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gestellt, dessen Enden mit denselben Zweigen festgesteckt
werden, welche die zum Korbe gebogene
Rinde festhalten. (Fig. 220.)
Ferner gehört hieher die oben S. 222 angeführte
and Fig. 221 abgebildete Vorrichtung zum Herstellen
des Zettels (aus Sadeu).
Endlich sind hier noch einige abergläubische
Gebräuche als Nachträge zu dem Capitel „Die Cultstätten
des Hauses“ beizubringen. .
Zunächst ist zu bemerken, dass die Ofenröhre
beim Besprechen von Wasser, das zu Zauberzwecken
dienen soll, eine besondere Rolle spielt. Hat das
Kind z. B. keinen gesunden Schlaf, so holt man
aus einem Brunnen. Wasser und trägt dasselbe, ohne
etwas davon auszugiessen und ohne dass man stehen
bleibt, zu einem anderen Quell. Dort giesst man zum
ersteren Wasser einiges aus diesem Brunnen, trägt
es nun nach Hause und stellt das Gefäss in die
Ofenröhre. Hierauf zündet man Feuer an und sobald
der erste Rauch über das Wasser gegangen ist, nimmt
man es weg, wärmt es und badet darin das Kind.
Dieser Zauber ist in Jasienöw am Czeremosz üblich.
In Ploska pflegt man zu Zauberzwecken verwendetes
Wasser in folgender Art zu beschwören. Das Wasser
wird vor Sonnenaufgang aus neun Quellen geholt.
Nachdem dasselbe in eine Schüssel gegossen wurde,
werden drei Knoblauchzähne hineingeworfen. Sodann
tritt der Beschwörer sammt der Schüssel vor die
Ofenröhre, die im Vorhause mündet, verneigt sich
äreimal vor derselben und beschreibt mit dem Messer
im Wasser ein Dreieck, indem er mit den Knoblauchzähnen
die Ecken desselben bezeichnet. Während
der Beschwörer das Wasser noch mehrmals mit der
Messerschärfe berührt, spricht er die Zauberformel:
„Jordanwässerchen, du bespülst die Auen und die
Ufer, die Wurzeln und die weissen Steine. Wasche
auch rein diesen Christ, der rein geboren ist, von
Hass, Neid und allem Bösen.“ Durch die Ofenröhre
fahren auch die Hexen auf einem OÖfenschürholz
oder einem Besen zu ihren Versammlungen. Offenbar
wird also die Ofenröhre in gewissem Sinne als
Sitz unreiner Mächte angesehen, während der Ofenherd
der heilige Mittelpunkt des Hauses ist. Aus
dieser Bedeutung des Herdes ist es auch erklärlich,
warum die Mädchen am heiligen Weihnachtsabende,
wenn sie die Stube fegen, den Mist zum Ofen kehren,
damit im Fasching der Werber komme.
Der Zaun dient beim Anstellen von Orakeln.
Um ihren künftigen Mann kennen zu lernen, wenden
lie Mädchen das Pflockzählen an. Das Mädchen
zählt nämlich in der Andreasnacht an einem Zaune
Jer Reihe nach neun Pflöcke ab und schliesst aus
Jer Beschaffenheit des letzten auf die Eigenschaften
des künftigen Mannes. Ist‘z. B. der Pflock gerade
ınd glatt, so wird der Mann ‚schön sein; ist er
ıber abgerieben und krumm, so wird der Bräutigam
ınschön oder gar ein Krüppel sein. Sind. mehrere
Mädchen anwesend, so beginnt jedes folgende dort
zu zählen, wo das vorhergehende aufgehört hat, und
jezeichnet. seinen neunten Pflock mit einem Zeichen,
ım denselben am nächsten Tage wieder zu erkennen.
Am Zaune stellt man auch ein Orakel an, um zu
arkennen, welche Saat am besten gedeihen werde.
Das Orakel wird am Feste der 42 Märtyrer (6. März a. St.
— 18. März n. St.) angestellt, weil man an diesem
Tage die Aussaat zu säen pflegt. Um nun zu erfahren,
welche Saat am besten gedeihen würde, legt
las Weib auf den Zaun drei Eier in einer Reihe;
springt von der Kälte das erste in der Reihe zuerst,
30 wird die früheste Aussaat am besten gedeihen;
springt das zweite zuerst, so die mittlere, endlich
lem dritten entsprechend die letzte. Springt keines
ler Eier, so wird das Jahr überhaupt fruchtbar sein,
Da der Zaun das Gehöfte umgibt und schützt, so
nüssen an dem Eingange durch denselben vor Allem
jene Vorsichtsmassregeln getroffen werden, welche
len Hexen den Eingang in das Gehöfte verwehren.
'Jeberall pflegt man daher besonders in der Georgsjacht
und’in der Nacht vor St. Johannes dem Täufer,
in welchen Nächten die Hexen zumeist dem Viehstande
zu schaden suchen, auf die Thorbalken grüne
Rasenstücke zu stellen, in denen am Palmsonntag
zeweihte Weidenzweige (beceka) oder Zweige von
Jer zauberkräftigen Silberpappel stecken. Zu demselben
Zwecke werden auf die Hof- und Stallthore
nittelst Theer Kreuzzeichen gemalt. Auch möge erwähnt
werden, dass man sowohl zu Weihnachten
als am Georgsfeste Cultuszwecken dienende Feuer
jeim Thore anzündet. Zu Weihnachten kehrt man
am dritten Festtage die Stube, an der Schwelle bezinnend,
und verbrennt den Kehricht zugleich mit
dem unter der Bezeichnung „Did“ (der Alte) in der
Stube zur Festzeit aufgehäuften Stroh beim KEinzang
in den Hof; über dieses Feuer springen die
duzulen, damit sie gegen Erschrecken geschützt
seien. Anderwärts ist es üblich, das Feuer, welches
bei den Huzulen am Vorabende des Georgsfestes
angefacht wird, beim Thore zu entzünden, darüber
Jas Vieh zu treiben und selbst zıl springen.