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ıngenagelt zu sein scheint, drehbar mit der Scheibe
verbunden ist. Wer dies nicht weiss, der wird wohl
den Holzschlüssel brechen, nicht aber das Schloss
Sffnen können.
Nachdem wir das Aeussere des Wohnhauses betrachtet
haben, wenden wir uns seiner Umgebung
und den anderen Theilen des Gehöftes zu.
Neben dem Hause erblicken wir die verschiedenen
Wirthschaftsgebäude. Sie sind auch hier theils an
das Haus angelehnt, theils freistehend, selbstständig
arbaut. Es gilt diesbezüglich vollständig das in „Haus
und Hof“ Gesagte. Die besonders rückwärts und
auch seitwärts an die Häuser angelehnten Stallungen
(Fig. 181, 183, 185, 186) heissen in Kosmacz und
Polinyei „dachy“ (Dächer) oder — wenn.sie geringen
Umfang haben — „daszok“ (Dächlein); diese Bezeichnung
kommt übrigens auch am oberen Czeremosz
(Jawornik) vor.!) Für Stallungen finden sich ferner
hier die Bezeichnungen chliu, chliwec (= kleiner chliw),
stajni und kotesenia ; für Pferdestallungen wird auch
hier nur stajni verwendet (stajni na marzynu € koni).
Die Kammer (komora, nicht klit’) ist auch hier, wenn
sie abseits errichtet ist, mitunter sehr sorgfältig gebaut
und mit einem Vorgange versehen, wie z B.
in Seletin und Sergie.?) Bezüglich der Heudächer ist
hervorzuheben, dass dieselben hier oft mit Stroh
zedeckt sind, was schon auf eine etwas ausgedehntere
Feldwirthschaft hinweist. Die Umzäunungen, welche
um die Heuschober angebracht werden, um diese
gegen umherlaufendes Vieh zu schützen, nennt man in
Kosmacz stegir (nicht oplit). Grenzmauern aus Steinen,
die in demselben Dorfe sehr oft vorkommen, werden
hier mur (Mauer) genannt. „Parkan“ ist hier ein geflochtener
Zaun aus Ruthen (z prut. ptytyny), während
plit wie anderwärts im Huzulengebiete für den aus
gespaltenen Hölzern hergestellten Zaun vorbehalten
bleibt. Stege über Bäche und Flüsse finden sich auch
hier in verhältnissmässig grosser Zahl und recht
geschickt angelegt. Im Thale der Pistynıka fand ich
an einigen Orten die Geländer derselben mit Zuhilfenahme
von Astwinkeln hergestellt (Fig. 189). Das
nöthige Wasser spenden auch hier zumeist natürliche
Quellbrunnen; Ziehbrunnen sind selten (Fig. 190).
ı) Vgl. „Haus und Hof“, Fig, 363, und die Erklärung
hiezu, S. 185.
2) Die Ansicht eines huzulischen Gehöftes in Seletin mit
einer Kammer, die einen Vorgang aufweist, habe ich in dem
Werke „Unsere Monarchie“, S. 147, gebracht. (Die Photographie
rührt nicht von Dutkiewicz, wie am eben angeführten
Orte fälschlich bemerkt ist, sondern von mir her.)
Mittheilungen d. Anthrop. Gesellsch. in Wien. Bd. XXVI. 1897.
Interkunftshäuschen, wie sie uns an den Strassen
jesonders im Putilla- und oberen Sereththale beyegnen,
finden sich hier nicht. Ebensowenig sah ich
in diesem Gebiete jene Gestelle mit Wassergefässen,
wie ich sie in „Haus und Hof“ beschrieben habe.
Wenden wir uns nun der inneren Anordnung
der Räumlichkeiten des Hauses und der
Einrichtung desselben zu, so gleichen dieselben
bis auf einzelne Ausnahmen den in „Haus und Hof“
veschilderten Verhältnissen. Auch hier ist jene Ein-Fig.
184. Inneres einer Huzulenstube in Dora,
‘:heilung Regel, dass in zweistubigen Häusern die
Wohnräume (chata) rechts und links vom Vorhause
jegen (Fig 185); letzteres heisst hier mit dem
yemein ruthenischen Ausdrucke siny (nicht choromy).
Die links des Vorhauses (Fig. 180 und 183) gelegene
Stube (seltener die rechte, Fig. 182) wird auch hier
nicht selten als Kammer benützt, während die andere
allein als Aufenthaltsort der Familie dient. Kleine
ainstubige Häuser haben die Stube rechts oder auch
links vom Vorhause (Fig. 186); letzteres wird dann
auch als Kammer henützt Dass zwei derartige