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Gesimsen verziert sind. Diese nennt man 0obruczt
‘Reifen), wenn sie gekrümmt sind (aa in Fig. 191);
sind sie dagegen ganz gerade, so heissen sie yojasky
oder popruhy (Gürtel; z. B. bb in Fig. 191). Die
Kappe ist entweder aus (fünf) grossen Steinplatten
zusammengesetzt oder sie wird auch, wie ich dies
in Dora sah, aus einem mit Ruthen durchflochtenen
Holzgerüst hergestellt; letzteres ist mit seinen rückwärtligen
Stäben in die darunter liegende Lehmmauer
Jes Herdes „eingegraben“ (zakopany), während die
vorderen oben an einem Deckbalken (swodok) angenagelt
sind (Fig. 192). Das Ganze wird mit Lehm
verklatscht und, wie der Ofen überhaupt, geweisst,
Aehnlich werden diese Kamine häufig beiden Rusnaken
im Hügel- und Flachlande hergestellt. Die einzelnen
Theile des Ofens führen besondere Namen, und zwar
-
+ .
Fig. 186. Grundriss eines kleinen Hauses in Kosmacz (Eigenthümer
Fedir Rabaluk). 4 Vorhaus, zugleich Kammer (siny i
komora), B Stube, CC kleine Stallungen (daszok), D Schweineställchen
(kuczka), a Ofen, b Bettgestell, cc feststehende Bänke,
d kleiner Webstuhl (krosna; ist dieser nicht in Verwendung.
so steht hier der Tisch), £ Geschirrkasten, g tragbare Bank.
Man vgl. den in demselben Massstab angefertigten Grundriss
des reichen Nachbarhauses (Fig. 185).
heisst (Fig. 191) der Heizraum 4 kurzwegs: gicz,
der Kamin B: komyn, die Ofenröhre C: kahta, der
Theil D: opeczok, E: kut, (Winkel), £: prepicz,
A: zapiczok, H: fudument, endlich I: pidpic.
Der Rauch zieht aus dem Heizraume in den Kamin
und von da, wie anderwärts im östlichen Huzulenyebiete,
durch die Ofenröhre in das Vorhaus, das keine
Decke hat; von hier gelangt er sodann durch Oeffaungen
im Dache oder durch solche zwischen Dach
und Wänden. oder endlich durch Lücken im Giebel in’s
Freie. Dass sich auch ordentliche Dachluken finden,
ist bereits erwähnt worden. Fig. 193 zeigt ein keilenförmiges
Ofenschürholz (zamitalko) aus Pidlisniu.
Betrachten wir die Grundrisse weiter, so finden wir
auch das Bett (poskil), die langen Bänke (lawycia) an
den Wänden, den Tisch (stiu) und den Geschirrkasten
“potyci) — also die Haupteinrichtungsstücke — genau
an den Stellen wie etwa in den Häusern am Czerenosz.
Die Betten sind auch hier ziemlich schlichte
zestelle (Fig. 194). Dagegen sind die Tische in
Kosmacz (Fig. 195), in Mikuliezyn und in Dora recht
ıchön; in letzteren zwei Orten fand ich mehrere sehr
ıübsche mit Einlegearbeit verzierte (Fig. 182 und 184).
Statt des Tisches findet sich an seiner Stelle mitınter
auch ein mehr kasten- oder kistenähnliches
Geräth. (skrenia). Tisch oder Kasten sind in der
Regel mit einem groben Tischtuche bedeckt; Brot *)
ınd Salz liegt darauf. Die Geschirrkasten sind mit
ıder ohne darunter stehenden Kasten (szafa); man
7gl. Fig. 196 und 197. Im letzteren Falle ruhen
lie podyci auf einem Unterlagsbrett (prewatdok); das
lreieckige Stützbrett desselben heisst „baba“. Diese
Zinrichtung findet sich nicht im östlichen Huzulenzebiete.
An der Wand neben dem Tische findet
sich auch zuweilen noch ein Wandbrett (potyczka;
Fig. 198). An der Giebelwand beim Tische hängen
Jie Heiligenbilder (Fig. 184), ein Dreilicht (frijca),
ferner bunte Töpfchen, Schüsseln, Blumen, auch
Handschuhe u. dgl. In der Nähe des Bettes oder
ıuch beim Ofen sind an der Decke die Kleiderstangen
(Zertky, hredky) befestigt. Zwischen der Decke
and den Tragbalken (swotok) derselben stecken die
Zräuter, welche in der Johannisnacht gepflückt
werden (Iwanowy zilie) und denen, wie im östlichen
Tuzulengebiete, besondere Heil- und Zauberkräfte zuzeschrieben
werden; Alte waschen sich mit dem
\bsud derselben, Kinder werden darin gebadet.
\usserdem fällt uns vor Allem eine kleine tragbare
3ank (Fig. 199) in’s Auge. In Kosmacz findet man
in den Häusern — und das ist bei den östlichen
Tuzulen nicht zu sehen — auch einen oder zwei
Tolzstühle mit Lehne, ganz ähnlich jenen, wie man
je in deutschen Bauernstuben sehen kann (Fig. 200).
Sowohl diese Stühle als jene oben erwähnte Bezeichjung
für die zweite Stube („jankir“) scheint auf
inen fremden Einfluss zurückzugehen. Die einfache
rjerfüssige Bank heisst stotec prostyj (gemeine Bank);
ler Stuhl heisst zum Unterschiede krestewyj stotec
stuhlartige Bank) und seine Lehne heisst ptyceynnyk
Rückblatt). Schemel (stüczyk), die aus einem Stammstücke
so angefertigt sind, dass die Aststümpfe die
Füsse bilden, kommen auch hier vor (vgl. die Fig. 240
1) In Kosmacz unterscheidet man folgende Brotarten:
:hlib_kestyj (gegohrenes Brot, bereitet aus Kukuruz- oder
Kornmehl); „durinnyk“ (Brot aus Kukuruzmehl und gekochten
Ardäpfeln, ungesäuert); korsz (Brot aus Kukuruzmehl, unzesäuert.
Fig. 184 sieht man am Tische links zwei flache
Brote