrennt — auf Grund ihres verwandten
Sprachschatzes leicht zu völlig entsprechenden
Neubildungen kommen.
Die. verschiedenen Bedeutungen, welche die genannte
Form im Slavischen angenommen hat (Kessel,
Topf, Ofen, Töpferofen, Esse, Herd) beweist nur,
lass sie selbstständig und getrennt aus der Grundbedeutung
„glühen“ hervorgegangen sind und auch
Jieser Umstand muss uns warnen — da man doch
unmöglich den Herd und die Esse aus dem Topfe
wird ableiten wollen —, die Gleichung Ofen — al.
akhä „Topf“ zu genetischen Erklärungsversuchen des
Ofens zu missbrauchen.
Ich bringe noch die Abbildungen eines Gefässes
ınd des Bruchstückes eines Gefässes, in welchen ich
mit Bestimmtheit römische Kacheln erkennen zu
zönnen glaube. Ich danke die Kenntniss der beiden
Stücke der Freundlichkeit des Herrn Dr. J. Novansrı
>e La. Fig. 230 wurde bei der Grundaushebung
‘“ür einen Neubau in Wien auf dem Petersplatze
ınter ganz zweifellos römischen: Ueberresten von
Mauern, Gefässen, Scherben, Ziegeln mit dem Legionsstempel
etc. gefunden. Dass das Gefäss also römisch
ist, wird kaum einem Zweifel unterliegen können.
Es kann aber auch kaum etwas Anderes als eine
Kachel gewesen sein, denn es ist anscheinend zu
jeder anderen Verwendung völlig untauglich, da es
nur auf der Mundöffnung stehen kann. Dr. v. NovaALsgı
“heilt mir mit, dass die auf mein Betreiben angestellte
chemische Untersuchung der schwarzen
nneren Kruste das erwartete Resultat: Russ
3.