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Vitale in Ravenna darstellen, erstere im IV., letztere
im VI. Jahrhundert erbaut:“ v. Comavsen zeigt dann
an einer Skizze Tafel IV, Fig. 18, wie er sich einen
alten Töpferofen, ganz aus Kacheln hergestellt, denkt
‘vgl. Fig. 227).
Ich constatire, dass v. ComAUusen weitere Zu-3ammenhänge
weder findet noch sucht, dass er abeı
immerhin von „flaschenförmigen Kacheln“ spricht,
die er sich zur Herstellung der Ofenwände als geeignet
denkt. Seine Worte S. 136: „Wir haben zwar
bis jetzt noch keine in dieser Weise aus flaschenförmigen
Kacheln aufgeführte Ofenwände in situ
gefunden“ — lassen wohl keinen Zweifel, dass ihm
unser Kachelofen durchaus nicht im den Sinn gekommen
war, Ebensowenig hat er an einen römiöpferöfen
auf, von denen einer rund, einer viereckig
war. Nachträglich zerstörten die Bauern die Decke und
la stellte sich heraus, „dass die durchlöcherte Decke
les Brennraumes an ihren dicksten Stellen, d, h.
wo sie sich gewölbartig an der Umfassungswand anschliesst,
hohle Töpfe. eingeschlossen hat“.
Meine Fig. 228 wiederholt F. Qumu1mxe’s Bild
a. a. O., Tafel IV. ‚Fig. 229 bringt eine verwandte
gefässform, die ich nur deshalb aufnehme, weil
F. QuiiiinG die eigentlichen Kacheln nicht in
yrösserem Massstabe zeichnet.
Damit ist in ganz zweifelloser Weise
ein römischer Kachelofen gefunden worr\
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Fig. 227. Versuch der theilweisen Reconstruction einer Grundgestalt
des Kachelofens nach A. v. ComAvUsen.
schen, mit Kacheln hergestellten Öfen gedacht, da
er ausdrücklich die Verwendung von Wölbtöpfen zu
höheren Bauzwecken — seine Beispiele gehören dem
IV. und VI, Jahrhunderte an — weit älter sein lässt
als die Verwendung zu niederen technischen Zwecken.
Ueber römische Töpferöfen berichtet dann A. Ham-MERAN,
Correspondenzblatt der „Westdeutschen Zeitschrift
für Geschichte und Kunst“, V (1886), Nr. 79.
Leider sagt er über die Construction nichts. Seine
Worte: „Die durchlöcherte Lehmdecke war bei den
Oefen meist erhalten“, entbehrt der Klarheit.
Dr. F. QumiinG verdanken wir die erste ausführlichere
Nachricht (vgl. „Westdeutsche Zeitschrift
für Geschichte und Kunst“, XII, 1893,
S. 262 ff.) von einem römischen Töpferofen, bei
dem Kacheln in Verwendung kamen. Im Jahre 1884
grub der Frankfurter Verein hei Heddernheim zwei
Fig. 228. Römischer Töpferofen aus Heddernheim.
len. Dass er im selben Jahre 1893 publi-3irt
wurde, in welchem ich die Erfindung
ınseres Zimmerkachelofens den Römern
zuschrieb. ist ein Zufall) Bei der Gleichheit
1) Ich habe den Aufsatz F, QumL.ine’s erst im Juli 1896
zennen gelernt. In Wien war auf römischem Boden ein Topf
vusgegraben worden, welchen ich in einer Sitzung des „Eranos“
lemonstrirte und für eine Kachel erklärte (vgl. Fig. 230). Nach
ler Sitzung wurde ich von Herrn Tracau auf die Arbeit
JUILLING’S aufmerksam gemacht. Als ich Qumuixe’s Aufsatz
xannte, schrieb ich dem Verfasser, ob er denn nicht den
Zusammenhang dieser römischen Topföfen mit unseren Kachelfen
schon selber erwogen hätte. Er antwortete mir am
L3. October 1896, er wäre nie darauf gekommen, die Vernuthung
scheine ihm aber ansprechend.